1938

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Version vom 5. Dezember 2022, 09:36 Uhr von Kaffeeringe (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „NSdAP“ durch „NSDAP“)

Zu Beginn des Jahres entlässt Hitler aufgrund teilweise haltloser Vorwürfe den Reichskriegsminister von Blomberg, den Oberbefehlshaber des Heeres, von Fritsch, und den Reichsaußenminister von Neurath, die zu seinen schärfsten Kritikern gehören.

Im März besetzt NS-Deutschland Österreich und vereinigt es mit dem Deutschen Reich. Im Laufe des Jahres führt die von Hitler geschürte Sudetenkrise zur massiven Schwächung der Tschechoslowakei, unter anderem durch die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland. Den von Hitler geplante Krieg verhindern Großbritannien, Frankreich und Italien mit dem Münchner Abkommen vom 30. September. Dies ist der Höhepunkt der britischen Appeasement-Politik.

Mit weiteren Gesetzen werden die deutschen Juden immer stärker eingeengt und ausgegrenzt. Tausende polnische Juden werden Ende Oktober nach Polen ausgewiesen, das sie jedoch nicht aufnimmt. Als in Paris ein NS-Diplomat von einem verzweifelten jüdischen Schüler erschossen wird, liefert er den Vorwand für die "Reichspogromnacht" am 9. November. Mehrere geplante Attentate auf Hitler scheitern.

Stalins Terror in der Sowjetunion wird fortgesetzt; im Spanischen Bürgerkrieg beginnen sich die besser unterstützten Putschisten gegen die republikanische Seite durchzusetzen. Die Japaner setzen ihre Eroberung Chinas fort.

Januar

Februar

März

April

Mai

  • 2. Mai - Dieter Diesel wird in Neunkirchen (Saar) geboren.
  • 5. Mai - Ekkehard Wienholtz kommt in Dresden zur Welt.
  • 5. Mai - Oskar Nielsen stirbt zwei Tage nach seiner Verhaftung wegen Widerstandsaktivitäten im Polizeigewahrsam in Kiel; nach offizieller Mitteilung hat er sich erhängt. Er ist 54 Jahre alt.
  • 6. Mai - In einer groß angelegten Razzia verhaftet die Gestapo in Kiel 59 Genossen und durchsucht ihre Wohnungen, Keller- und Bodenräume nach verdächtigen Schreibmaschinen, Vervielfältigungsapparaten und Radiosendeanlagen. In Holtenau gehören Karl Mäder und Wilhelm Noack zu den Betroffenen.
  • 27. Mai - Wolfgang Herrmann wird in Berneiten, Krs. Tilsit/Ostpr. (heute Russland, Kaliningrader Oblast) geboren.

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

  • 9. November - In der "Reichspogromnacht", als auch die Kieler Synagoge zerstört wird, verhaftet die Gestapo Heinz Salomon zum erstenmal.

Dezember

Nicht datiert

  • Willy Busch wird in diesem Jahr (oder 1937) von den Nazis ausgebürgert.
  • Otto Engel findet eine Arbeit als Fahrkartenverkäufer.
  • Michael Freund habilitiert sich und wird Dozent für westeuropäische Geschichte an der Universität Freiburg.
  • Rudolf Katz wird Redakteur der Neuen Volkszeitung, der deutschsprachigen Zeitung der "German Labor Delegation in USA" (GLD), der von den US-Gewerkschaften anerkannten Vertretung der deutschen Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Im selben Jahr nehmen ihm die Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft.
  • Paula Kuklinski, geb. Döbel, stirbt.
  • Walther Lehmkuhl tritt in diesem Jahr (oder 1937) in die NSDAP ein, um nicht aus dem Staatsdienst ausscheiden zu müssen, engagiert sich jedoch gleichzeitig in der Widerstandsarbeit.
  • Gailana Lody kommt in Gelsenkirchen zur Welt.
  • Kurz vor der Annexion der Tschecho-Slowakischen Republik durch Deutschland emigriert Franz Osterroth mit seiner Familie nach Schweden; auch hier engagiert er sich neben dem Brotberuf als Fräser in der Arbeiter- und Erwachsenenbildung.
  • Karl Schiller wird Politischer Leiter der NSDAP-Ortsgruppe Klaus Groth in Kiel.
  • Wilhelm Schmehl wird wegen des Verdachts auf "Hochverrat" verhaftet. Man kann ihm jedoch nichts nachweisen.
  • Die Nazis belegen alle jüdischen Ärzte mit Berufsverbot. Otto Spiegel muss seine Praxis als Kinderarzt in Kiel aufgeben, wird in "Schutzhaft" genommen und im KZ Sachsenhausen eingesperrt.
  • Die Nazis beschlagnahmen die letzten Gelder schleswig-holsteinischer Arbeitervereine, von denen sie Widerstand gegen ihre Herrschaft befürchten. Eduard Markowski und seine Familie verstecken die Fahne des Arbeiter-Gesangvereins Kronshagen-Kopperpahl in ihrem Keller.