Heinrich Sellmann: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach der Volksschule | Nach der Volksschule arbeitete Heinrich Sellmann auf dem Bau als Eisenflechter, Zementfacharbeiter und Hilfspolier. Er bildete sich an der Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin, an der DGB-Bundesschule und über Kurse an der Volkshochschule weiter. Danach wechselte er als hauptamtlicher Sekretär zur Gewerkschaft - zu welcher, ist nicht ermittelt. Nach seiner Vorbildung kommen vor allem der Baugewerksbund oder der Deutsche Metallarbeiter-Verband (DMV) in Frage. | ||
Heinrich Sellmann war verheiratet | Heinrich Sellmann war verheiratet, das Ehepaar hatte zwei Kinder. Er muss nach [[1954]] nach Elmshorn umgezogen sein, wo er zur Zeit seines Todes in der Kirchenstraße 31 gemeldet war. Er starb jedoch in Pinneberg<ref>[[:Datei:Rechenschaftsbericht 1959-1960.pdf|Rechenschaftsbericht 1959-1960]]</ref>, wahrscheinlich im dortigen Kreiskrankenhaus. | ||
== Partei & Politik == | == Partei & Politik == | ||
Bereits seit [[1928]] gehörte Heinrich Sellmann der [[Ortsverein Pinneberg|Pinneberger]] Stadtvertretung an. Erst [[1931]] trat er mit 32 Jahren in die SPD ein und wurde zum 2. Vorsitzenden des [[Kreisverband Pinneberg|Kreisvereins Pinneberg]] gewählt. Beides blieb er, bis im Juni [[1933]] die Nazis die SPD verboten. Es gibt Hinweise, dass er danach zumindest von einer Haussuchung betroffen war, denn ein "Sellmann, H." aus Pinneberg befand sich auf einer [[Arbeitskreis der ehemals verfolgten und inhaftierten Sozialdemokraten (AvS)#Schleswig-Holstein|Liste]] in einem Schreiben der "Deutschen Arbeitsfront" vom [[29. Juni]] [[1933]] an die Reichshauptbank und die Provinzialanstalten. Mit ihm versucht sie als "Verwalterin" des Parteivermögens, Konten von Sozialdemokraten zu sperren, die verdächtigt wurden, Parteigelder zu "verstecken". | Bereits seit [[1928]] gehörte Heinrich Sellmann der [[Ortsverein Pinneberg|Pinneberger]] Stadtvertretung an. Erst [[1931]] trat er mit 32 Jahren in die SPD ein und wurde zum 2. Vorsitzenden des [[Kreisverband Pinneberg|Kreisvereins Pinneberg]] gewählt. Beides blieb er, bis im Juni [[1933]] die Nazis die SPD verboten. Es gibt Hinweise, dass er danach zumindest von einer Haussuchung betroffen war, denn ein "Sellmann, H." aus Pinneberg befand sich auf einer [[Arbeitskreis der ehemals verfolgten und inhaftierten Sozialdemokraten (AvS)#Schleswig-Holstein|Liste]] in einem Schreiben der "Deutschen Arbeitsfront" vom [[29. Juni]] [[1933]] an die Reichshauptbank und die Provinzialanstalten. Mit ihm versucht sie als "Verwalterin" des Parteivermögens, Konten von Sozialdemokraten zu sperren, die verdächtigt wurden, Parteigelder zu "verstecken". | ||
Nach der NS- | Nach der NS-Herrschaft Heinrich Sellmann er von [[1946]] bis [[1952]] Stadtrat in [[Ortsverein Pinneberg|Pinneberg]] sowie Kreistagsabgeordneter und Kreisausschussmitglied des [[Kreisverband Pinneberg|Kreises Pinneberg]]. [[1950]] wählte ihn der Kreistag auf zwei Jahre zum Kreispräsidenten. | ||
Er übernahm den Vorsitz des Verwaltungsausschusses beim Arbeitsamt [[Ortsverein Elmshorn|Elmshorn]] und der Vertreterversammlung des Landesverbandes der Ortskrankenkassen Schleswig-Holstein, war Vorstandsmitglied der Allgemeinen Krankenkasse Pinneberg, gehörte dem Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Kleinsiedlungsgesellschaft Pinneberg an und war Mitglied der Kreiswohnungsbaugesellschaft Pinneberg. | Er übernahm den Vorsitz des Verwaltungsausschusses beim Arbeitsamt [[Ortsverein Elmshorn|Elmshorn]] und der Vertreterversammlung des Landesverbandes der Ortskrankenkassen Schleswig-Holstein, war Vorstandsmitglied der Allgemeinen Krankenkasse Pinneberg, gehörte dem Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Kleinsiedlungsgesellschaft Pinneberg an und war Mitglied der Kreiswohnungsbaugesellschaft Pinneberg. | ||
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Am [[19. August]] [[1952]] rückte Heinrich Sellmann in den Landtag nach<ref>Für wen, ist noch nicht ermittelt.</ref>. Bei der [[Landtagswahl 1954]] gewann er direkt den Wahlkreis 20 (Pinneberg-Ost), bei der [[Landtagswahl 1958]] den Wahlkreis 18 (Elmshorn). Er war aktiv im Agrar-, im Wirtschafts- und im Eingabenausschuss sowie im Ausschuss für Arbeit (später Arbeit und Aufbau). | Am [[19. August]] [[1952]] rückte Heinrich Sellmann in den Landtag nach<ref>Für wen, ist noch nicht ermittelt.</ref>. Bei der [[Landtagswahl 1954]] gewann er direkt den Wahlkreis 20 (Pinneberg-Ost), bei der [[Landtagswahl 1958]] den Wahlkreis 18 (Elmshorn). Er war aktiv im Agrar-, im Wirtschafts- und im Eingabenausschuss sowie im Ausschuss für Arbeit (später Arbeit und Aufbau). | ||
Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel stuft ihn unter den fünf möglichen Kategorien als " | Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel stuft ihn unter den fünf möglichen Kategorien als "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'"<ref>Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 173. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend-karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".</ref> und darin als "Protagonisten Arbeiterbewegung" ein.<ref>Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung ist eine Akte im Landesarchiv (Abt. 460.9, Nr. 261).</ref> | ||
Nach seinem Tod rückte [[Paul Preuß]] für ihn in den Landtag nach. | Nach seinem Tod rückte [[Paul Preuß]] für ihn in den Landtag nach. | ||
== Literatur & Links == | == Literatur & Links == | ||
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*[[Uwe Danker|Danker, Uwe]] / Lehmann-Himmel, Sebastian: ''[http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4400/drucksache-18-4464.pdf Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive nach 1945 - Drucksache 18/1144 (neu)]'' | *[[Uwe Danker|Danker, Uwe]] / Lehmann-Himmel, Sebastian: ''[http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4400/drucksache-18-4464.pdf Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive nach 1945 - Drucksache 18/1144 (neu)]'' | ||
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Version vom 12. Februar 2025, 01:06 Uhr
| Heinrich Sellmann |
Heinrich Sellmann, * 15. Mai 1899 in Halstenbek; † 10. Dezember 1959 in Pinneberg; Eisenflechter, Gewerkschaftssekretär. SPD-Mitglied seit 1931.
Leben & Beruf
Nach der Volksschule arbeitete Heinrich Sellmann auf dem Bau als Eisenflechter, Zementfacharbeiter und Hilfspolier. Er bildete sich an der Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin, an der DGB-Bundesschule und über Kurse an der Volkshochschule weiter. Danach wechselte er als hauptamtlicher Sekretär zur Gewerkschaft - zu welcher, ist nicht ermittelt. Nach seiner Vorbildung kommen vor allem der Baugewerksbund oder der Deutsche Metallarbeiter-Verband (DMV) in Frage.
Heinrich Sellmann war verheiratet, das Ehepaar hatte zwei Kinder. Er muss nach 1954 nach Elmshorn umgezogen sein, wo er zur Zeit seines Todes in der Kirchenstraße 31 gemeldet war. Er starb jedoch in Pinneberg[1], wahrscheinlich im dortigen Kreiskrankenhaus.
Partei & Politik
Bereits seit 1928 gehörte Heinrich Sellmann der Pinneberger Stadtvertretung an. Erst 1931 trat er mit 32 Jahren in die SPD ein und wurde zum 2. Vorsitzenden des Kreisvereins Pinneberg gewählt. Beides blieb er, bis im Juni 1933 die Nazis die SPD verboten. Es gibt Hinweise, dass er danach zumindest von einer Haussuchung betroffen war, denn ein "Sellmann, H." aus Pinneberg befand sich auf einer Liste in einem Schreiben der "Deutschen Arbeitsfront" vom 29. Juni 1933 an die Reichshauptbank und die Provinzialanstalten. Mit ihm versucht sie als "Verwalterin" des Parteivermögens, Konten von Sozialdemokraten zu sperren, die verdächtigt wurden, Parteigelder zu "verstecken".
Nach der NS-Herrschaft Heinrich Sellmann er von 1946 bis 1952 Stadtrat in Pinneberg sowie Kreistagsabgeordneter und Kreisausschussmitglied des Kreises Pinneberg. 1950 wählte ihn der Kreistag auf zwei Jahre zum Kreispräsidenten.
Er übernahm den Vorsitz des Verwaltungsausschusses beim Arbeitsamt Elmshorn und der Vertreterversammlung des Landesverbandes der Ortskrankenkassen Schleswig-Holstein, war Vorstandsmitglied der Allgemeinen Krankenkasse Pinneberg, gehörte dem Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Kleinsiedlungsgesellschaft Pinneberg an und war Mitglied der Kreiswohnungsbaugesellschaft Pinneberg.
Landtag
Am 19. August 1952 rückte Heinrich Sellmann in den Landtag nach[2]. Bei der Landtagswahl 1954 gewann er direkt den Wahlkreis 20 (Pinneberg-Ost), bei der Landtagswahl 1958 den Wahlkreis 18 (Elmshorn). Er war aktiv im Agrar-, im Wirtschafts- und im Eingabenausschuss sowie im Ausschuss für Arbeit (später Arbeit und Aufbau).
Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel stuft ihn unter den fünf möglichen Kategorien als "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'"[3] und darin als "Protagonisten Arbeiterbewegung" ein.[4]
Nach seinem Tod rückte Paul Preuß für ihn in den Landtag nach.
Literatur & Links
- Landtagsinformationssystem: Heinrich Sellmann
- Wikipedia: Heinrich Sellmann
- Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive nach 1945 - Drucksache 18/1144 (neu)
Einzelnachweise
- ↑ Rechenschaftsbericht 1959-1960
- ↑ Für wen, ist noch nicht ermittelt.
- ↑ Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 173. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend-karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".
- ↑ Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung ist eine Akte im Landesarchiv (Abt. 460.9, Nr. 261).

