Gerhard Tackmann: Unterschied zwischen den Versionen

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Gerhard Tackmann schloss die Schule mit dem Abitur ab.<ref>So die Angabe im Landtagsinformationssystem.</ref> Ob er bereits vor [[1933]] Mitglied der SPD war, ist bisher nicht ermittelt, auch keine sonstigen Lebensumstände vor [[1945]].  
Gerhard Tackmann schloss die Schule mit dem Abitur ab.<ref>So die Angabe im Landtagsinformationssystem.</ref> Ob er bereits vor [[1933]] Mitglied der SPD war, ist bisher nicht ermittelt, auch keine sonstigen Lebensumstände vor [[1945]].  


Im 2. Weltkrieg war er als Sachbearbeiter im Forschungsrat des Reichsluftfahrtministeriums dienstverpflichtet und mit der Überwachung des Brief- und Telefonverkehrs sowie ausländischer Rundfunksendungen betraut. Am [[1. Oktober]] [[1940]] trat er der NSdAP bei.<ref>Danker, Uwe/Lehmann-Himmel, S. 108, 111</ref> In seinem Entnazifizierungsverfahren gab er an, erst nach Kriegsende von seiner Parteimitgliedschaft erfahren zu haben.<ref>Dies wird von Danker/Lehmann-Himmel als unglaubwürdig eingeordnet, da für eine Parteimitgliedschaft immer auch die persönliche Unterschrift erforderlich gewesen sei. Sie räumen allerdings ein, dass er möglicherweise auf Grund seiner Tätigkeit unter besonderem Druck zum Beitritt gestanden haben könnte. Vgl. ebd., S. 110 f., Anm. 282</ref> Die Studie ordnet ihn unter den fünf möglichen Kategorien als "systemtragend-karrieristisch" ein.<ref>Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, Anhang II, S. 4. Die anderen vier Kategorien lauten "exponiert/nationalsozialistisch", "ns-sozialisiert", "angepasst-ambivalent" und "oppositionell/gemeinschaftsfremd".</ref>
Im 2. Weltkrieg war er als Sachbearbeiter im Forschungsrat des Reichsluftfahrtministeriums dienstverpflichtet und mit der Überwachung des Brief- und Telefonverkehrs sowie ausländischer Rundfunksendungen betraut. Am [[1. Oktober]] [[1940]] trat er der NSdAP bei.<ref>Danker, Uwe/Lehmann-Himmel, S. 108, 111</ref> In seinem Entnazifizierungsverfahren gab er an, erst nach Kriegsende von seiner Parteimitgliedschaft erfahren zu haben.<ref>Dies wird von Danker/Lehmann-Himmel als unglaubwürdig eingeordnet, da für eine Parteimitgliedschaft immer auch die persönliche Unterschrift erforderlich gewesen sei. Sie räumen allerdings ein, dass er möglicherweise auf Grund seiner Tätigkeit unter besonderem Druck zum Beitritt gestanden haben könnte. Vgl. ebd., S. 110 f., Anm. 282</ref> Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel ordnet ihn unter den fünf möglichen Kategorien als "systemtragend-karrieristisch" ein.<ref>Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, Anhang II, S. 4. Die anderen vier Kategorien lauten "exponiert/nationalsozialistisch", "ns-sozialisiert", "angepasst-ambivalent" und "oppositionell/gemeinschaftsfremd".</ref>


== Partei & Politik ==
== Partei & Politik ==

Version vom 18. Oktober 2017, 00:24 Uhr

Gerhard Tackmann
Gerhard Tackmann
Gerhard Tackmann
Geboren: 21. Oktober 1911
Gestorben: 11. Dezember 1989

Gerhard Tackmann, * 21. Oktober 1911 in Bölkendorf/Kreis Eberswalde (Uckermark), † 11. Dezember 1989 in Malente; Diplom-Kaufmann. Verheiratet, keine Kinder; evangelisch. Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Gerhard Tackmann schloss die Schule mit dem Abitur ab.[1] Ob er bereits vor 1933 Mitglied der SPD war, ist bisher nicht ermittelt, auch keine sonstigen Lebensumstände vor 1945.

Im 2. Weltkrieg war er als Sachbearbeiter im Forschungsrat des Reichsluftfahrtministeriums dienstverpflichtet und mit der Überwachung des Brief- und Telefonverkehrs sowie ausländischer Rundfunksendungen betraut. Am 1. Oktober 1940 trat er der NSdAP bei.[2] In seinem Entnazifizierungsverfahren gab er an, erst nach Kriegsende von seiner Parteimitgliedschaft erfahren zu haben.[3] Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel ordnet ihn unter den fünf möglichen Kategorien als "systemtragend-karrieristisch" ein.[4]

Partei & Politik

Kommunalpolitisch war er zu verschiedenen Zeiten Gemeindevertreter, Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter.

In der Landtagswahl 1947 wurde er direkt gewählt im Wahlkreis 24 (Eutin-Nord) und war aktiv im Finanzausschuss und als Vorsitzender Ausschuss für Flüchtlingswesen. Außerdem nahm er an der 1. Bundesversammlung zur Wahl von Bundespräsident Theodor Heuss am 12. September 1949 teil.

Schon zur Landtagswahl 1950 trat er jedoch nicht wieder an, wohl weil er seit 13. April 1950 Landrat des Kreises Eutin war. Dieses Amt übte er bis zum 4. Juni 1965 aus.[5]

Links

Quellen

  1. So die Angabe im Landtagsinformationssystem.
  2. Danker, Uwe/Lehmann-Himmel, S. 108, 111
  3. Dies wird von Danker/Lehmann-Himmel als unglaubwürdig eingeordnet, da für eine Parteimitgliedschaft immer auch die persönliche Unterschrift erforderlich gewesen sei. Sie räumen allerdings ein, dass er möglicherweise auf Grund seiner Tätigkeit unter besonderem Druck zum Beitritt gestanden haben könnte. Vgl. ebd., S. 110 f., Anm. 282
  4. Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, Anhang II, S. 4. Die anderen vier Kategorien lauten "exponiert/nationalsozialistisch", "ns-sozialisiert", "angepasst-ambivalent" und "oppositionell/gemeinschaftsfremd".
  5. Kreis Ostholstein: Landräte und Kreispräsidenten der früheren Kreise Eutin und Oldenburg und des heutigen Kreises Ostholstein