Julius Zehr: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 32: | Zeile 32: | ||
Er lebte mit den Eltern und den beiden jüngeren Brüdern in seinem Elternhaus in Kiel. Er war Mitglied im Jungbanner, der Jugendorganisation des [[Reichsbanner]]s.<ref>[https://www.akens.org/akens/texte/info/06/Anfrage_SPD.pdf Große Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag], Datum nicht ermittelt, verm. [[1985]]</ref> Zum Zeitpunkt seiner Ermordung nahm er, weil er arbeitslos war, an einem vom [[Reichsbanner]] organisierten Freiwilligen Arbeitsdienst für gemeinnützige Arbeiten in Flensburg teil und war in der [[Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld]] untergebracht. | Er lebte mit den Eltern und den beiden jüngeren Brüdern in seinem Elternhaus in Kiel. Er war Mitglied im Jungbanner, der Jugendorganisation des [[Reichsbanner]]s.<ref>[https://www.akens.org/akens/texte/info/06/Anfrage_SPD.pdf Große Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag], Datum nicht ermittelt, verm. [[1985]]</ref> Zum Zeitpunkt seiner Ermordung nahm er, weil er arbeitslos war, an einem vom [[Reichsbanner]] organisierten Freiwilligen Arbeitsdienst für gemeinnützige Arbeiten in Flensburg teil und war in der [[Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld]] untergebracht. | ||
Am [[25. Februar]] [[1933]] wurde Julius Zehr von einem Nationalsozialisten in [[Ortsverein Harrislee|Harrisleefeld]] bei Flensburg erschossen. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 21 Jahre alt. Der Vorfall ereignete sich auf dem Weg zu einer SPD-Veranstaltung im [[Gewerkschaftshaus Flensburg|Flensburger Gewerkschaftshaus]], bei der er und andere [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanner]]-Mitglieder mit einem SA-Mann aneinandergerieten. Der Schütze wurde später wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe verurteilt, die jedoch durch eine NS-Amnestie aufgehoben wurde.<ref>Schartl, Matthias: ''[https://www.dein-ads.de/fileadmin/download/pdf_grenzfriedenshefte/1997/grenzfriedenshefte-1-1997.pdf „Nach alledem hat der Beschuldigte in Notwehr gehandelt.“ Der Tod des Julius Zehr am 25. Februar 1933 in Harrisleefeld]'', in: ''Grenzfriedenshefte'' 1 (1997), S. 31. Schartl konnte für seine Arbeit die entsprechende Akte im Landesarchiv einsehen, seine Angabe dürfte also zuverlässig sein.</ref><ref>Den 26.2. als Todestag nennt in einer reinen Aufzählung: Nissen, Hans Christian: ''[http://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_03/Demokratische_Geschichte_Band_03_Essay36.pdf#page=19 1933–1945: Widerstand, Verfolgung, Emigration, Anpassung]''. In: ''Demokratische Geschichte'', Band 3(1988), S. 493</ref> | Am [[25. Februar]] [[1933]] wurde Julius Zehr von einem Nationalsozialisten in [[Ortsverein Harrislee|Harrisleefeld]] bei Flensburg erschossen. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 21 Jahre alt. Der Vorfall ereignete sich auf dem Weg zu einer SPD-Veranstaltung zur [[Reichstagswahl 1933|Reichstagswahl]] im [[Gewerkschaftshaus Flensburg|Flensburger Gewerkschaftshaus]], bei der er und andere [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanner]]-Mitglieder mit einem SA-Mann aneinandergerieten. Der Schütze wurde später wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe verurteilt, die jedoch durch eine NS-Amnestie aufgehoben wurde.<ref>Schartl, Matthias: ''[https://www.dein-ads.de/fileadmin/download/pdf_grenzfriedenshefte/1997/grenzfriedenshefte-1-1997.pdf „Nach alledem hat der Beschuldigte in Notwehr gehandelt.“ Der Tod des Julius Zehr am 25. Februar 1933 in Harrisleefeld]'', in: ''Grenzfriedenshefte'' 1 (1997), S. 31. Schartl konnte für seine Arbeit die entsprechende Akte im Landesarchiv einsehen, seine Angabe dürfte also zuverlässig sein.</ref><ref>Den 26.2. als Todestag nennt in einer reinen Aufzählung: Nissen, Hans Christian: ''[http://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_03/Demokratische_Geschichte_Band_03_Essay36.pdf#page=19 1933–1945: Widerstand, Verfolgung, Emigration, Anpassung]''. In: ''Demokratische Geschichte'', Band 3(1988), S. 493</ref> | ||
Seine Beisetzung fand am 1. März 1933 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Kiel statt. Die Trauerrede hielt [[Emil Fuchs]], Theologe und Mitglied des [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanners]]. | Seine Beisetzung fand am 1. März 1933 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Kiel statt. Die Trauerrede hielt [[Emil Fuchs]], Theologe und Mitglied des [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanners]]. | ||
Version vom 7. Juli 2025, 20:57 Uhr
| Julius Zehr |
Julius Zehr, * 12. April 1911 in Kiel[1], † 25. Februar 1933 in Harrisleefeld; Maurer. Mitglied der SPD.
Er lebte mit den Eltern und den beiden jüngeren Brüdern in seinem Elternhaus in Kiel. Er war Mitglied im Jungbanner, der Jugendorganisation des Reichsbanners.[2] Zum Zeitpunkt seiner Ermordung nahm er, weil er arbeitslos war, an einem vom Reichsbanner organisierten Freiwilligen Arbeitsdienst für gemeinnützige Arbeiten in Flensburg teil und war in der Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld untergebracht.
Am 25. Februar 1933 wurde Julius Zehr von einem Nationalsozialisten in Harrisleefeld bei Flensburg erschossen. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 21 Jahre alt. Der Vorfall ereignete sich auf dem Weg zu einer SPD-Veranstaltung zur Reichstagswahl im Flensburger Gewerkschaftshaus, bei der er und andere Reichsbanner-Mitglieder mit einem SA-Mann aneinandergerieten. Der Schütze wurde später wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe verurteilt, die jedoch durch eine NS-Amnestie aufgehoben wurde.[3][4]
Seine Beisetzung fand am 1. März 1933 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Kiel statt. Die Trauerrede hielt Emil Fuchs, Theologe und Mitglied des Reichsbanners.
In der VZ vom 3.10.1957 gab es ein Foto von ihm.
Literatur
- Schartl, Matthias: „Nach alledem hat der Beschuldigte in Notwehr gehandelt.“ Der Tod des Julius Zehr am 25. Februar 1933 in Harrisleefeld, in: Grenzfriedenshefte 1 (1997), S. 31 ff.
Einzelnachweise
- ↑ https://www.reichsbanner-geschichte.de/personen/person/zehr-julius
- ↑ Große Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag, Datum nicht ermittelt, verm. 1985
- ↑ Schartl, Matthias: „Nach alledem hat der Beschuldigte in Notwehr gehandelt.“ Der Tod des Julius Zehr am 25. Februar 1933 in Harrisleefeld, in: Grenzfriedenshefte 1 (1997), S. 31. Schartl konnte für seine Arbeit die entsprechende Akte im Landesarchiv einsehen, seine Angabe dürfte also zuverlässig sein.
- ↑ Den 26.2. als Todestag nennt in einer reinen Aufzählung: Nissen, Hans Christian: 1933–1945: Widerstand, Verfolgung, Emigration, Anpassung. In: Demokratische Geschichte, Band 3(1988), S. 493

