Ortsverein Bad Bramstedt

Aus SPD Geschichtswerkstatt

Der Ortsverein Bad Bramstedt ist eine Gliederung im Kreisverband Segeberg. Er wurde im Januar 1919 gegründet.[1]

Bürgermeisterwahl 2018

Am 23. September 2018 fand in Bad Bramstedt die turnusgemäße Bürgermeisterwahl statt. Die Mitgliederversammlung des Ortsvereins am 12. Juli 2018 hatte sich einstimmig für die parteilose Verena Jeske aus Seevetal als Kandidatin der SPD ausgesprochen, sich jedoch im Wahlkampf zurückgehalten. Verena Jeske siegte im zweiten Wahlgang mit 58% der abgegebenen Stimmen; schon im ersten hatte sie um 47 Stimmen knapp vor dem Amtsinhaber gelegen. Das Amt trat sie am 1. Februar 2019 an. Ihre ersten größeren Planungen galten der Gewerbeansiedlung sowie der Belebung der Innenstadt, u.a. durch ein Kulturhaus.[2] Sie stammt aus Grimmen/Mecklenburg, war bei der Wahl 39 Jahre alt, verheiratet mit einem Technologie-Unternehmer und hatte zwei Söhne von drei und zehn Jahren. Als Regierungsrätin im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrologie in Hamburg fehlte ihr jedoch der Kontakt mit Menschen. Sie hatte sich im März 2018 bereits in Neustadt/Holstein beworben, allerdings ohne Erfolg.[3]

Entwicklung

OV-Zeitung

Seit 1976 gibt der OV Bad Bramstedt (anfänglich "SPD-Gebietsverband Bad Bramstedt und Umgebung" mit den Orten Bimöhlen, Hitzhusen, Mönkloh und Weddelbrook) die Bürgerzeitung Rund um den Roland heraus, zunächst 3-4 mal im Jahr, später in unregelmäßiger Folge "nach Bedarf". Bis 2021 sind mehr als 80 Ausgaben erschienen. Der Gebietsverband und damit das Verbreitungsgebiet erweiterten sich 1979 um die Orte Borstel, Hagen, Hardebek und Hasenkrug, wo es offenbar einige "entstehende Ortsvereine" gab.[4] In der nächsten Ausgabe waren Wiemersdorf und Fuhlendorf hinzugekommen.[5]

1982 erschien der Roland überhaupt nicht, 1983 nur zweimal und in schlechter Druckqualität: Den verantwortlichen Redakteur Jan-Uwe Schadendorf hatte es beruflich nach Hamburg verschlagen, zudem hatte die Kommunalwahl 1982 die Finanzen des OV stark beansprucht.[6]

Mitglieder

Ende 1979 hatte der Ortsverein, wie in den Jahren vorher, 130 Mitglieder, trotz der Neugründungen Ortsverein Wiemersdorf und Ortsverein Hagen/Borstel (Vorsitzender Eduard Lühr[7]), deren Mitglieder ihm "verloren" gingen.[8] Für 1980 wurde der Ortsverein Hasenkrug/Hardebek als Neugründung angekündigt.[9] Bis dahin gab es in den Orten "Stützpunktleiter", in Hasenkrug etwa Holger Wöhlke.[10]

Vorsitz

OV-Vorsitzender Peter Heinlein (links) und Thomas Müller gratulieren einem jungen Sieger auf dem Sommerfest des OV

Jusos

Die Juso-Ort-AG Bad Bramstedt wurde am 8. Juli 1970 gegründet. Den Gründungsvorsitz übernahm Stefan Mees.[11] Im Oktober 1979 wählte sie einen neuen Vorstand. Ulrich Blöcker wurde von seinem bisherigen Stellvertreter Burkhard Roggatz abgelöst[12], im Jahr darauf übernahm Karin Kallweit den Vorsitz.[13] Aus der Jahresbilanz 1979 und aus dem Zehnjahresbericht 1980 wird deutlich, dass sie sich in erster Linie an Schüler*innen, Schulabgänger*innen und Lehrlinge wandten, mit einer Mischung aus Ortsthemen wie der Gesamtschule und "großer" Politik; Geselligkeit wie das "monatliche Kegeln" durfte nicht fehlen. Sie trafen sich um diese Zeit alle drei Wochen in der Union-Klause[14][15], später alle 14 Tage im Lokal Bosporus.[16]

Geschichte

Der Friedrich-Ebert-Gedenkstein

Der beschädigte Friedrich-Ebert-Gedenkstein im Januar 2021
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll der Gemeinderatssitzung vom 18. April 1946
Die SPD stellte 1997 den Ebert Gedenkstein wieder her

Ende der 1920er Jahre setzten sich Bad Bramstedter Sozialdemokraten für die Errichtung eines Denkmals für den 1925 verstorbenen sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert ein. Obwohl die SPD im Gemeinderat in der Minderheit war, gelang es ihnen, einen entsprechenden Beschluss herbeizuführen. 1931 wurde in der Straße Unter der Lieth 31, unweit vom Haus des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Franz Gustav Schatz, ein Findling als Gedenkstein für Friedrich Ebert aufgestellt. Nach der Machtübernahme der Nazis versuchten in der Nacht vom 22. März auf den 23. März 1933 aufgehetzte junge Nazis, ihn zu zerstören. Später wurde er gestohlen und versenkt. Franz Gustav Schatz gelang es aber noch, die Plakette mit der Inschrift von dem Findling abzunehmen und in Sicherheit zu bringen.[17][18]

Nach Ende der NS-Herrschaft 1945 nahm sich die neue Gemeindevertretung des Denkmals wieder an. Am 16. April 1946 wurde der Beschluß gefasst, dass diejenigen (namentlich genannt), die die Anlage zerstört und den Stein entfernt hatten, einen neuen Stein zu beschaffen und das Denkmal wieder zu errichten hätten. Das erfolgte nach einigem Hin und Her bis zum 31. August 1946. Baumaßnahmen erforderten 15 Jahre später einen neuen Standort für das Denkmal. Im Zuge der Umsetzung mußte die Inschrift erneuert werden; sie wurde um ein Profilbild Friedrich Eberts ergänzt. 1997 wurde die Platte mit Eberts Bildnis entwendet. Der Stiefenkel von Franz Gustav Schatz, der damalige FDP-Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin, setzte eine Belohnung für die Wiederbeschaffung aus - ohne Erfolg. Noch im selben Jahr sorgte der Ortsverein unter Mitwirkung des Bürger- und Verkehrsvereins für Ersatz.[19] 2009 wurde der Ebert-Gedenkstein zurück an den Liethberg gesetzt, in die Nähe seines ersten Aufstellungsortes.[20]

2014 wurde der Ebert-Gedenkstein erneut beschädigt[21], rechtzeitig zum 90. Todestag von Friedrich Ebert im Jahre 2015 aber wieder komplettiert.[22]

Im September 2019 kam es erneut zu einer Beschädigung des Ebert-Gedenkstein. Die Metallplatte mit dem Profil-Bild des ersten Reichspräsidenten wurde gestohlen.[23] 2021 soll der Ebert-Stein ein neues Bildnis von Friedrich Ebert erhalten, diesmal aus Granit, um vor Metalldieben sicher zu sein.[24]

In Schleswig-Holstein stehen in Eutin, Itzehoe Nortorf und Wedel ebenfalls Friedrich-Ebert-Gedenksteine.

Wahlergebnisse

In der Kommunalwahl 1929 errang die SPD drei Sitze und verbesserte sich damit um einen Sitz. Diesen verloren sie in der - schon unter dem Nazi-Terror durchgeführten - Kommunalwahl 1933. Für sie wurden Friedrich Hinz und Genosse Kröger gewählt, konnten ihre Mandate jedoch nicht mehr antreten.[25]

Kommunalwahl 1974: 5 Sitze

Kommunalwahl 1978: 6 Sitze

In der Kommunalwahl 1990 wurde Gudrun Kockmann-Schadendorf in die Stadtvertretung gewählt, 1996 wurde sie Vorsitzende der SPD-Fraktion.

In der Kommunalwahl 2013 errang die SPD 7 der 25 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung.

Seit der Kommunalwahl 2018 hält sie 7 der jetzt 26 Sitze.

Der Arbeiter- und Soldatenrat

Arbeiterrat Bad Bramstedt 1918-19, ohne Carl Jans; rechts Franz Gustav Schatz

Der Bad Bramstedter Arbeiterratwurde im November 1918 gewählt. Anlässlich einer Neuwahl Ende März 1919 zogen zur Hälfte bürgerliche Kandidaten ein, "damit ist die kleine 'Revolution' im Orte schon vorbei".[26]

Literatur & Links

Einzelnachweise

  1. Behn, Einar: SPD in Bad Bramstedt existiert seit 100 Jahren – Erfolg gleich bei der ersten Wahl,
  2. Behn, Einar: Jeske: "Fühle mich warm aufgenommen", Kieler Nachrichten, 13.5.2019
  3. Behn, Einar: Eine junge Frau will Kütbach entthronen, Kieler Nachrichten, 13.7.2018
  4. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, März 1979, S. 4
  5. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 3/1979, S. 1
  6. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, Februar 1983, S. 1
  7. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 2/1980, S. 4
  8. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 4/1979, S. 1
  9. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 1/1980, S. 3
  10. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 2/1980, S. 6
  11. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 2/1980, S. 4
  12. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 3/1979, S. 3
  13. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 2/1980, S. 4
  14. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 4/1979, S. 4
  15. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 2/1980, S. 4
  16. Rund um den Roland. SPD-Information für Bad Bramstedt, 2/1983, S. 3
  17. Schadendorf, Jan-Uwe: Bad Bramstedt in den Zeiten. Eine bebilderte Wanderung durch die Ortsgeschichte], S. 277
  18. Detaillierter in: Schadendorf, Jan-Uwe: Friedrich Ebert – Geschichte eines Denkmals und das Aufkommen der NSDAP in Bad Bramstedt, 12.11.2004
  19. Schadendorf, Jan-Uwe: Friedrich Ebert – Geschichte eines Denkmals und das Aufkommen der NSDAP in Bad Bramstedt, 12.11.2004
  20. Schadendorf, Jan-Uwe: Friedrich Ebert - Geschichte eines Denkmals. alt-bramstedt.de, November 2004
  21. Kieler Nachrichten, 31.10.2014
  22. Kieler Nachrichten, 1.3.2015
  23. Kieler Nachrichten, 26.9.2019
  24. Information von Jan-Uwe Schadendorf
  25. Schadendorf, Jan-Uwe: Friedrich Ebert – Geschichte eines Denkmals und das Aufkommen der NSDAP in Bad Bramstedt, 12.11.2004
  26. Schadendorf, Jan-Uwe: Bad Bramstedt in den Zeiten. Eine bebilderte Wanderung durch die Ortsgeschichte], S. 31