Adolf Köster

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Adolf Köster
Adolf Köster
Adolf Köster
Geboren: 8. März 1883
Gestorben: 18. Februar 1930

Dr. phil. Adolf Carl Heinrich Alwin Köster, * 8. März 1883 in Verden (Aller), † 18. Februar 1930 in Belgrad; Journalist, Hochschullehrer, Reichsminister und Diplomat.[1] Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Adolf Köster wuchs in Verden an der Aller und ab 1894 in Hamburg auf. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Heidelberg, Halle (Saale), Marburg und Zürich promovierte er 1907 in Erlangen. 1912 habilitierte er sich in München über den jungen Immanuel Kant. Ab 1913 arbeitete er als freier Journalist, u.a. für die Schwäbische Tagwacht. Im Ersten Weltkrieg war er Kriegsberichterstatter an der Westfront und später im Großen Hauptquartier.[2]

Partei & Politik

Nach der Novemberrevolution wurde Adolf Köster 1919 Referent in der Reichskanzlei und anschließend Preußischer Staatskommissar für die deutsch-dänischen Abstimmungsgebiete in Schleswig-Holstein. Hier organisierte er die Volksabstimmung über die Zugehörigkeit Schleswigs zu Deutschland oder Dänemark.[2]

Volksabstimmung in Schleswig

Während des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920 spielte Adolf Köster eine zentrale Rolle in Schleswig. Als Preußischer Staatskommissar für die Abstimmungsgebiete organisierte er nicht nur die Volksabstimmung, sondern stellte sich auch entschlossen gegen den Putsch. Zusammen mit Eduard Adler und Karl Meitmann bildete er einen Aktionsausschuss, der den Generalstreik koordinierte und die demokratische Ordnung verteidigte.[3][4][5]

Adolf Köster sorgte dafür, dass trotz des Generalstreiks Züge mit Abstimmungsberechtigten fuhren und ihre Stimmen abgegeben werden konnten. In Schleswig belagerten Arbeiter das Schloss Gottorf, wo sich putschtreue Truppen verschanzt hatten. Adolf Köster verhandelte mit den Offizieren und erreichte schließlich die Entwaffnung der Putschisten und die Freilassung verhafteter Demokraten wie Eduard Adler. Sein Einsatz trug maßgeblich dazu bei, dass die Volksabstimmung am 14. März 1920 reibungslos stattfand und die Region bei Deutschland blieb.

Reichsminister und Diplomat

Adolf Köster war vom 10. April bis 8. Juni 1920 Reichsaußenminister im Kabinett Müller I und später, vom 26. Oktober 1921 bis 14. November 1922, Reichsinnenminister im Kabinett Wirth II. Ab 1923 wirkte er als deutscher Gesandter in Riga und ab 1928 in Belgrad.

Ehrungen

Der Adolf-Köster-Damm in Hamburg-Neuallermöhe erinnert an sein Wirken.

Werke

Literatur & Links

  • Doß, Kurt: Reichsminister Adolf Köster 1883–1930. Ein Leben für die Weimarer Republik. Düsseldorf, 1978.
  • Wikipedia: Adolf Köster

Einzelnachweise

  1. Köster, Adolf. In: Deutsche Nationalbibliothek, auf: d-nb.info
  2. 2,0 2,1 Nachruf für Adolf Köster, Hamburger Echo, 19. Februar 1930
  3. Meitmann, Karl: Der Kapp-Putsch in Schleswig. In: Grenzfriedenshefte (Husum 1963), S. 158
  4. Schartl, Matthias: Landräte und Kapp-Putsch 1920 im nördlichen Schleswig-Holstein. In: Demokratie Geschichte 8 (1993), S. 192–194
  5. Beier, Gerhard: Eduard Adler. In: Jungsozialisten Kiel Information 3/1965, zit. in: Fischer, Rolf: "Mit uns die neue Zeit!" Kiels Sozialdemokratie im Kaiserreich und in der Revolution (Kiel 2013), S. 31