Edmund Söhnker

Aus SPD Geschichtswerkstatt
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Edmund Söhnker, * 1865? in Wittenberge/Mark Brandenburg, † 1939? in Hamburg. Tischler, Mitarbeiter der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung.

Funktionen

Jugend

"Vater stammte aus Wittenberge in der Mark. Sein Lieblingswunsch, das Abitur zu machen und zu studieren, war ihm nicht erfüllt worden. Als mein Großvater allzufrüh starb, mußte Vater vom Gynmnasium abgehen, denn die paar Mark, die Großmutter dann als Schneiderin verdiente, reichten nur fürs Nötigste.Es folgten schwere Jahre. Vater wurde Tischler. Nach seiner Lehrzeit ist er als Geselle auf die Walze gegangen. Quer durch die deutschen Lande, von Meister zu Meister, immer um Arbeit bittend, selten satt. Bis er schließlich nach Kiel kam, wo er Mutter begegnete und auf der Kaiserlichen Werft Arbeit fand. [...]

Vater hatte schon Jahre vor meiner Geburt seinen Tischlerposten auf der Werft aus politischen Gründen verloren. Beim Bau der "Hohenzollern" war er zuletzt dabeigewesen. [...] Auf dieser kaiserlichen Jacht hatte mein Vater die Geländer poliert. Ich weiß, wie schön, präzis und sauber er gearbeitet hat, denn ich besitze noch heute einige Möbel von seiner Hand. Aber damals auf der Werft zählte nicht allein, wie gut man sein Handwerk beherrschte. Als in der Betriebsleitung bekannt wurde, daß Vater ein "Sozi" war, bekam er seine Papiere.

'Söhnker, es tut uns leid. Nichts gegen Ihre Arbeit, aber ein Mann mit Ihrer Gesinnung hat keinen Platz auf einer kaiserlichen Jacht!' Und schwupp war er draußen. Diese Entlassung war zunächst ein harter Schlag, denn Vater hatte für eine Familie zu sorgen, die sich rasch vergrößerte. Wir waren sechs Kinder."[1]

Weiterer beruflicher Weg

"Vater also war nun Kolporteur, das heißt, er warb Leser und beschaffte Anzeigen für die Schleswig-Holsteinische Volkszeitung und das satirische Blatt Der wahre Jakob. Später wurde er Expedient des Verlags, und schließlich übernahm er als Prokurist die kaufmännische Leitung dieses Unternehmens und wurde Geschäftsführer."[2]

Quellen

<references>

  1. Söhnker, Hans: ... und kein Tag zuviel (Hamburg 1974), S. 13 ff.
  2. Söhnker, Hans: ... und kein Tag zuviel (Hamburg 1974), S. 16