Bezirk (Ortsverein): Unterschied zwischen den Versionen

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Im Ortsverein Eckernförde gab es z.B. 1912 18 Bezirke, davon 11 in Eckernförde selbst, 6 im angrenzenden Borby und einen Landbezirk.<ref>Vgl. 100 Jahre SPD Eckernförde, S. 21, 1991</ref>
Im Ortsverein Eckernförde gab es z.B. 1912 18 Bezirke, davon 11 in Eckernförde selbst, 6 im angrenzenden Borby und einen Landbezirk.<ref>Vgl. 100 Jahre SPD Eckernförde, S. 21, 1991</ref>


Das [https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19110507/page/10 Hamburger Echo vom 7. Mai 1911] meldete, dass der zukünftige [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Sozialdemokratische Verein Groß-Kiel]] in 7 Distrikte und diese wiederum den praktischen Bedürfnissen entsprechend in Bezirke eingeteilt werden solle.  
Das [https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19110507/page/10 Hamburger Echo vom 7. Mai 1911] meldete, dass der zukünftige [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Sozialdemokratische Verein Groß-Kiel]] in 7 Distrikte und diese wiederum den praktischen Bedürfnissen entsprechend in Bezirke eingeteilt werden solle. Es gab sehr viele Bezirke, belegt ist bspw. der 72. Bezirk für die Hafengegend.<ref>1863-1978. 115 Jahre Sozialdemokratie. Festschrift der Kieler Sozialdemokraten, Kiel 1978, S. 9.</ref>


Als [[1905]] der Zentralverein für den 7. Reichstagswahlkreis (Kiel/Rendsburg/Neumünster) gegründet wurde, wurde in dessen Statut, das grundsätzlich das Prinzip „ein Ort - eine Parteiorganisation“ bekräftigte, festgelegt, dass angehörige Ortsvereine mit mehr als 2000 Mitgliedern Bezirke bilden können.<ref>[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19050405/page/6 Hamburger Echo 5.4.1905, S. 6]</ref>
Als [[1905]] der Zentralverein für den 7. Reichstagswahlkreis (Kiel/Rendsburg/Neumünster) gegründet wurde, wurde in dessen Statut, das grundsätzlich das Prinzip „ein Ort - eine Parteiorganisation“ bekräftigte, festgelegt, dass angehörige Ortsvereine mit mehr als 2000 Mitgliedern Bezirke bilden können.<ref>[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19050405/page/6 Hamburger Echo 5.4.1905, S. 6]</ref>
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Organisationsaufbau der SPD]]
*[[Organisationsaufbau der SPD]]
*[[Vertrauensperson]]


*Achtung Verwechslungsgefahr: [[Bezirk]] = regionale Gliederungsebene unterhalb des Parteivorstands laut Organisationsstatut, in Schleswig-Holstein heute unter dem Namen [[Landesverband]]
*Achtung Verwechslungsgefahr: [[Bezirk]] = regionale Gliederungsebene unterhalb des Parteivorstands laut Organisationsstatut, in Schleswig-Holstein heute unter dem Namen [[Landesverband]]

Aktuelle Version vom 26. März 2026, 09:53 Uhr

Im Kaiserreich und in der Weimarer Republik bildeten Ortsvereine (bzw. in großen Städten deren Distrikte) häufig Bezirke. Diese waren keine Gliederungen im Parteiaufbau, sondern wohl in erster Linie eine Arbeitsstruktur zur Werbung von Mitgliedern, Zeitungsabonnenten und Wählern, teilweise zudem ein zusätzliches Angebot an die Mitglieder zur Versammlung. Die zuständigen Bezirksführer wurden von der Mitgliederversammlung des Ortsvereins bestimmt.

Eduard Adler sagte auf dem Provinzialparteitag 1904, Neumünster über die zukünftige Organisation, dass Kreiswahlvereine geschaffen werden müssten, in denen „die bisherigen Vereine der Orte […] Filialen [werden], in Orten ohne solche werden Bezirks- oder Distriktsleiter mit Zahlstellen für Einzelmitglieder eingerichtet.“[1]

Aus den Bezirksführern entwickelten sich vermutlich die Hauskassierer[2], die bis in die 1970er Jahre insbesondere in mitgliederstarken Ortsvereinen als Unterstützer des Kassierers üblich waren.

Auch die Bezeichnung Agitationsbezirk war bis ins 20. Jahrhundert hinein verbreitet. [3]

Örtliche Beispiele

Im Ortsverein Eckernförde gab es z.B. 1912 18 Bezirke, davon 11 in Eckernförde selbst, 6 im angrenzenden Borby und einen Landbezirk.[4]

Das Hamburger Echo vom 7. Mai 1911 meldete, dass der zukünftige Sozialdemokratische Verein Groß-Kiel in 7 Distrikte und diese wiederum den praktischen Bedürfnissen entsprechend in Bezirke eingeteilt werden solle. Es gab sehr viele Bezirke, belegt ist bspw. der 72. Bezirk für die Hafengegend.[5]

Als 1905 der Zentralverein für den 7. Reichstagswahlkreis (Kiel/Rendsburg/Neumünster) gegründet wurde, wurde in dessen Statut, das grundsätzlich das Prinzip „ein Ort - eine Parteiorganisation“ bekräftigte, festgelegt, dass angehörige Ortsvereine mit mehr als 2000 Mitgliedern Bezirke bilden können.[6]

Der Ortsverein Ottensen hatte 1919 21 Bezirke, die eigene Versammlungen, teils mit Referenten, abhielten.[7]

1909 bestand der Ortsverein Pinneberg aus zehn Bezirken, von denen drei die Stadt selbst und sieben die Umlandgemeinden Rellingen, Halstenbek, Thesdorf, Egenbüttel, Tangstedt, Borstel und Appen betrafen, wobei für die letzten vier Bezirke mangels Wahlvorschlägen keine Bezirksführer bestimmt werden konnten.[8]

Siehe auch


  • Achtung Verwechslungsgefahr: Bezirk = regionale Gliederungsebene unterhalb des Parteivorstands laut Organisationsstatut, in Schleswig-Holstein heute unter dem Namen Landesverband

Einzelnachweise

  1. Hamburger Echo 6.9.1904, S. 6
  2. Siehe das Wandsbeker Beispiel Hamburger Echo 15.2.1919, S.2
  3. Vgl.: Im September 1903 war Schwarzenbeck (sic!) noch ein Agitationsbezirk im Ortsverein Lauenburg, in: Hamburger Echo 15.9.1903, S. 6
  4. Vgl. 100 Jahre SPD Eckernförde, S. 21, 1991
  5. 1863-1978. 115 Jahre Sozialdemokratie. Festschrift der Kieler Sozialdemokraten, Kiel 1978, S. 9.
  6. Hamburger Echo 5.4.1905, S. 6
  7. Hamburger Echo 4.8.1919, S. 3
  8. Hamburger Echo 17.1.1909, S. 6