Ortsverein Lägerdorf
Der Ortsverein Lägerdorf ist eine Gliederung im Kreisverband Steinburg. Er wurde wohl bald nach Ende des Sozialistengesetzes gegründet.
Vorsitz
Vorsitzende ist mindestens seit 2024 Manuela Streich, Stellvertreter Norbert Voß[1].
OV-Zeitung
Seit Februar 1977 gibt der OV Lägerdorf die Bürgerzeitung Rund ums Kreideloch heraus. Das gesamte Archiv ist hier zugänglich: RuK – Rund um´s Kreideloch Archiv
Kommunalpolitik
Seit der Kommunalwahl 2023 die SPD die einzige überregionale Partei im Gemeinderat. Sie ist mit 35,1 % und 6 von 19 Sitzen zweite Kraft nach der örtlichen Wählergemeinschaft (WG, 50,1 %), die die absolute Mehrheit hat, und vor den Freien Wählern (14,8 %). Beide gab es nach der vorigen Kommunalwahl noch nicht. Ingolf Streich (Vorsitz), Jörg Anders (Stellvertretung), Susann Hastigsputh, Heiko Klein, Manuela Streich und Norbert Wagner vertreten die SPD, unterstützt von 6 bürgerlichen Mitgliedern.[2]
2018 kam die SPD auf 42,3 %.[2]
Bürgermeister
Nach der Kommunalwahl 2008 wurde Heinrich 'Heiner' Sülau zum Bürgermeister gewählt.[3] Er versah das Amt offenbar zehn Jahre lang, bis zur Kommunalwahl 2018; im April ist ein anderer Bürgermeister angegeben.[4]
Geschichte
Bei der Reichstagswahl im März 1933 stimmten 23,2 % für die SPD, 28,8 % für die NSDAP, 3,7 % für die DNVP und 41,4 % für die KPD bei einer Wahlbeteiligung von 91,9 %. Lägerdorf war somit zu dieser Zeit die mit Abstand größte KPD-Hochburg in Schleswig-Holstein.[5]
Am 11. April 1919 traten etwa 200 Genossinnen und Genossen zur USPD über und gründeten damit deren Ortsgruppe. Ob die Hoffnung, "daß wir in Kürze die Lägerdorfer Arbeiterschaft geschlossen hinter uns haben", sich erfüllte, ist nicht ermittelt.[6] Jedenfalls bestand der SPD-Ortsverein weiter.
1908 umfasste das Vereinsgebiet nach Feststellung des zuständigen Landrates neben Lägerdorf auch Münsterdorf, Dägeling, Rethwisch, Steinburg, Hohenfelde und Breitenburg. Die Zusammensetzung der Mitgliedschaft beschrieb der Landrat so:
"Die Mitglieder wechseln häufig. Der Verein umfaßt fast ausschließlich die in der Zement-Industrie beschäftigten Arbeiter und diese kommen und gehen mit der Konjunktur."[7]
1907 hatte der Ortsverein 298 Mitglieder, ein Zuwachs von 10 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr.[8]
1903 gehörten dem Gemeinderat vier Sozialdemokraten an.[9] Möglicherweise bildeten die späteren Ortsvereine Münsterdorf und Rethwisch zu dieser Zeit noch eigene Bezirke innerhalb des Vereins.[10]
1898 nannte der Vorwärts Lägerdorf ein "Muster eines Partei-Ortes".[11]
1896 wurde Wilhelm Starkjohann in den Gemeinderat gewählt.[12]
1895 wählte der Ortsverein Hermann Otto (gestorben 1902 lt. Vorwärts, 12.6.1902) und Schwardt zu Vertrauensleuten[13], die Genossen Böge und Schlegel zogen in den Gemeinderat ein.[14]
1892 betrugen die Jahreseinnahmen des Vereins 542,95 Mark.[15]
Führende Genossen waren in den 1890er Jahren Johannes Haß, Genosse Thomsen und Johannes Hinsche. 1892 wurde Letzterer von einer Volksversammlung zum Vertrauensmann wiedergewählt.[16]
Die Geschichte der SPD im Ort soll bis 1885, in die Zeit des Sozialistengesetzes, zurückreichen, wie Uwe Erickson, Mitglied seit 1971 und Sozialdemokrat in vierter Generation, der Presse erläuterte.[17] So steht es auch in der „Lägerdorfer Chronik“ von Reimer Wentorp.
Literatur & Links
- Ortsverein Lägerdorf: Homepage
- Kunkelmoor, Fritz Arnold: Rotes Herz im grauen Ort. 100 Jahre Sozialdemokratie in Lägerdorf. Eine chronologische Dokumentation 1885 – 1985 (Bad Bramstedt 1985)
Einzelnachweise
- ↑ SPD Lägerdorf: Vorstand, abgerufen 13.12.2025
- ↑ 2,0 2,1 Der Landeswahlleiter: Gemeindewahlen 14. Mai 2023, Lägerdorf. Amtliches Endergebnis
- ↑ Wikipedia: Lägerdorf, Version 1.10.2008
- ↑ Wikipedia: Lägerdorf, Version 20. u. 21.4.2018
- ↑ Wikipedia: Lägerdorf, abgerufen 16.9.2026
- ↑ Itzehoe, Hamburger Volkszeitung, 14.4.1919, S. 6
- ↑ Lägerdorf. Der Landrat und das Vereinsgesetz, Hamburger Echo, 26.8.1908, S. 5
- ↑ Itzehoe. Generalversammlung des Sozialdemokratischen Zentralvereins, Hamburger Echo, 6.8.1907, S. 3
- ↑ Wahlkreiskonferenz für den 5. Schleswig-Holstein. Wahlkreis (Itzehoe-Steinburg), Hamburger Echo, 12.8.1903, S. 5
- ↑ Lägerdorf. Sozialdemokratischer Wahlverein, Hamburger Echo, 8.10.1903
- ↑ Vorwärts, 20.10.1898
- ↑ Vorwärts, 25.3.1896
- ↑ Hamburger Echo, 19.11.1895
- ↑ Vorwärts, 3.8.1895
- ↑ Vorwärts, 21.12.1892
- ↑ Hamburger Echo, 11.12.1892, S. 3
- ↑ Müller, Kay: Wo die SPD noch ein Stück Heimat bedeutet, Norddeutsche Rundschau, 28.5.2010 (Bezahlschranke)
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