August Roßburg: Unterschied zwischen den Versionen
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'''August Heinrich Roßburg''' * [[1. Mai]] [[1881]] in Neustadt in Holstein, † [[19. Januar]] [[1945]] im KZ Neuengamme; Müller, Lagerist. Mitglied der SPD seit [[1905]].<ref>Basis für dieses Eintrag sind der [https://ris.stadt-neustadt.eu/bi/___tmp/tmp/45081036/2hRW7khlZ7fqaa7I8U3tSOoPn0OeFF2k4j3b4Jsi/AZUlrEeh/19-Anlagen/01/20230223AntragGedenktafelRossburg.pdf Antrag für die Gedenktafel in der Stadtverordentenversammlung Neustadt in Holstein] und das [https://www.der-reporter.de/timeline/neustadt/neustadt-in-holstein/artikel/interview-mit-wilhelm-lange-schuelerreporter-besuchten-stolperstein Interview mit Wilhelm Lange] von der Geschichtswerkstatt Neustadt in Holstein.</ref> | |||
== Leben & Beruf == | |||
August Roßburg wurde [[1881]] in Neustadt in Holstein geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Müllers und gründete später im damaligen Gartenweg (heute Waschgrabenallee) eine kleine Räucherei, die er zusammen mit seiner Familie betrieb. Ab [[1924]] war er als Müller für die Firma J.H. Petersen tätig, bevor er [[1942]] zur Marineausrüstungsstelle Neustadt als Lagervorarbeiter wechselte. | |||
August Roßburg wurde [[1881]] in Neustadt in Holstein geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Müllers und gründete später | |||
== Partei & Politik == | |||
August Roßburg trat [[1905]] der SPD bei und engagierte sich zunehmend politisch. [[1919]] kandidierte er für den Neustädter Stadtrat, erhielt jedoch zunächst kein Mandat. [[1920]] rückte er über die Liste nach und diente bis [[1924]] als Stadtverordneter. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten [[1933]] wurde die SPD verboten, und August Roßburg zog sich weitgehend aus der aktiven Politik zurück. | August Roßburg trat [[1905]] der SPD bei und engagierte sich zunehmend politisch. [[1919]] kandidierte er für den Neustädter Stadtrat, erhielt jedoch zunächst kein Mandat. [[1920]] rückte er über die Liste nach und diente bis [[1924]] als Stadtverordneter. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten [[1933]] wurde die SPD verboten, und August Roßburg zog sich weitgehend aus der aktiven Politik zurück. | ||
Die [[Aktion Gewitter]] war eine großangelegte reichsweite Verhaftungswelle der Gestapo im August [[1944]], mit der ehemalige sozialdemokratische und kommunistische Funktionäre als potenzielle politische Gegner präventiv aus dem Verkehr gezogen werden sollten. Die Verhaftungsliste der Neustädter Oppositionellen wurde unter Mitwirkung von Stadtinspektor Reichert und Neustädter Polizeibeamten erstellt. August Roßburg wurde verhaftet, ebenso wie [[Berta Friedrichsen]] und [[Karl Baade]]. Alle wurden in das KZ Neuengamme deportiert. | |||
In Neuengamme litt August Roßburg unter den extremen Haftbedingungen, die schließlich zu seinem Tod führten. Trotz mehrfacher Eingaben seiner Familie und seines Arbeitgebers wurde er nicht entlassen. Am [[19. Januar]] [[1945]] starb er offiziell an einer Darmerkrankung, eine Diagnose, die häufig für die unter den unmenschlichen Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern Verstorbenen verwendet wurde. | |||
== Ehrungen == | == Ehrungen == | ||
Am [[2. März]] [[2012]] wurde auf Initiative der Geschichtswerkstatt Neustadt in Holstein ein [[Stolperstein]] vor August Roßburgs letztem Wohnsitz in der Waschgrabenallee 1 verlegt. Diese Verlegung wurde vom Kölner Künstler Gunter Demnig im Beisein von Stadtvertretern und Angehörigen durchgeführt. | Am [[2. März]] [[2012]] wurde auf Initiative der Geschichtswerkstatt Neustadt in Holstein ein [[Stolperstein]] vor August Roßburgs letztem Wohnsitz in der Waschgrabenallee 1 verlegt. Diese Verlegung wurde vom Kölner Künstler Gunter Demnig im Beisein von Stadtvertretern und Angehörigen durchgeführt. | ||
Zu Erinnerung an das Schicksal August Roßburgs und sein | Zu Erinnerung an das Schicksal August Roßburgs und sein Engagement als Stadtverordneter soll auf Antrag der SPD-Fraktion im Neustädter Rathaus eine Gedenktafel angebracht werden.<ref>[https://ris.stadt-neustadt.eu/bi/vo020.asp?VOLFDNR=3739 VO/2975/23]</ref> | ||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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Aktuelle Version vom 27. April 2025, 22:35 Uhr
| August Roßburg |
August Heinrich Roßburg * 1. Mai 1881 in Neustadt in Holstein, † 19. Januar 1945 im KZ Neuengamme; Müller, Lagerist. Mitglied der SPD seit 1905.[1]
Leben & Beruf
August Roßburg wurde 1881 in Neustadt in Holstein geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf des Müllers und gründete später im damaligen Gartenweg (heute Waschgrabenallee) eine kleine Räucherei, die er zusammen mit seiner Familie betrieb. Ab 1924 war er als Müller für die Firma J.H. Petersen tätig, bevor er 1942 zur Marineausrüstungsstelle Neustadt als Lagervorarbeiter wechselte.
Partei & Politik
August Roßburg trat 1905 der SPD bei und engagierte sich zunehmend politisch. 1919 kandidierte er für den Neustädter Stadtrat, erhielt jedoch zunächst kein Mandat. 1920 rückte er über die Liste nach und diente bis 1924 als Stadtverordneter. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die SPD verboten, und August Roßburg zog sich weitgehend aus der aktiven Politik zurück.
Die Aktion Gewitter war eine großangelegte reichsweite Verhaftungswelle der Gestapo im August 1944, mit der ehemalige sozialdemokratische und kommunistische Funktionäre als potenzielle politische Gegner präventiv aus dem Verkehr gezogen werden sollten. Die Verhaftungsliste der Neustädter Oppositionellen wurde unter Mitwirkung von Stadtinspektor Reichert und Neustädter Polizeibeamten erstellt. August Roßburg wurde verhaftet, ebenso wie Berta Friedrichsen und Karl Baade. Alle wurden in das KZ Neuengamme deportiert.
In Neuengamme litt August Roßburg unter den extremen Haftbedingungen, die schließlich zu seinem Tod führten. Trotz mehrfacher Eingaben seiner Familie und seines Arbeitgebers wurde er nicht entlassen. Am 19. Januar 1945 starb er offiziell an einer Darmerkrankung, eine Diagnose, die häufig für die unter den unmenschlichen Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern Verstorbenen verwendet wurde.
Ehrungen
Am 2. März 2012 wurde auf Initiative der Geschichtswerkstatt Neustadt in Holstein ein Stolperstein vor August Roßburgs letztem Wohnsitz in der Waschgrabenallee 1 verlegt. Diese Verlegung wurde vom Kölner Künstler Gunter Demnig im Beisein von Stadtvertretern und Angehörigen durchgeführt.
Zu Erinnerung an das Schicksal August Roßburgs und sein Engagement als Stadtverordneter soll auf Antrag der SPD-Fraktion im Neustädter Rathaus eine Gedenktafel angebracht werden.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Basis für dieses Eintrag sind der Antrag für die Gedenktafel in der Stadtverordentenversammlung Neustadt in Holstein und das Interview mit Wilhelm Lange von der Geschichtswerkstatt Neustadt in Holstein.
- ↑ VO/2975/23

