Martha Damkowski
| Martha Damkowski |
Mathilde Luise Martha Damkowski (geb. Bröker), * 16. März 1911 in Stade, † 11. August 1982 in Hamburg; Verwaltungsleiterin, Frauensekretärin. Mitglied der SPD ab 1946.
Leben & Beruf
Martha Damkowski war die Tochter von Pauline Bröker und Paul Bröker. 1912 zog sie mit ihren Eltern nach Wedel. 1913 wurde ihr Bruder Willy geboren. Von 1917 bis zur Konfirmation Ostern 1925 besuchte sie die Schule in der ABC-Straße. Ihr weiteres Leben lässt sich von ihren politischen Aktivitäten kaum trennen.
Sie war verheiratet mit dem Bautechniker Herbert Otto Damkowski (* 2. Januar 1914 in Hamburg, † 6. September 1944 in Rumänien); das Ehepaar hatte einen Sohn.
Nach der NS-Herrschaft war sie zunächst als SPD-Frauensekretärin, dann bis 1958 als Verwaltungsleiterin der Frauenstrafanstalt Fuhlsbüttel tätig. Sie starb 1982 in Hamburg.
Partei & Politik
Ihre Eltern vermittelten Martha Bröker nicht nur eine sozialdemokratische Weltsicht, sondern durch ihr kommunalpolitisches Engagement auch die praktische Anwendung von Politik.
Die politischen Auseinandersetzungen der späten Weimarer Republik mögen dafür gesorgt haben, dass sie früh über das Engagement ihrer Eltern hinausging. Sie verfolgte ihre politischen Ziele durch die Mitarbeit im Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK). Über ihn erhielt sie ein Stipendium an der Philosophisch-Politischen Akademie in Melsungen, die sie um 1932 mit der Unterstützung eines Gutsbetriebes bei Meiningen/Thüringen beauftragte. Dort erledigte sie die Rechnungsführung, wodurch sie Verwaltung als Beruf für sich entdeckte.
Zugleich agierte sie für den ISK im Untergrund. Dabei wurde sie in Bremen verhaftet und im Dezember 1938 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" vom 2. Senat des Volksgerichtshofes in Berlin zu einem Jahr Haft verurteilt. Sie habe, so der Vorwurf, mit Hilfe ihres Bruders Willy in der Wohnung ihrer Eltern Protestschriften entwickelt und verfasst. Willy Bröker wurde gemeinsam mit Marthas damaligem Verlobten Herbert Damkowski in der "Strafsache gegen Probst-Schmidt und andere wegen Vorbereitung zum Hochverrat" in den Jahren 1938/1939 ebenfalls der Prozess gemacht. Beide wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Pauline Bröker und ihr Mann wurden offenbar, trotz ihrer bekannten linken Einstellung, in die Vorwürfe nicht einbezogen.[1]
Nach Herbert Damkowskis Haftentlassung heirateten er und Martha Bröker Silvester 1940 im Wedeler Rathaus. Beide wohnten zu diesem Zeitpunkt in Rissen, Eckernkamp 35. Als Trauzeugen fungierten Paul Bröker und Herberts Mutter. In ihren Erinnerungen schrieb Martha Damkowski, es sei eine fröhliche Hochzeit gewesen.
Dem Paar blieben wenige gemeinsame Jahre. Herbert Damkowski fand Arbeit bei dem Unternehmen Wayss & Freytag, wurde dann aber an die Front geschickt und starb 1944 in Rumänien.
Martha Damkowski trat nach dem Ende der NS-Herrschaft in die SPD ein, wo sie bis 1952 als Frauensekretärin beschäftigt war.
Von 1946 bis 1953 war sie Mitglied der Hamburger Bürgerschaft
Links
- Stadt Wedel: Bekannte Persönlichkeiten - Martha Damkowski, abgerufen 31.1.2026, auf dem dieser Eintrag beruht, soweit nicht anders angegeben.
Einzelnachweise
- ↑ Heinsohn, Kirsten/Rannegger, Anke: 1875–2000 - 125 Jahre Stadtrechte Wedel: Frauen in der Öffentlichkeit (Hg. Stadt Wedel, Eigendruck, Wedel 2000), S. 13 f.

