Bernd Heinemann

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Bernd Heinemann
Bernd Heinemann
Geboren: 25. Februar 1952

Bernd Heinemann, * 25. Februar 1952 in Kiel; Elektromechaniker, Diplom-Sozialpädagoge. Mitglied der SPD ab 1986.

Leben & Beruf

Bernd Heinemann kam in Kiel-Hassee zur Welt und wuchs in der Schauenburger Straße auf, "zwischen Kohlen-Möller und Milchmann Hartz".[1] Er bezeichnet sich selbst als "mittelmäßigen Volksschüler und Sohn armer Eltern"[2]. Nach dem Volksschulabschluss absolvierte er im Marinearsenal zunächst - aus Neigung - eine Lehre als Elektromechaniker, machte seine Prüfung bei Firma Hell und arbeitete einige Zeit auf HDW. Dadurch ergab sich die Beziehung zum Ostufer.[1]

Als Jugendlicher trieb er beim Kieler Turnerbund Leichathletik, mit Erfolgen als 400-m-Läufer, und war zeitweise Jugendwart des Vereins.[1]

Auf dem 2. Bildungsweg, den er nach dem Wehrdienst mit "Kistenschleppen", Taxifahren und Extrawachen an der Universitätsklinik finanzieren musste, erwarb er die Fachhochschulreife.[2] Die Arbeit an der Uni-Klinik lenkte seinen Blick auf einen sozialen Beruf, er studierte Sozialpädagogik. Besonders gern erinnert er sich an die Zeit in einer Wohngemeinschaft in Langwedel, wo ein Mitbewohner, der Medizinstudent Didi, häufiger Besuch von seinem Bruder Herbert bekam; beide trugen den Nachnamen Grönemeyer. Mit anderen Langwedeler Zugereisten, die er beim Einkaufen kennenlernte, spielte er Skat: Loki und Helmut Schmidt.[1]

Nach seinem Abschluss wurde er zunächst Bezirkssozialarbeiter in Rendsburg, ab 1978 dann Stadtjugendpfleger in Nortorf. Dort wurde er auf Alkoholmissbrauch und Suchtprobleme unter Jugendlichen aufmerksam, wechselte 1982 zu einer Rendsburger Suchtberatungsstelle und schließlich zur Landesstelle für Suchtfragen, deren Geschäftsführer er von 1989 bis zur Übernahme seines Landtagsmandats war.

Beate Friedrichs und Bernd Heinemann auf der Wahlhilfeparty nach der Landtagswahl 2012

Er hat drei Kinder und ist in 2. Ehe verheiratet mit Beate Friedrichs-Heinemann. Mit seiner ersten Frau lebte er in der alten Schule von Moorsee; in die Kommunalpolitik führte ihn das Fehlen eines Kita-Platzes für den Erstgeborenen: Um dem abzuhelfen, plante das Ehepaar die Gründung eines Kindergartens und erlebte, welche Kontroversen dies in der Nachbarschaft auslöste. Die Unterstützung durch den SPD-Ortsverein brachte ihn in die SPD.

Er ist oder war unter anderem Mitglied der AWO, der Freiwilligen Feuerwehren Moorsee und Meimersdorf, des Bürgervereins Kiel-Moorsee/Schlüsbek, bei Pädiko e.V., im Förderverein Gaarden, im TUS Gaarden. Für die Kieler AWO beteiligte er sich viele Jahre an der "Weihnachtsfeier für Einsame" im Kulturzentrum Räucherei.

Seit 2010 ist oder war er stellv. Vorsitzender der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein, seit 2017 Schirmherr der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Schleswig-Holstein.

Von Januar bis Oktober 2017 war er übergangsweise gewählter Vorsitzender des Verwaltungsrates der Barmer Krankenkasse in Berlin, die seit ihrer Fusion mit der Deutschen BKK im Januar 2017 die zweitgrößte deutsche Krankenkasse ist. Er gehörte dem Verwaltungsrat davor bereits mehrere Jahre [seit 2007] an.[3]

Partei & Politik

Bernd Heinemann engagierte sich zwischen 1980 und 1984 als Mitglied im Ortsbeirat Meimersdorf/Moorsee. Im Oktober 1986 trat er in die SPD ein und ist seitdem im Kreisverband Kiel aktiv. In der Kommunalwahl 1994 bewarb er sich erfolgreich um ein Mandat in der Kieler Ratsversammlung und blieb Ratsherr, bis er im Oktober 2009 in den Landtag wechselte. Zehn Jahre lang war er stellvertretender Stadtpräsident.

Er engagierte sich im Arbeitskreis SPD und Kirchen und gehörte um 2014 zeitweise dessen Sprecherkreis an.

Im November 2021 wurde er als Beisitzer in den Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) gewählt[4] (oder wiedergewählt, dies ist noch nicht ermittelt).

Auch nach seinem Umzug von Wellsee nach Heikendorf 2020 ist er weiterhin Mitglied im Kreisverband Kiel.

Landtag

In der Landtagswahl 2009 wurde er im Wahlkreis 17 (später 15, später 14, Kiel-Ost) direkt in den Landtag gewählt. Er war aktiv im Sozial- und Richterwahlausschuss, stellvertretend auch im Europa- und Wirtschaftsausschuss, war gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion und gehörte den Fraktionsarbeitskreisen für Arbeit, Soziales, Jugend, Familie und Gesundheit, für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, für Finanzen, Steuern und Haushalt sowie für Wirtschaft, Technologie, Tourismus und Verkehr an.

Für die 18. Wahlperiode 2012-2017 wurde er zum Landtagsvizepräsidenten gewählt.

Am 9. Juli 2016 wurde er zur Landtagswahl 2017 ohne Gegenkandidatur erneut als Kandidat im Wahlkreis 14 (Kiel-Ost) nominiert und holte am 7. Mai 2017 den Wahlkreis wiederum direkt, mit 40,4% der Erststimmen. Seine Schwerpunkte waren Gesundheits- und Bildungspolitik sowie "bezahlbare Wohnungen, Schaffung von Arbeitsplätzen, kulturelle Vielfalt und gute Integration sowie [der] Ausbau der Forschung und Wissenschaft"[2] vor allem auf dem Kieler Ostufer.

Zur Landtagswahl 2022 trat er nicht wieder an. Seine Nachfolgerin im Wahlkreis wurde Serpil Midyatli.

Ehrungen

Am 12. Juni 2022 wurde Bernd Heinemann im Rahmen des Kreisparteitages der Kieler SPD die Schleswig-Holstein-Medaille verliehen.

Videos

Lass mal schnacken (2017)

Links

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Vgl. Offener Kanal Kiel: Lass mal schnacken!: Bernd Heinemann, 9.12.2017 (Folge 143)
  2. 2,0 2,1 2,2 Heinemann will das Ostufer rocken, Kieler Nachrichten, 9.7.2016
  3. Personalien, DER LANDTAG 01/2017, S. 16
  4. Lt. eMail des Landesvorsitzenden Arne Leisner, 25.6.2022