Ortsverein Großhansdorf

Aus SPD Geschichtswerkstatt

Der Ortsverein Großhansdorf, auch Ortsverein Waldgemeinde Großhansdorf, war eine Gliederung im Kreisverband Stormarn. Im März 2018 schloss er sich mit dem Ortsverein Hoisdorf zum Ortsverein Großhansdorf-Hoisdorf zusammen. Der Ortsverein stimmte dem auf seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am 7. März 2018 zu.[1]

Zu den bekannten Mitgliedern des Ortsvereins gehörten Eckart Kuhlwein und Thomas Sauer.

Geschichte

Schon im Herbst 1876 war der Genosse Friedrich Biel zum örtlichen „Agenten des Vorstands“ der SAPD ernannt worden.[2]

Die Ortsgruppe der SPD wurde während des Kaiserreichs gegründet; archivalisch läßt sich eine Führung der SPD in Großhansdorf-Schmalenbeck im Sozialdemokratischen Verein für den Dritten Hamburger Wahlkreis 1910 belegen.[3] Als Distriktleiter werden Carl Barez und Paul Barufe in der Aufstellung genannt. Wahlkampf-Veranstaltungen für die SPD begannen schon nach Aufhebung des „Sozialistengesetzes“.  Am 23. Oktober 1892 referiert der Reichstagsabgeordnete Metzger vor ca. 50 Zuhörer:innen über die neue Militärvorlage im Reichstag.[4]  

Wahlwerbung in Schmalenbeck, 10.06.1898, Hamburger Echo

Organisatorisch gehörte der OV zur Hamburger SPD, fühlte sich aber immer auch den Ortsvereinen im ringsum angrenzenden Schleswig-Holstein verbunden. Man gehörte bei den Reichstagswahlen zum 3. Hamburger Wahlkreis und lernte so Parteiarbeit, Wahlkampf und Resilienz schon während des Kaiserreichs. Ab 1890 wählte man den 3. Abgeordneten für Hamburg und gewann in Großhansdorf-Schmalenbeck durchweg die Mehrheit gegen Freisinnige und Nationalliberale in den Jahren 1890, 1893, 1898, 1903, 1907, 1912 und in der Nachwahl von 1915. Der Wahlkreis-Kandidat für den 1. Wahlkreis Hamburgs hieß jahrelang August Bebel. Groß Hansdorf-Schmalenbecks SPD gehörte zu einem kampferprobten Kollektiv, das die Sozialistengesetze überstanden hatte.

Weimarer Republik

1924/25 gründete der OV zusammen mit der DDP das örtliche Reichsbanner (RB), das zu den Einheiten der anderen Walddörfer (Volksdorf, Berne, Farmsen und Ohlstedt) gehörte. Die Mitgliedschaft war stark sozialdemokratisch orientiert. Ende der 1920er Jahre wandten SPD und RB sich dem Kampf gegen den erstarkenden NS zu, ohne dessen Wachsen verhindern zu können. Bis zum 20. Juni 1933 gehörten zur Gemeindevertretung auch 3 Sozialdemokraten, deren Mitarbeit durch den NS-Innenminister Frick verboten wurde. Es waren die Genossen Carl Barez, Paul Barufe und der SPD-Distrikleiter und RB-Ortvereinsleiter Oswald Zeutschel (23. Nov. 1893 - 29. Jan. 1963). Danach folgten Verbot und Verfolgung. Bis 1937 gehörte der Ort zu Hamburg, so dass der Ortsverein nach Ende der NS-Herrschaft als Teil der SPD Schleswig-Holstein neu gegründet wurde.[5]

Neugründung der Demokratie (1945-1949)

Nach der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland wurde Oswald Zeutschel von den britischen Militärbehörden als ehrenamtlicher Bürgermeister eingesetzt.[6] Vom 10. Dez. 1945 bis zum 24. Sept. 1946 führte er die Gemeindevertretung bis zu den ersten Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein am 15. Sept. 1946.[7]

Arbeitersport

Schon während des Kaiserreichs ist ein Arbeiter-Radfahrer-Verein Groß Hansdorf und Umgegend belegt.

Bannerweihe am 25. Juni 1911.

Im Ortsteil Schmalenbek gab es während der Weimarer Republik einen aktiven Arbeitersportverein.[8][9]

Literatur

Einzelnachweise

  1. SPD Großhansdorf: Jahreshauptversammlung mit Gastreferat, Homepage, 23.2.2018, abgerufen 23.5.2021
  2. Vorwärts, 22.11.1876
  3. StAH, 416-1/1_XIV B k 27, S. 40.
  4. StAH 331-3_V 334 B Band 2.
  5. Klingner, S. 1
  6. W. Wilken: 100 Jahre Gemeindeselbstverwaltung in Großhansdorf. In: Der Waldreiter, Nr.11, November 1972, S. 7.
  7. GAGH, Nr. 41, Nr. 2366.
  8. Klingner, S. 5
  9. Christian Meynerts: Über die Anfänger des Vereinssports in Großhansdorf. In: Der Waldreiter, März 2004, S. 25 f. Dort der schöne Satz: „Mit de Börgerlichen speelt wi nich!“