Jürgen Busack
| Jürgen Busack |
Jürgen Busack, * 29. Oktober 1935 in Bremen, † 28. Mai 2022 in Lübeck; Lehrer und Landtagsabgeordneter. Mitglied der SPD von 1957 bis 1999.
Leben und Beruf
Seine Familie muss vor oder kurz nach Kriegsbeginn 1939 nach Ostholstein gezogen sein, denn er besuchte die Grundschule in Malente, das Gymnasium in Eutin und Bad Oldesloe und legte 1956 sein Abitur ab. Von 1956 bis 1958 studierte er an der Pädagogischen Hochschule Flensburg und legte die erste Prüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen ab. Ab 1958 war er zunächst außerplanmäßiger Lehrer, dann bis 1971 Lehrer bzw. Oberlehrer an der Lübecker Lauerholz-Volksschule.
1958 wurde er Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Von 1959 bis 1964 war er Mitglied des Kreisvorstandes der GEW und von 1962 bis 1964 Vorsitzender des Ausschusses junger Lehrer und Erzieher. Bis 1966 gehörte er dem Landesvorstand der GEW an.
Aufgrund des Gesetzes über die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat war er von 1971 bis 1979 als Oberlehrer im Ruhestand.
Er war Mitglied des Landesvorstandes der Europa-Union, der Humanistischen Union, des Deutschen Freidenkerverbandes, von amnesty international, der Arbeiterwohlfahrt, des Arbeitersamariterbundes, des Vereins für Rechtsfürsorge e. V. in Lübeck, des Touristenvereins Die Naturfreunde und der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule.
Jürgen Busack war verheiratet, das Ehepaar hatte einen Sohn. Er starb 2022 im Alter von 86 Jahren in Lübeck.
Partei und Politik
Seit 1957 Mitglied der SPD, gehörte er dem Kreisvorstand der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten an, bis 1965 als stellvertretender Vorsitzender. Von 1965 bis 1977 war er (mit Unterbrechung) Mitglied im Kreisvorstand der Lübecker SPD, 1971 als Kreisvorsitzender. Er trat im Oktober 1971 vorzeitig von seinem Amt zurück, offenbar wegen Problemen, die er in der Zusammenarbeit des Kreisvorstandes sah.
"Busack erklärte, die Entwicklung in der jüngsten Zeit habe ihn in der Befürchtung bestärkt, [...] mit der Aufgabe der politischen Führung im gegenwärtigen Kreisvorstand überfordert zu sein. Er fügte hinzu, daß er nicht bereit sei, eine Politik des fortwährenden personenbezogenen Konfliktes und der fortlaufend gesuchten wechselseitigen Konfrontationen mitzumachen."[1]
Trotzdem ließ er sich 1973 erneut in den Kreisvorstand wählen.
Von 1969 bis 1975 und wieder ab 1977 war er Mitglied im Landesvorstand, bis 1972 Vorsitzender des Bildungspolitischen Beirats und zeitweise Mitglied im Außenpolitischen Beirat beim Landesvorstand.
Von 1971 bis 1973 und wieder ab 1977 gehörte er auch dem Parteirat an.
1999 trat er aus Protest gegen die "deutsche Beteiligung an dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien"[2] aus der SPD aus.
Landtag
Er war Mitglied des Landtages für den Wahlkreis 38 (Lübeck-Nord) von der Landtagswahl 1967 bis zum Ende der 9. Wahlperiode (1983). Er war aktiv als europapolitischer Sprecher seiner Fraktion, im Innen-, im Volksbildungs- und im Rechtsausschuss, zuletzt auch im Ausschuss für Kultur, Jugend und Sport, im Sonderausschuss "Anhörung der Jugend" sowie den Untersuchungsausschüssen "Internatsschule Wentorf" und "Gerisch". Stellvertretend gehörte er dem Finanz-, Eingaben-, Agrar- und dem Ausschuss für die Wahrung der Rechte der Volksvertretung sowie den Untersuchungsausschüssen "Fehmarn" und "Matthiesen" an.
Veröffentlichungen
Er veröffentlichte bildungspolitische und andere Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen und Büchern.
Ehrungen
Auf öffentliche Ehrungen verzichtete er.[3]
Weblinks
- Landtagsinformationssystem: Jürgen Busack
- Wikipedia: Jürgen Busack

