Linchen Baumann

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Linchen Baumann
Linchen Baumann
Geboren: 21. April 1868
Gestorben: 21. April 1950

Linchen Baumann, * 1868 in Altona, † 1950; Dienstmädchen. Die erste Frau im Vorstand der SPD Schleswig-Holstein.[1]

Leben & Beruf

Linchen Baumann wuchs in Ottensen auf, das erst 1889 nach Altona eingemeindet wurde. Sie arbeitete, wie so viele Mädchen ihrer Generation, nach ihrer Schulzeit als Dienstmädchen und war später mit dem Sozialdemokraten Ernst Baumann verheiratet.[2]

Unterschrift von Linchen Baumann, 1910
Unterschrift von Linchen Baumann, 1910

Partei & Politik

Ab 1902 war sie Vertrauensfrau der Altonaer SPD, ab 1908 nahm sie diese Funktion für die ganze Provinz Schleswig-Holstein wahr.[3] (Nach der Vereinsrechtsreform von 1908 konnten sich Frauen endlich offiziell politisch betätigen und Mitglieder in Parteien werden.)

Sie gehörte zu den Delegierten des SPD-Parteitages 1905 in Jena[4], wo sie anlässlich der Diskussion über die Erziehungsfrage den Parteitag um Unterstützung für Die Gleichheit bat.[5]

Als der Bezirksparteitag 1909 beschloss, dass mindestens eine Frau Beisitzerin im Bezirksvorstand sein müsse, wurde sie die erste Frau in diesem Gremium.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Osterroth, Franz: 100 Jahre Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein. Ein geschichtlicher Überblick (Kiel o. J. [1963]), Seite 49
  2. Kühne, Tobias: "Willst du arm und unfrei bleiben?" Louise Zietz (1865-1922) (Berlin 2015)
  3. Kühne, Tobias: "Willst du arm und unfrei bleiben?" Louise Zietz (1865-1922) (Berlin 2015)
  4. Dowe, Dieter (Hg.): Register zum Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Jena vom 17. bis 23. September 1905 (Nachdruck Bonn 1981), ISBN 3-8012-2516-X, S. III
  5. Dowe, Dieter (Hg.): Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Jena vom 17. bis 23. September 1905 (Nachdruck Bonn 1981), ISBN 3-8012-2516-X, S. 279