1937

Aus SPD Geschichtswerkstatt

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren unter die Millionengrenze. Die Rüstungsindustrie wird ausgebaut, die Hetze gegen Juden und andere als "volksfremd" Deklarierte verschärft, der Krieg im Geheimen vorbereitet.

Der Spanische Bürgerkrieg geht weiter und bietet Deutschland Gelegenheit, durch den Einsatz der Legion Condor seine Luftwaffe zu erproben.

Die Sudetendeutsche Minderheit in der Tschechoslowakei bittet Hitler um Unterstützung bei der Verstärkung des Minderheitenschutzes; hieraus entwickelt sich die Sudetenkrise.

In der Sowjetunion fordern Stalins "Säuberungen" und Schauprozesse hunderttausende Tote. Unter anderen wird die gesamte Armeeführung hingerichtet, das Militär damit "geköpft". Die Folgen zeigen sich im 2. Weltkrieg. Auch Deutschstämmige, die seit Generationen als Kolonisten im Land leben oder neu gekommen sind, um die sozialistische Idee zu unterstützen, fallen dem pauschalen Vorwurf der Spionage zum Opfer.

Mitte des Jahres beginnt der 2. Japanisch-Chinesische Krieg, im Dezember die Belagerung von Nanking, die in ein monatelanges Massaker mit unfassbaren Grausamkeiten an der chinesischen Zivilbevölkerung mündet.

Januar

  • Hans Schröder, Emil Bandholz und andere werden wegen "fortgesetzter Vorbereitung zum Hochverrat und Vergehens gegen das Gesetz zur Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933" zu langen Zuchthausstrafen verurteilt.

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

  • 2. Oktober - Richard Grune wird nach Ablauf seiner Haftstrafe sofort in "Schutzhaft" im KZ Sachsenhausen genommen, wo er als Homosexueller zu einer der am geringsten geachteten und daher gefährdetsten Gruppen gehört, aber durch Freunde aus der Arbeiterbewegung, darunter Karl Ratz, einen gewisse Schutz erfährt.
  • 17. Oktober - Hans-Peter Bull kommt in Lübben/Spreewald zur Welt.

November

Dezember

Nicht datiert

  • Hans Adam wird in Kiel mit einer Dissertation in der Atomphysik zum Dr. rer. nat. promoviert.
  • Alfred Ahrens wird als Verwaltungsinspektor in Schwedeneck, Krs. Eckernförde, wieder in den Staatsdienst übernommen.
  • Die Nazis entziehen Willy Busch in diesem Jahr (oder 1938) die deutsche Staatsbürgerschaft und lassen ihn im dänischen Exil bespitzeln.
  • Willi Engel findet bei den Kieler Stadtwerken Arbeit als Schlosser.
  • Richard Hansen wird von den Nazis ausgebürgert.
  • Albert Johanns vom OV Travemünde wird - möglicherweise als Folge einer Denunziation - verhaftet und an die Front geschickt, vermutlich im Strafbataillon 999.
  • Hermann Klingenberg macht sich als Fabrikant mit einer Fußmattenweberei selbstständig.
  • Walther Lehmkuhl und Joachim von der Lieth treten dieses Jahr (oder 1938) der NSDAP bei.
  • Gustav Schatz legt seine Meisterprüfung als Buchdrucker ab.
  • Hans Schwichtenberg findet Arbeit als Revolverdreher in der Rüstungsindustrie.
  • Das "Groß-Schleswig-Holsteinische Sondergericht" nimmt seine Arbeit auf; dort werden nationalsozialistische Sondergesetze von Juristen angewendet, die zum Teil nach dem 2. Weltkrieg "entnazifiziert" werden und wieder als Juristen in Schleswig-Holstein wirken.