Bezirksparteitag 1922, Neumünster
Der Bezirksparteitag 1922 der MSPD fand am 15. und 16. Oktober in Neumünster statt. Zu Gast war der Parteivorsitzende Otto Wels.[1]
Themen
Bereits in seiner Begrüßung machte der Bezirksvorsitzende Willy Verdieck deutlich, dass der Parteitag als Einigungsparteitag mit der USPD anzusehen sei.[1] Die hatte auf ihrem Bezirksparteitag im Juli bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. Im September vereinigten sich USPD und MSPD auf dem gemeinsamen Parteitag in Nürnberg zur VSPD, wie sie sich die nächsten zwei Jahre nannte. Nur ein unbedeutender Teil der USPD blieb noch weiter unabhängig.
Im Bericht des Bezirksvorstandes berichtete Willy Verdieck, dass die Mitgliederzahl gefallen und der Frauenanteil in der SPD gesunken sei. Außerdem wirke sich die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage und die Inflation auf Partei und Abonnentenzahl der Parteipresse aus. Zur Linderung der finanziellen Probleme wurde der Mindestbeitrag für die Mitglieder erhöht: Der Eintrittsbeitrag wurde auf 10 Mk. festgesetzt, der Wochenbeitrag auf 8 Mk für Männer, 4 Mk für Frauen; ländlichen Ortsvereinen war freigestellt, 6 Mk. bzw. 3 Mk. zu kassieren. Einigungsmarken für 10 Mk. oder 20 Mk. sollten als Pflichtbeitrag verkauft werden. Die Mitglieder wurden aufgefordert, freiwillig einen doppelten Beitrag zu zahlen.[2]
Um die Ausgaben zu senken, beschloss die Versammlung, Bezirksparteitage und [[Unterbezirkskonferenzen künftig nur noch alle zwei Jahre abzuhalten.[1]
Einstimmig beschloss der Parteitag danach die Einigungsvereinbarung zwischen SPD und USPD: Die Zahl der bisher sechs Beisitzer wurde durch drei USPD-Vertreter ergänzt, die bisher fünfköpfige Kontrollkommission um zwei. Auch in die Pressekommission und die fünf Agitationskommissionen der Unterbezirke sollte je ein Vertreter der USPD zusätzlich entsandt werden.[1]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Neumünster. Der sozialdemokratische Parteitag für Schleswig-Holstein, Lübecker Volksbote, 18.10.1922, S. 5-6
- ↑ Dies war der Beginn der Hyperinflation. In Berlin kostete eine einfache Straßenbahnfahrt ebenfalls 20 Mk., eine Umsteigekarte 30 Mk., wie aus einer Meldung auf derselben Seite des Lübecker Volksboten hervorgeht.
