Oskar Fröhlich: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Oskar Bruno Fröhlich''', * ? in ?, † 15. Oktober [[1920]] in Kiel im Alter von 55 Jahren nach kurzer Krankheit<ref>Stadtarchiv Kiel: Standesamt III, Signatur 32, Urkunde 1309. Adressbuch Kiel 1914: Fröhlich, Oskar B., Redakteur, Kronshagener Weg 46.</ref>; Buchdrucker, Redakteur. Mitglied der SPD bzw. der [[SAPD]] wohl seit den 1880er Jahren.  
'''Oskar Bruno Fröhlich''', * [[1865]] oder [[1866]] in ?, † [[15. Oktober]] [[1920]] in Kiel; Buchdrucker, Redakteur. Mitglied der SPD bzw. der [[SAPD]] wohl seit den 1880er Jahren.  


== Leben und Beruf ==
== Leben und Beruf ==
Nach dem Fall des [[Sozialistengesetz|Sozialistengesetzes]] [[1890]] wurde er Redakteur der ''Burgstädter Volksstimme'' und setzte diese Arbeit nach der Verschmelzung mit der ''Chemnitzer Volksstimme'' dort fort.  
Über Oskar Fröhlichs Herkunft und frühes Leben ist bisher nichts ermittelt, außer, dass er Buchdrucker lernte.  


[[1906]] wechselte er in die Redaktion des ''Volksblatt. Sozialdemokratische Tageszeitung für Halle und den Bezirk Merseburg'', [[1908]] dann nach Kiel zur ''[[VZ]]'', zunächst als Provinzredakteuer und später als Lokalredakteur.<ref>Alle biografischen Angaben: [https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19201015AB/page/3 Hamburger Echo 15.10.1920, S. 3]</ref>
Er starb nach vierwöchiger Krankheit<ref name=":1">''[https://library.fes.de/luebeck/pdf/1920/1920-244.pdf Kiel. Genosse Fröhlich gestorben.]'', ''Lübecker Volksbote'', 18.10.1920, S. 3</ref> am [[15. Oktober]] [[1920]] in Kiel im Alter von 55 Jahren.<ref>Stadtarchiv Kiel: Standesamt III, Signatur 32, Urkunde 1309. Adressbuch Kiel 1914: Fröhlich, Oskar B., Redakteur, Kronshagener Weg 46.</ref>


Nach dem Intermezzo in Dithmarschen war er bis zu seinem Tod als Parteisekretär für den 1919 neu geschaffenen 2. Unterbezirk tätig.
== Partei und Politik ==
Oskar Fröhlich trat der [[SAPD]] wohl in den 1880er Jahren bei. Nach dem Fall des [[Sozialistengesetz]]es [[1890]] wurde er Redakteur der ''Burgstädter Volksstimme'' und setzte diese Arbeit nach der Verschmelzung mit der ''Chemnitzer Volksstimme'' dort fort.
 
[[1906]] wechselte er in die Redaktion des ''Volksblattes'', der sozialdemokratischen Tageszeitung für Halle und den Bezirk Merseburg. [[1908]] wurde er bei der ''[[VZ]]'' in Kiel zunächst Provinzredakteuer, später Lokalredakteur.<ref name=":0">''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19201015AB/page/3 Totenliste der Partei]'', ''Hamburger Echo'', 15.10.1920, S. 3</ref>
 
<blockquote>"Nicht weniger als vier Jahre mußte er hinter schwedischen Gardinen verbringen."<ref name=":1" /></blockquote> Dies hing - wie bei so vielen anderen Genossen - vermutlich mit seiner journalistischen Tätigkeit zusammen.


== Partei und Politik ==
Er betätigte sich auch in der Parteiorganisation. Ab dem [[11. Juli]] [[1912]] war er [[Distrikt|Distriktsvorsitzender]] von [[Ortsverein Kiel-Süd|Kiel-Süd]].
Seit dem 11. Juli [[1912]] war er [[Distrikt|Distriktsvorsitzender]] [[Ortsverein Kiel-Süd|Kiel-Süd]].


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Am [[29. April]] [[1915]] wurde er zum Vorsitzenden der [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Kieler SPD]] gewählt.<ref>Paetau, Rainer: ''Konfrontation oder Kooperation. Arbeiterbewegung und bürgerliche Gesellschaft im ländlichen Schleswig-Holstein und in der Industriestadt Kiel zwischen 1900 und 1925'' (Neumünster 1988), S. 514</ref> Dieses Amt konnte er - gegen seinen Willen - jedoch nur ein Jahr ausüben, da er [[1916]] überraschend in [[Ortsverein Kiel-Süd|Kiel-Süd]] nicht wieder gewählt wurde und damit nach den Statuten unweigerlich auch aus dem Groß-Kieler Vorstand ausscheiden musste. Der ''[[Vorwärts]]'', der zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr vom Parteivorstand, sondern von der [[USPD|Minderheit der Partei]] kontrolliert wurde, schrieb, dass er gegen den [[Willi Leopold|Genossen Leopold]] verloren habe, weil er sich "durch seine Geschäftsführung, aber besonders durch sein Verhalten bei den [[Georg Ledebour|Ledebour]]-[[Carl Legien|Legien]]-Versammlungen unmöglich gemacht" habe.<ref>''[https://collections.fes.de/historische-presse/periodical/zoom/107050?query=Groß-Kiel Vorwärts]'', 15.6.1916</ref>  


Er war wohl kurzzeitig nach der [[Kommunalwahl 1919]] [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel - Stadtverordnete|Stadtverordneter in Kiel]].
Er scheint nach der [[Kommunalwahl 1919]] kurzzeitig auch [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel - Stadtverordnete|Stadtverordneter in Kiel]] gewesen zu sein.  


In den Revolutionstagen wurde er zum kommissarischen Landrat von Süder-Dithmarschen ernannt, konnte aber dieses Amt wegen mangelnder sozialistischer Mehrheiten nicht dauerhaft behalten.
In den Revolutionstagen wurde er zunächst zum Beigeordneten, dann zum kommissarischen Landrat von Süder-Dithmarschen ernannt, musste dieses Amt aber wegen der dort "wieder erstarkte[n] Reaktion" aufgeben.<ref name=":0" /> Danach war er bis zu seinem Tod als Parteisekretär für den [[1919]] neu geschaffenen 2. Unterbezirk tätig.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
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[[Kategorie:Kreisverband Kiel|Fröhlich, Oskar]]
[[Kategorie:Kreisverband Kiel]]
[[Kategorie:Ortsverein Kiel-Süd]]

Aktuelle Version vom 21. April 2026, 10:32 Uhr

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Oskar Fröhlich
Geboren: 21. April 1865
Gestorben: 15. Oktober 1920

Oskar Bruno Fröhlich, * 1865 oder 1866 in ?, † 15. Oktober 1920 in Kiel; Buchdrucker, Redakteur. Mitglied der SPD bzw. der SAPD wohl seit den 1880er Jahren.

Leben und Beruf

Über Oskar Fröhlichs Herkunft und frühes Leben ist bisher nichts ermittelt, außer, dass er Buchdrucker lernte.

Er starb nach vierwöchiger Krankheit[1] am 15. Oktober 1920 in Kiel im Alter von 55 Jahren.[2]

Partei und Politik

Oskar Fröhlich trat der SAPD wohl in den 1880er Jahren bei. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes 1890 wurde er Redakteur der Burgstädter Volksstimme und setzte diese Arbeit nach der Verschmelzung mit der Chemnitzer Volksstimme dort fort.

1906 wechselte er in die Redaktion des Volksblattes, der sozialdemokratischen Tageszeitung für Halle und den Bezirk Merseburg. 1908 wurde er bei der VZ in Kiel zunächst Provinzredakteuer, später Lokalredakteur.[3]

"Nicht weniger als vier Jahre mußte er hinter schwedischen Gardinen verbringen."[1]

Dies hing - wie bei so vielen anderen Genossen - vermutlich mit seiner journalistischen Tätigkeit zusammen.

Er betätigte sich auch in der Parteiorganisation. Ab dem 11. Juli 1912 war er Distriktsvorsitzender von Kiel-Süd.

Am 29. April 1915 wurde er zum Vorsitzenden der Kieler SPD gewählt.[4] Dieses Amt konnte er - gegen seinen Willen - jedoch nur ein Jahr ausüben, da er 1916 überraschend in Kiel-Süd nicht wieder gewählt wurde und damit nach den Statuten unweigerlich auch aus dem Groß-Kieler Vorstand ausscheiden musste. Der Vorwärts, der zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr vom Parteivorstand, sondern von der Minderheit der Partei kontrolliert wurde, schrieb, dass er gegen den Genossen Leopold verloren habe, weil er sich "durch seine Geschäftsführung, aber besonders durch sein Verhalten bei den Ledebour-Legien-Versammlungen unmöglich gemacht" habe.[5]

Er scheint nach der Kommunalwahl 1919 kurzzeitig auch Stadtverordneter in Kiel gewesen zu sein.

In den Revolutionstagen wurde er zunächst zum Beigeordneten, dann zum kommissarischen Landrat von Süder-Dithmarschen ernannt, musste dieses Amt aber wegen der dort "wieder erstarkte[n] Reaktion" aufgeben.[3] Danach war er bis zu seinem Tod als Parteisekretär für den 1919 neu geschaffenen 2. Unterbezirk tätig.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kiel. Genosse Fröhlich gestorben., Lübecker Volksbote, 18.10.1920, S. 3
  2. Stadtarchiv Kiel: Standesamt III, Signatur 32, Urkunde 1309. Adressbuch Kiel 1914: Fröhlich, Oskar B., Redakteur, Kronshagener Weg 46.
  3. 3,0 3,1 Totenliste der Partei, Hamburger Echo, 15.10.1920, S. 3
  4. Paetau, Rainer: Konfrontation oder Kooperation. Arbeiterbewegung und bürgerliche Gesellschaft im ländlichen Schleswig-Holstein und in der Industriestadt Kiel zwischen 1900 und 1925 (Neumünster 1988), S. 514
  5. Vorwärts, 15.6.1916