Kieler Gewerbeverein: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Kieler Gewerbeverein''' war ein bürgerlicher Bildungsverein, insbesondere für Arbeiter. Er gehörte dem [[1863]] gegründeten [[Vereinstag Deutscher Arbeitervereine]] an, schied jedoch [[1868]] unter Protest gegen das beschlossene politische Programm diesem aus.<ref>''[https://collections.fes.de/historische-presse/periodical/pagetext/214637?query=Volksverein%20Kiel Demokratisches Wochenblatt]'', 26.9.1868, S. 308 f.</ref>
Der '''Kieler Gewerbeverein''' war ein bürgerlicher Bildungsverein, insbesondere für Arbeiter. Er gehörte dem [[1863]] gegründeten [[Vereinstag Deutscher Arbeitervereine]] an, schied jedoch [[1868]] unter Protest gegen das beschlossene politische Programm diesem aus.<ref>''[https://collections.fes.de/historische-presse/periodical/pagetext/214637?query=Volksverein%20Kiel Demokratisches Wochenblatt]'', 26.9.1868, S. 308 f.</ref>


Der Verein wurde von Angehörigen des Bürgertums geführt, die damit das Ziel verfolgten, den Arbeitern zu einer angemessenen Bildung zu verhelfen, damit diese selbst in den gebildeten und besitzenden kleinen Mittelstand aufsteigen konnten. Als Zweck des Vereins wurde angegeben:“ Belehrung der Mitglieder durch Bibliothek, Lesen wissenschaftlicher Blätter und abendliche Zusammenkünfte in dem Conversationszimmer.“
Der Verein wurde von Angehörigen des Bürgertums geführt, die damit das Ziel verfolgten, den Arbeitern zu einer angemessenen Bildung zu verhelfen, damit diese selbst in den gebildeten und besitzenden kleinen Mittelstand aufsteigen konnten. Als Zweck des Vereins wurde angegeben: „Belehrung der Mitglieder durch Bibliothek, Lesen wissenschaftlicher Blätter und abendliche Zusammenkünfte in dem Conversationszimmer.“


Das [https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/image/PPN883931036/355/LOG_0072/ Kieler Adressbuch 1869] führte ihn unter ''Gemeinnützige Anstalten und Institute'' dreimal auf, erstmals auf S. 241, außerdem noch als „Sociale Gesellschaft“ (S. 247) und als Gesangsverein“ (S. 249).
Das [https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/image/PPN883931036/355/LOG_0072/ Kieler Adressbuch 1869] führte ihn unter ''Gemeinnützige Anstalten und Institute'' dreimal auf, erstmals auf S. 241, außerdem noch als „Sociale Gesellschaft“ (S. 247) und als Gesangsverein“ (S. 249).

Version vom 12. April 2025, 11:56 Uhr

Der Kieler Gewerbeverein war ein bürgerlicher Bildungsverein, insbesondere für Arbeiter. Er gehörte dem 1863 gegründeten Vereinstag Deutscher Arbeitervereine an, schied jedoch 1868 unter Protest gegen das beschlossene politische Programm diesem aus.[1]

Der Verein wurde von Angehörigen des Bürgertums geführt, die damit das Ziel verfolgten, den Arbeitern zu einer angemessenen Bildung zu verhelfen, damit diese selbst in den gebildeten und besitzenden kleinen Mittelstand aufsteigen konnten. Als Zweck des Vereins wurde angegeben: „Belehrung der Mitglieder durch Bibliothek, Lesen wissenschaftlicher Blätter und abendliche Zusammenkünfte in dem Conversationszimmer.“

Das Kieler Adressbuch 1869 führte ihn unter Gemeinnützige Anstalten und Institute dreimal auf, erstmals auf S. 241, außerdem noch als „Sociale Gesellschaft“ (S. 247) und als Gesangsverein“ (S. 249).

Er hatte seinen Sitz in der Faulstraße 32 und in der Küterstraße 5, hier unterhielt er auch eine Gewerbeschule mit „vier Klassen, Unterrichtsstunden an jedem Abend und an den Sonntagen: wöchentlich einmal Vorträge. Unterrichtsgegenstände: deutsche Sprache, Rechnen, Freihandzeichnen, Bauzeichnen, Perspective, Geometrie, Stereometrie, Algebra, Physik, Constructionslehre.“

In diesem Verein hielt Carl Georg Allhusen zwischen 1849 und 1854 Vorträge zu frühsozialistischen Ideen von Étienne Cabet und Robert Owen, vermutlich bot er hier auch von ihm übersetzte und publizierte Werke radikaldemokratischer, sozialkritischer und kommunistischer Natur zur Lektüre an.

  1. Demokratisches Wochenblatt, 26.9.1868, S. 308 f.