Karl Schiller: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Dr. Karl''' August Fritz '''Schiller''', * [[24. April]] [[1911]] in Breslau; † [[26. Dezember]] [[1994]] in Hamburg; Wirtschaftswissenschaftler. Zweimal verheiratet, vier Kinder. Mitglied der SPD von [[1945]] bis [[1972]] und wieder ab [[1980]].
Dr. '''Karl''' August Fritz '''Schiller''', * [[24. April]] [[1911]] in Breslau; † [[26. Dezember]] [[1994]] in Hamburg; Wirtschaftswissenschaftler. Mitglied der SPD von [[1945]] bis [[1972]] und wieder ab [[1980]].


== Leben ==
==Leben & Beruf==
Schiller wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter Maria in [[Kiel]] auf<ref>Matthias Hochstätter: ''[http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh06/510331297.pdf Karl Schiller - eine wirtschaftspolitische Biografie]'' (Dissertation, Hannover 2006), S. 9</ref> und machte sein Abitur an der Hebbelschule. [[1931]] begann er in Kiel Volkswirtschaft und Jura zu studieren. Nach Stationen in Frankfurt/M. und Berlin schloss er sein Studium [[1935]] in Heidelberg mit einem Diplom in Volkswirtschaft und einer Promotion ab.  
Karl Schiller wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter Maria in [[Kreisverband Kiel|Kiel]] auf<ref>Hochstätter, Matthias: ''[http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh06/510331297.pdf Karl Schiller - eine wirtschaftspolitische Biografie]'' (Dissertation, Hannover 2006), S. 9</ref> und machte sein Abitur dort an der Hebbelschule. [[1931]] begann er in Kiel Volkswirtschaft und Jura zu studieren. Nach Stationen in Frankfurt/M. und Berlin schloss er sein Studium [[1935]] in Heidelberg mit einem Diplom in Volkswirtschaft und einer Promotion ab.  


Ab Juni [[1933]] gehörte er der SA an, dann auch weiteren NS-Organisationen. Am [[1. Mai]] [[1937]] trat er der NSDAP bei, in der er [[1938]] Politischer Leiter der Kieler Ortsgruppe ''Klaus Groth'' wurde.<ref>[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Schiller Wikipedia, Stand 17.6.2014]]</ref> Von 1935 bis [[1941]] leitete er am damals nationalsozialistisch dominierten Institut für Weltwirtschaft in Kiel eine Forschungsgruppe. Dort habilitierte er sich auch [[1939]]. [[1941]] meldete er sich, obwohl u.k. ("unabkömmlich") gestellt, zur Wehrmacht, oder seine u.k.-Stellung endete.<ref>Die Spiegel-Artikel [http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45702332.html ''Jetzt komme ich'', DER SPIEGEL, 14.4.1969] und [http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45522510.html ''Der Regenmacher'', DER SPIEGEL, 9.1.1967] geben unterschiedliche Darstellungen.</ref>
Ab Juni [[1933]] gehörte er der SA an, dann auch weiteren NS-Organisationen. Am [[1. Mai]] [[1937]] trat er der NSDAP bei, in der er [[1938]] Politischer Leiter der Kieler Ortsgruppe ''Klaus Groth'' wurde.<ref>{{Wikipedia}}, abgerufen 17.6.2014</ref> Von [[1935]] bis [[1941]] leitete er am damals nationalsozialistisch dominierten [[Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW)|Institut für Weltwirtschaft]] in Kiel eine Forschungsgruppe. Dort habilitierte er sich auch [[1939]]. [[1941]] meldete er sich, obwohl u.k. ("unabkömmlich") gestellt, zur Wehrmacht, oder seine u.k.-Stellung endete.<ref>Die Spiegel-Artikel [http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45702332.html ''Jetzt komme ich'', DER SPIEGEL, 14.4.1969] und [http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45522510.html ''Der Regenmacher'', DER SPIEGEL, 9.1.1967] geben unterschiedliche Darstellungen.</ref>


In die SPD holte Schiller [[1945]] [[Walther Lehmkuhl]], der ihn [[1932]] in einem sozialdemokratischen Studienkreis an der Universität Frankfurt/M. kennengelernt hatte.<ref>[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45522510.html ''Der Regenmacher'', Der Spiegel 3, 9.1.1967]</ref> Schiller wird maßgeblicher Anteil daran zugeschrieben, dass die Partei sich von der marxistischen Wirtschaftslehre hin zu der marktwirtschaftlichen Betrachtung wandte, die sich dann im Godesberger Programm ausdrückte.<ref>Matthias Hochstätter: ''[http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh06/510331297.pdf Karl Schiller - eine wirtschaftspolitische Biografie]'' (Dissertation, Hannover 2006), S. 7</ref> Damit ebnete sie sich den Weg zur Volkspartei.
Karl Schiller war zweimal verheiratet; seinen Ehen entstammten insgesamt vier Kinder.  


Nach der NS-Zeit verlegte Schiller seinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg.
Nach der NS-Zeit verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg.


== Bundestag ==
== Partei & Politik ==
In die SPD wurde Karl Schiller [[1945]] von [[Walther Lehmkuhl]] geholt, der ihn [[1932]] in einem sozialdemokratischen Studienkreis an der Universität Frankfurt/M. kennengelernt hatte.<ref>[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45522510.html ''Der Regenmacher'', DER SPIEGEL, 9.1.1967]</ref> Schiller wird maßgeblicher Anteil daran zugeschrieben, dass die Partei sich von der marxistischen Wirtschaftslehre hin zu der marktwirtschaftlichen Betrachtung wandte, die sich dann im Godesberger Programm ausdrückte.<ref>Hochstätter, Matthias: ''[http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh06/510331297.pdf Karl Schiller - eine wirtschaftspolitische Biografie]'' (Dissertation, Hannover 2006), S. 7</ref> Damit ebnete sie sich den Weg zur Volkspartei.
 
===Bundestag===
*[[1965]]-[[1972]] - Bundestagsabgeordneter, 1965-[[1966]] auch stellv. Fraktionsvorsitzender
*[[1965]]-[[1972]] - Bundestagsabgeordneter, 1965-[[1966]] auch stellv. Fraktionsvorsitzender


== Bundesregierung ==
===Bundesregierung===
*[[1966]]-[[1972]] Bundesminister für Wirtschaft, ab [[1971]] auch Bundesminister der Finanzen
*[[1966]]-[[1972]] Bundesminister für Wirtschaft, ab [[1971]] auch Bundesminister der Finanzen


== Ehrungen ==
==Ehrungen==
*[[1989]] erhielt Schiller die [https://www.ifw-kiel.de/das-ifw/preise-und-auszeichnungen/bernhard-harms-medaille Bernhard-Harms-Medaille] des Instituts für Weltwirtschaft.
Eine Zusammenstellung der Ehrungen von Karl Schiller ist auf ''Wikipedia'' zu finden; in Schleswig-Holstein erhielt er [[1989]] die [https://www.ifw-kiel.de/das-ifw/preise-und-auszeichnungen/bernhard-harms-medaille Bernhard-Harms-Medaille] des [[Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW)|Instituts für Weltwirtschaft]].


== Quellen ==
== Links ==
* {{Wikipedia}}
 
==Einzelnachweise==
<references />
<references />


 
[[Kategorie:Ex-NSDAP-Mitglied]]
[[Kategorie:Ex-NSDAP-Mitglied|Schiller, Karl]]

Aktuelle Version vom 25. Januar 2026, 00:24 Uhr

Karl Schiller
Karl Schiller
Karl Schiller
Geboren: 24. April 1911
Gestorben: 26. Dezember 1994

Dr. Karl August Fritz Schiller, * 24. April 1911 in Breslau; † 26. Dezember 1994 in Hamburg; Wirtschaftswissenschaftler. Mitglied der SPD von 1945 bis 1972 und wieder ab 1980.

Leben & Beruf

Karl Schiller wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter Maria in Kiel auf[1] und machte sein Abitur dort an der Hebbelschule. 1931 begann er in Kiel Volkswirtschaft und Jura zu studieren. Nach Stationen in Frankfurt/M. und Berlin schloss er sein Studium 1935 in Heidelberg mit einem Diplom in Volkswirtschaft und einer Promotion ab.

Ab Juni 1933 gehörte er der SA an, dann auch weiteren NS-Organisationen. Am 1. Mai 1937 trat er der NSDAP bei, in der er 1938 Politischer Leiter der Kieler Ortsgruppe Klaus Groth wurde.[2] Von 1935 bis 1941 leitete er am damals nationalsozialistisch dominierten Institut für Weltwirtschaft in Kiel eine Forschungsgruppe. Dort habilitierte er sich auch 1939. 1941 meldete er sich, obwohl u.k. ("unabkömmlich") gestellt, zur Wehrmacht, oder seine u.k.-Stellung endete.[3]

Karl Schiller war zweimal verheiratet; seinen Ehen entstammten insgesamt vier Kinder.

Nach der NS-Zeit verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg.

Partei & Politik

In die SPD wurde Karl Schiller 1945 von Walther Lehmkuhl geholt, der ihn 1932 in einem sozialdemokratischen Studienkreis an der Universität Frankfurt/M. kennengelernt hatte.[4] Schiller wird maßgeblicher Anteil daran zugeschrieben, dass die Partei sich von der marxistischen Wirtschaftslehre hin zu der marktwirtschaftlichen Betrachtung wandte, die sich dann im Godesberger Programm ausdrückte.[5] Damit ebnete sie sich den Weg zur Volkspartei.

Bundestag

  • 1965-1972 - Bundestagsabgeordneter, 1965-1966 auch stellv. Fraktionsvorsitzender

Bundesregierung

  • 1966-1972 Bundesminister für Wirtschaft, ab 1971 auch Bundesminister der Finanzen

Ehrungen

Eine Zusammenstellung der Ehrungen von Karl Schiller ist auf Wikipedia zu finden; in Schleswig-Holstein erhielt er 1989 die Bernhard-Harms-Medaille des Instituts für Weltwirtschaft.

Links

Einzelnachweise

  1. Hochstätter, Matthias: Karl Schiller - eine wirtschaftspolitische Biografie (Dissertation, Hannover 2006), S. 9
  2. Wikipedia: Karl Schiller, abgerufen 17.6.2014
  3. Die Spiegel-Artikel Jetzt komme ich, DER SPIEGEL, 14.4.1969 und Der Regenmacher, DER SPIEGEL, 9.1.1967 geben unterschiedliche Darstellungen.
  4. Der Regenmacher, DER SPIEGEL, 9.1.1967
  5. Hochstätter, Matthias: Karl Schiller - eine wirtschaftspolitische Biografie (Dissertation, Hannover 2006), S. 7