Fritz Fischer

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Fritz Fischer
Fritz Fischer
Fritz Fischer
Geboren: 15. März 1936

Dr. Fritz Fischer, * 15. März 1936 in Uetersen; Volkswirt und Jurist. Mitglied der SPD seit 1968.

Leben & Beruf

Fritz Fischer studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Hamburg, Freiburg und Kiel, wo er 1965 mit der Arbeit Die institutionalisierte Vertretung der Verbände in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft promovierte. Nach Studien am Europakolleg Brügge (Belgien) und an der Indiana University in Blooming (USA) – die er mit einem Master of Laws abschloss – sowie einer Tätigkeit bei der EWG-Kommission in Brüssel trat Fischer nach dem Assesorexamen 1966 in Bonn in das Bundesministerium für Wirtschaft ein. Später wechselte er ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Während dieser Zeit war er enger Mitarbeiter der Minister Karl Schiller (zeitweise als persönlicher Referent[1]) und Helmut Schmidt. Danach assistierte er Willy Brandt, als dieser Vorsitzender der internationalen Nord-Süd-Kommission war.

Auf dieser Grundlage wurde er 1984 zum Exekutivsekretär des Gemeinsamen Entwicklungsausschusses von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington D.C. gewählt und war von 1991 bis 1996 dort deutscher Exekutivdirektor bei der Weltbank. Seine internationale Tätigkeit führte ihn in alle Erdteile und vergrößerte, wie er selbst sagte, seine Sympathie für Schönheit und Kultur der sogenannten Dritten Welt.[1]

2016 organisierte er die Septembertagung des deutschen Chapters der ehemaligen Beschäftigten der Weltbank.[2]

Er hat drei Kinder.[1]

Neben Deutsch und Latein spricht er auch Englisch, Französisch, Flämisch und Schwedisch[1]

Er ist Inhaber des Goldenen Sportabzeichens[1], passionierter Segler[2] und liebt Reisen, besonders Seereisen. Auf einer Kreuzfahrt 2022 unterhielt er die Mitreisenden mit Anekdoten aus seinem Berufsleben[1], was dann wohl dazu führte, dass er diese auch aufschrieb.

"Er berichtet davon, wie er als persönlicher Referent Karl Schillers dereinst in tagelanger Arbeit dafür sorgte, dass sein Minister samt allen anderen Mitreisenden während eines Fluges ein eigentlich nicht vorgesehenes Essen erhielt, was der dann mit den Worten 'Eigentlich habe ich gar keinen Hunger' honorierte. Oder davon, wie Helmut Schmidt in letzter Minute eine vorbereitete und der Presse bereits zugeleitete Rede verwarf, um dann aus dem Stegreif ganz anderes zu erklären – die Journalisten waren alles andere als begeistert. Fischer stellt Schiller, Schmidt und Brandt als Menschen vor – als liebenswerte Menschen, die alle ihre Ecken und Kanten, mit ihm als Referenten aber auch einen Mann an ihrer Seite hatten, der wusste, wie Hürden zu überwinden sind und wie mit Menschen umgegangen werden sollte.
Da sprach beispielsweise dereinst eine Frau im Ministerium vor, die sich als "die echte englische Königin" vorstellte. Fischer ließ Tee servieren und hörte der Dame zu, die alsbald zufrieden den Heimweg antrat. [...] Und so kommt auch noch die Geschichte vom Abendessen in Chile zum Vortrag, als Fischer das gebratene Meerschweinchen ablehnte. Als Ersatz wurde ihm daraufhin gegrille Eidechse angeboten ..."[1]

Partei & Politik

Fritz Fischer trat im Januar 1968 in die SPD ein. Seit seiner Rückkehr nach Schleswig-Holstein gehört er dem Ortsverein Kiel-West/Altstadt im Kreisverband Kiel an.

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Fischers Fritz fesselt seine Zuhörer', 'Welcome Aboard, 11.5.2022, abgerufen 29.3.2025
  2. 2,0 2,1 Geist, Martin: Die Gelassenheit der Weltbürger, Kieler Nachrichten, 5.9.2016