Renate Schnack

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Renate Schnack
Renate Schnack
Geboren: 14. Dezember 1953

Renate Schnack, geb. 1953 in Wenningstedt/Sylt, verheiratet, zwei Söhne, zwei Enkelkinder. Lehramtsstudium. Mitglied der SPD seit 1986.

Parteiämter

  • Von 1991 bis 1997 Mitglied im Landesvorstand der SPD Schleswig-Holstein, von 1993 - 1995 im geschäftsführenden Vorstand.
  • Mitglied im Kreisvorstand, zeitweise stv. Kreisvorsitzende. Bis heute Schriftführerin im SPD OV Braderup.

Kommunalpolitik

  • 1986 bis 1998 Gemeinde- und Kreispolitikerin in Nordfriesland
  • 1994-1998 Kreispräsidentin - in Nordfriesland die erste Frau und erste Sozialdemokratin in diesem Amt
  • 1997-1998 Deutsche Gründungsvorsitzende der deutsch-dänischen Grenzregion Schleswig-Sønderjylland

Landesregierung

  • 2000-2005 Beauftragte der Ministerpräsidentin Heide Simonis in Angelegenheiten nationaler Minderheiten und Volksgruppen, Grenzlandarbeit und Niederdeutsch, kurz: Minderheitenbeauftragte.
  • 2012-2017 Beauftragte des Ministerpräsidenten Torsten Albig in Angelegenheiten nationaler Minderheiten Volksgruppen, Grenzlandarbeit und Niederdeutsch

Minderheitenbeauftragte

Hauptartikel: Minderheitenpolitik

Mit Renate Schnack benennt Ministerpräsidentin Heide Simonis 2000 erstmals eine Minderheitenbeauftragte (vorher: "Grenzlandbeauftragter"). Renate Schnack setzt insgesamt 10 Jahre lang die erfolgreiche Arbeit der beiden früheren Grenzlandbeauftragten - Kurt Hamer und Kurt Schulz - fort und nimmt, wie bereits ihre beiden Vorgänger, diese Aufgabe ehrenamtlich war.

Es gelingt ihr in jeder ihrer Amtszeiten, die Schleswig-holsteinische Politik für und mit Minderheiten in die europäische Menschenrechts- und Friedenspolitik einzuarbeiten. Sie inspiriert und unterstützt nachhaltig die internationale Arbeit der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEN und YEN).

Mit politischem Gespür und großer Integrationskraft führt Renate Schnack Organisationen der Minderheiten und die relevanten und grenzüberschreitend arbeitenden Institutionen 2004 zu einem DialogForumNorden (DFN) zusammen, dessen Vorsitz seitdem die Minderheitenbeauftragten innehaben. Um das einzigartige minderheiten- und sprachpolitische Profil des Landes Schleswig-Holstein zu sichern und auszubauen, prägt und forciert sie in ihrer zweiten Amtszeit die Arbeit am "Handlungsplan Sprachenpolitik", mit dem Schleswig-Holstein als erstes Bundesland eine eigenständige Sprachenpolitik für die Regional- und Minderheitensprachen entwickelt und umsetzt.

Renate Schnack: "Ich sehe in der Verschiedenheit von Kulturen einen großen Zugewinn, besonders, wenn verlässliche Schutz- und Fördermaßnahmen gewährleistet sind. Es geht nicht darum, Unterschiede anzugleichen. Mehrsprachigkeit und Kenntnisse über die Lebensart anderer Menschen tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Sie inspirieren wirtschaftliche und soziale Entwicklungen, und das regional, national und international."

Persönliches

Als Bewohnerin des deutsch-dänischen Grenzlandes mit frühem Interesse an Minderheitenfragen spricht Renate Schnack Dänisch, versteht auch Plattdeutsch und Friesisch. In ihren öffentlichen Funktionen und Tätigkeiten setzt sie sich erfolgreich für eine Atmosphäre des Respekts und des Dialogs auf Augenhöhe zwischen Angehörigen nationaler Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung ein. Sie gibt entscheidende Impulse für die Minderheitenpolitik des Landes und hat auch auf der Ebene des Bundes und in europäischen Zusammenhängen erfolgreich für Lösungen für die berechtigten Anliegen autochthoner Minderheiten und Sprachgruppen geworben.

Sonstiges

  • 2009 und 2017 Wahlfrau in der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten.
  • Seit 1990 Mitglied der Arbeiterwohlfahrt AWO in Schleswig-Holstein

Renate Schnack ist Mit-Initiatorin eines Sinti-Projekts in Schleswig-Holstein, das neue wohn- und minderheitenpolitische Standards in Deutschland und Europa setzt und sich an Sinti-Familien richtet.

  • 2003 Gründungsmitglied der Wohnungsgenossenschaft für Sinti eG MARO TEMM ( Unser Land )
  • 2005 - 2018 Mitglied des Vorstands der MARO TEMM eG
  • 2008 Konzeption eines minderheitenpolitischen Pilotprojekts in einem Kieler Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf.
  • 2009 - 2013 Mentorin und externe Leitung des Modellvorhabens "MARO TEMM -Kulturbewahrung und Integration" in der Siedlung MARO TEMM
  • 2017 Konzeptentwicklung "Tikno Kher" ( ein kleines Haus für unsere Kinder) in der Wohnsiedlung MARO TEMM

Ehrungen

  • 2005 erhält sie die Goldene Ehrennadel des Nordfriesischen Vereins
  • 2007 wird sie für ihr Engagement in der Minderheitenpolitik geehrt mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
  • 2016 hat der Dänische Grenzverein /Grænseforeningen. Kopenhagen, die Minderheitenbeauftragte Renate Schnack als erste Deutsche aus der Mehrheitsbevölkerung mit seinem dotierten Kulturpreis für ihr Wirken ausgezeichnet.
  • 2016 überreicht der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Schleswig-Holstein, Renate Schnack die Auszeichnung "Meilenstein".

Stimmen

Heide Simonis: "Meiner 'Außenministerin' wünsche ich alles Gute und weiterhin eine sichere Hand und ein gutes Gespür für die Probleme der Minderheiten." (Kiel, 2003) Ralf Stegner: "In ihr haben unsere Minderheiten im Lande und die deutschen Nordschleswiger eine hervorragende Anwältin." (Kiel, 13.9.2013) Torsten Albig: "Mit Sachverstand, Leidenschaft und Hartnäckigkeit haben Sie sich für die Belange der Minderheiten und Volksgruppen auf Bundesebene und in verschiedenen internationalen Gremien engagiert. Es war für mich immer ein gutes Gefühl, Sie an meiner Seite zu wissen." (Kiel, 21.6.2017)

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Publikationen des European Centre for Minority Issues (ECMI), des Instituts für Schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte und des dänischen Instituts for grænseregionsforskning, der Region Schleswig/Sønderjylland, in der Reihe der GRENZFRIEDENSHEFTE, der Zeitschrift Nordfriesland und dem Jahrbuch "Zwischen Eider und Wiedau".

Quellen