Henry Glissmann

Aus SPD Geschichtswerkstatt

Siehe Wikipedia: Henry Glissmann

  • 3. Februar 1898 vermutlich in Pinneberg; † ?, Verwaltungsbeamter. Mitglied der SPD ab etwa 1946.

Am 24. April 1950 wurde Glissmann, der zuvor als Stadtdirektor tätig gewesen war, zum Bürgermeister Pinnebergs gewählt. Der SPD-Politiker wurde damit erster hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt. Im Februar 1962 erfolgte seine Wiederwahl, Ende Februar 1963 schied er nach vollendetem 65. Lebensjahr aus dem Amt. Nachfolger wurde Hans-Hermann Kath.

In Glissmanns Amtszeit fiel unter anderem die Gründung der Städtepartnerschaft mit Rockville (US-Bundesstaat Maryland) im Jahr 1957 sowie die Eröffnung des Johannes-Brahms-Gymnasiums.

Erst lange nach seinem Tod wurde seine NS-Vergangenheit thematisiert.

"Charakteristisch für diese Zeit ist auch die Karriere von Henry Glissmann. Geboren am 3. Februar 1898, trat er als Verwaltungsgehilfe am 15. Juli 1916 in die Pinneberger Stadtverwaltung ein. Nach dem Dienst im Kaiserreich wurde er Beamter der Republik. 1933 übernahm der »nationale« Staat den Verwaltungsoberinspektor.

Sehr bald nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurde Henry Glissmann im Sommer 1941 für geeignet gehalten, am Aufbau einer Nazi-Verwaltung im besetzten Riga, der Hauptstadt Lettlands, mitzuwirken. Er war dort bis 1944 tätig. 1945 wurde der nach Pinneberg zurückgekehrte Henry Glissmann wegen seiner nazistischen Vergangenheit aus dem Dienst entlassen.
Im August 1946 war er aber schon wieder in der Pinneberger Verwaltung im alten Dienstrang als Stadtoberinspektor tätig. Nach der Beförderung zum Stadtamtmann 1948 wurde er am 21. September 1949 Stadtdirektor und damit Chef der Verwaltung. Am 24. April 1950 wurde er zum Bürgermeister von Pinneberg gewählt. Er blieb es bis 1963.

Henry Glissmann steht für personelle Kontinuität vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zu Hitler, von der britischen Besatzungsmacht bis zur Bundesrepublik."[1]

  1. Kadach, Hildegard / Schlichting, Dieter: Drei Leben gegen die Diktatur. Die Pinneberger Nazigegner Heinrich Geick, Heinrich Boschen und Wilhelm Schmitt (Pinneberg 1988), S. 96 f.