Willi Engel

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Willi Engel
Willi Engel
Geboren: 17. Juni 1907
Gestorben: 11. Dezember 1966

Willi Engel, * 17. Juni 1907 in Magdeburg , † 11. Dezember 1966 in Kiel; Schlosser, Betriebsratsvorsitzender. Verheiratet, vier Kinder. Mitglied der SPD verm. seit 1925.

Leben & Beruf

Willi Engel wurde in Magdeburg in eine sozialdemokratische Familie geboren. Unter seinen mindestens vier Geschwistern war Otto Engel. Seine Mutter Ida überlebte ihn.[1]

Nach einer Schlosserlehre ging er gemeinsam mit seinem Bruder Otto auf Wanderschaft, die ihn - allein - bis nach Amerika führte. Nach zwei Jahren kehrte er nach Magdeburg zurück, folgte aber 1930 seinem Bruder nach Kiel. Dort heiratete er 1932 seine Frau Marianne, geb. Holze; das Ehepaar hatte vier Kinder.

Ob er zunächst woanders Arbeit fand, ist nicht ermittelt; 1933 war er jedenfalls bei der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung beschäftigt, verlor diese Stelle aber nach der Machtübernahme der Nazis.

NS-Diktatur

Wiederum zusammen mit Bruder Otto Engel betrieb er einen Zeitungskiosk im Schlossgarten, bis dieser 1936 von der Polizei endgültig geschlossen wurde. Willi Engel hatte jedoch Glück und wurde ab 1937 bei den Kieler Stadtwerken als Schlosser beschäftigt.[2] Wie sein Bruder scheint er der Einberufung zur Wehrmacht entgangen zu sein. Möglicherweise war seine Arbeit als kriegswichtig eingestuft, vielleicht lag der Grund auch in seiner - aus Sicht der Nazis - politischen Unzuverlässigkeit.

Neuanfang

Willi Engel blieb bei den Stadtwerken und wurde dort 1945 Betriebsratsvorsitzender. Er engagierte sich im Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung und wurde 1952 als ehrenamtliches Mitglied in den Hauptvorstand der ÖTV gewählt. 1958 übernahm er auch den Vorsitz der ÖTV-Ortsverwaltung Kiel.

Im Dezember 1965 wählte ihn die Kieler Ratsversammlung als Vertreter der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Stadtwerke Kiel AG. In diese Funktion wählte ihn die Belegschaft später auch bei der Dachgesellschaft Versorgung und Verkehr Kiel GmbH.

"Mit Umsicht und menschlichem Kontakt hat er sich stets für das Wohl seiner Kollegen eingesetzt und mit großem Verständnis für die Belange der städtischen Unternehmen gewirkt."[3]

Das Ehepaar Engel wohnte zuletzt in der Virchowstraße 16 in Kiel. Dort starb Willi Engel mit 59 Jahren unerwartet an einem Schlaganfall.[4]

Partei & Politik

Willi Engel gehörte "seit frühesten Jugendjahren der Sozialistischen Arbeiterjugend an".[5] Wie sein Bruder trat er vermutlich mit 18 Jahren, d.h. 1925, in die SPD ein. Die Traueranzeige der SPD bezeichnet ihn als "langjähriges Vorstandsmitglied des Distrikts West"[6], nennt aber keinen Zeitraum. Auf die Weimarer Republik kann sich dies kaum beziehen, dafür war die Zeit zwischen 1930 und dem Januar 1933 zu kurz. Es kämen nur die Jahre 1957 (oder 1958) bis zu seinem Tod oder die Jahre ab 1945 in Frage, für die keine Informationen zum Vorstand des Ortsvereins West vorliegen. Dass in der Anzeige die zu dieser Zeit bereits veraltete Bezeichnung "Distrikt" verwendet wird, weist darauf hin, dass er den Vorsitz gleich nach der Wiedergründung übernahm; für wie lange, lässt sich bisher nicht sagen.

Darüber hinaus sind kommunal- oder anderweitige politische Aktivitäten von Willi Engel bisher nicht dokumentiert. Er widmete sich offenbar seiner - ja auch sehr politischen - Arbeit im Betriebsrat und im Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung. In der Traueranzeige heißt es: "Er hat sich im wahrsten Sinne des Wortes für seine Mitmenschen aufgeopfert und verzehrt."[7]

Literatur & Links

  • Nachrufe in VZ und Kieler Nachrichten, 13.12.1966
  • Traueranzeigen der Familie, der SPD und der Stadtwerke Kiel, VZ, 13.12.1966

Quellen

  1. Vgl. Traueranzeige der Familie, VZ, 13.12.1966
  2. Vgl. Traueranzeige der Stadtwerke, VZ, 13.12.1966
  3. Traueranzeige der Stadtwerke Kiel, Kieler Nachrichten, 13.12.1966
  4. Nachruf, Kieler Nachrichten, 13.12.1966
  5. Nachruf, VZ, 13.12.1966
  6. Traueranzeige der SPD, VZ, 13.12.1966
  7. Traueranzeige der SPD, VZ, 13.12.1966