Rosa Wallbaum: Unterschied zwischen den Versionen

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Die [[Juso 22]] leitete Rosa Wallbaum als Nachfolgerin von [[Albert Witte]] bis zur Auflösung ca. [[2003]]. Vorsitzende des "[[Allgemeiner Bestattungsverein|Allgemeinen Bestattungsvereins]]", einer aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Sterbeversicherung, war sie von [[2000]] bis [[2010]].
Die [[Juso 22]] leitete Rosa Wallbaum als Nachfolgerin von [[Albert Witte]] bis zur Auflösung ca. [[2003]]. Vorsitzende des "[[Allgemeiner Bestattungsverein|Allgemeinen Bestattungsvereins]]", einer aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Sterbeversicherung, war sie von [[2000]] bis [[2010]].
In den letzten 20 Jahren ihres Lebens verfolgte sie die Politik und das Verhalten ihrer Partei häufig mit Unverständnis. Dem SPIEGEL musste sie für den Niedergang der Partei einmal als Kronzeugin dienen.<ref>Jürgen Leinemann: ''[http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/9230001 Die ewigen Rebellen]'', DER SPIEGEL, 46/1995, wo sie nicht ganz korrekt als "Rosa Wallbauer" genannt ist.</ref> Sie lehnte jedoch immer ab, die SPD zu verlassen; dazu sei sie in ihr zu verwurzelt.<ref>Rosa Wallbaum in vielen Gesprächen mit der Herausgeberin ihrer Lebensgeschichte, [[Susanne Kalweit]].</ref>


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==
[[Datei:Malente_4.jpg|200px|thumb|left|Gedenktisch in Malente mit Karl-Rickers-Preis, 2 SPD-Mitgliedsbüchern, Bundesverdienstkreuz und Lebenserinnerungen]]
[[Datei:Malente_4.jpg|200px|thumb|left|Gedenktisch in Malente mit Karl-Rickers-Preis, 2 SPD-Mitgliedsbüchern, Bundesverdienstkreuz und Lebenserinnerungen]]
Rosa Wallbaum erhielt [[1997]] das Bundesverdienstkreuz am Bande, [[2000]] den ersten [[Karl Rickers|Karl-Rickers-Preis]], den der [[Kreisverband Kiel]] verlieh. In der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte wurde [[2008]] die Bibliothek nach ihr benannt.   
Rosa Wallbaum erhielt [[1997]] das Bundesverdienstkreuz am Bande, im September [[2000]] den ersten [[Karl Rickers|Karl-Rickers-Preis]], den der [[Kreisverband Kiel]] verlieh. In der [[Gustav-Heinemann-Bildungsstätte]] wurde am [[14. September]] [[2009]] die Bibliothek nach ihr benannt.   


== Literatur ==
== Literatur ==
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*Rosa Wallbaum: ''Die Gemeinschaft war wichtig'', in: [[Rolf Fischer]] / Doris Hansen: ''EinBlick. Die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Kiel 1945 bis 2005'' (Kiel 2005), S. 37-42  
*Rosa Wallbaum: ''Die Gemeinschaft war wichtig'', in: [[Rolf Fischer]] / Doris Hansen: ''EinBlick. Die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Kiel 1945 bis 2005'' (Kiel 2005), S. 37-42  


== Quellen ==
<references />


[[Kategorie:Kreisverband Kiel|Wallbaum, Rosa]]
[[Kategorie:Kreisverband Kiel|Wallbaum, Rosa]]

Version vom 14. September 2015, 11:55 Uhr

Rosa Wallbaum
Rosa Wallbaum
Rosa Wallbaum
Geboren: 13. Mai 1915
Gestorben: 20. Oktober 2011

Rosa Wallbaum (geb. Obloch), * 13. Mai 1915 in Kiel, † 20. Oktober 2011 in Kiel. Aus sozialdemokratischem Elternhaus; ihren Vornamen erhielt sie, weil ihren Vater 1907 eine Kundgebung mit Rosa Luxemburg in Kiel tief beeindruckt hatte. Beim Kieler "Konsum" erhielt sie eine Ausbildung zur Einzelhandelsverkäuferin.

Sie war Mitglied der Kinderfreunde ab 1924 und der Roten Falken ab 1927, seit ihrer Teilnahme an der Kinderrepublik Seekamp (über die sie in ihren Erinnerungen ausführlich spricht) als Zwölfjährige. 1928 beeindruckte sie bei der Kinderrepublik Estetal der fünfzehnjährige Lübecker Herbert Frahm, später als Willy Brandt Bundeskanzler.

In die SPD trat Rosa Wallbaum 1932 mit 17 Jahren ein. Nach der Zerschlagung des Konsum durch die Nationalsozialisten 1933 war sie zunächst arbeitslos. 1938 heiratete sie den Marinesoldaten Otto Wallbaum, mit dem sie zwei Kinder hatte, Jürgen Wallbaum und seinen Bruder Volker. Ihr Mann fuhr als Unteroffizier auf dem U-Boot U-1020. Das Boot gilt seit Weihnachten 1944 als vermisst.

Politische Tätigkeit

Wiedereintritt in die SPD 1946, zunächst zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten, z. B. Beteiligung an Schulspeisungen, Betreuung von Flüchtlingen in den Kieler Lagern, Beratungsarbeit für den Reichsbund (heute SoVD), Kinderstrandfahrten für die AWO. Kontinuierliche Weiterbildung, u.a. ein fünfwöchiger Aufenthalt in Großbritannien (in der Bildungsstätte Wilton Park Conference Centre und in Coventry) 1951.

Leitung der Frauengruppe Kiel-Hassee ab 1953, Mitglied des Kreisvorstandes ab 1954. Ratsherrin in Kiel für den Wahlkreis Hassee-Vieburg 1955-1974, Bewerbung um ein Landtagsmandat auf der Landesliste 1958 und 1962.

Als Nachfolgerin von Franz Osterroth ab 1963 als hauptamtliche Parteisekretärin für die Frauenarbeit des SPD-Landesverbandes zuständig, 1968 Abordnung als Seminarleiterin zur neu gegründeten Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Malente, 1974 Ende der hauptamtlichen Tätigkeit. Die Leitung von Seminaren, insbesondere für die Gruppe Juso 22, setzte sie noch bis 1995 fort.

Die Juso 22 leitete Rosa Wallbaum als Nachfolgerin von Albert Witte bis zur Auflösung ca. 2003. Vorsitzende des "Allgemeinen Bestattungsvereins", einer aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Sterbeversicherung, war sie von 2000 bis 2010.

In den letzten 20 Jahren ihres Lebens verfolgte sie die Politik und das Verhalten ihrer Partei häufig mit Unverständnis. Dem SPIEGEL musste sie für den Niedergang der Partei einmal als Kronzeugin dienen.[1] Sie lehnte jedoch immer ab, die SPD zu verlassen; dazu sei sie in ihr zu verwurzelt.[2]

Ehrungen

Gedenktisch in Malente mit Karl-Rickers-Preis, 2 SPD-Mitgliedsbüchern, Bundesverdienstkreuz und Lebenserinnerungen

Rosa Wallbaum erhielt 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande, im September 2000 den ersten Karl-Rickers-Preis, den der Kreisverband Kiel verlieh. In der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte wurde am 14. September 2009 die Bibliothek nach ihr benannt.

Literatur

  • Sabine Jebens-Ibs, Sabine / Maria Zachow-Ortmann: Schleswig-Holsteinische Politikerinnen der Nachkriegszeit. Lebensläufe (Kiel 1994)
  • Susanne Kalweit (Hrsg.): Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben (Berlin/Hamburg 2010) ISBN 978-3-86850-644-0
  • Rosa Wallbaum: Die Gemeinschaft war wichtig, in: Rolf Fischer / Doris Hansen: EinBlick. Die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Kiel 1945 bis 2005 (Kiel 2005), S. 37-42

Quellen

  1. Jürgen Leinemann: Die ewigen Rebellen, DER SPIEGEL, 46/1995, wo sie nicht ganz korrekt als "Rosa Wallbauer" genannt ist.
  2. Rosa Wallbaum in vielen Gesprächen mit der Herausgeberin ihrer Lebensgeschichte, Susanne Kalweit.