Anni Krahnstöver: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 8. November 2022, 01:42 Uhr
| Anni Krahnstöver |
Anni Krahnstöver (geb. Leffler), * 4. Juni 1904 in Kiel; † 27. Juli 1961 in Bonn; Kontoristin. Mitglied der SPD ab 1924.
Leben & Beruf
1924 wurde Anni Leffler Mitarbeiterin von Louise Schroeder im SPD-Frauenreferat. Von 1929 bis 1933 war sie als Bezirksfrauensekretärin in Oppeln/Oberschlesien tätig.
NS-Diktatur
Nach 1933 blieb Anni Krahnstöver, abgesehen von einer kurzen Verhaftung durch die Gestapo, offenbar unbehelligt. Sie trug als Handelsvertreterin zum Lebensunterhalt der Familie bei, zu der zwei noch kleine Töchter gehörten. 1944 wurde die Familie in Königsberg ausgebombt und kehrte von Ostpreußen nach Oppeln zurück. Im Januar 1945 wurden sie aus Oberschlesien zwangsevakuiert; danach lebten sie als Flüchtlinge zunächst in Mecklenburg und in der Lüneburger Heide.
Neubeginn
Zwischen 1946 und 1949 war Anni Krahnstöver in Schleswig-Holstein erneut als Bezirksfrauensekretärin tätig.
1953 heiratete sie in zweiter Ehe den stellvertretenden Parteivorsitzenden und MdB Wilhelm Mellies und verzichtete auf alle politischen Funktionen, da Ehepaare in gleichen Funktionen nicht gern gesehen waren. Dies war besonders tragisch, da ihr Mann bereits 1958 starb. Eine Wiederaufnahme ihrer politischen Laufbahn war ihr danach jedoch nicht mehr möglich.
Partei & Politik
1920 trat Anni Leffler in die Sozialistische Arbeiterjugend ein, 1924 dann auch in die SPD.
Auch ihre Berufstätigkeit als SPD-Frauensekretärin war eng mit der Partei verknüpft.
Von 1947 bis 1954 gehörte Anni Krahnstöver dem Landesvorstand an. Auf dem Bezirksparteitag 1947 in Bad Segeberg bewarb sie sich um den Vorsitz. Sie erzielte bei insgesamt vier Kandidierenden nach Heinrich Fischer das zweitbeste Ergebnis und wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Von 1949 bis 1953 war sie auch Mitglied des Parteivorstandes. Danach stellte sie sich wegen ihrer Heirat mit Wilhelm Mellies nicht zur Wiederwahl.
Am 12. August 1957 sprach sie auf der Bezirksfrauenkonferenz in der Gaststätte "Lindenhof" in Ahrensburg gemeinsam mit Annemarie Renger.
Landtag
1946 wurde sie von der britischen Militärverwaltung zum Mitglied des 2. ernannten Landtages bestimmt, 1947 zog sie über die Landesliste in den ersten gewählten Landtag ein. Sie war aktiv im Wirtschaftsausschuss sowie in den Ausschüssen für Flüchtlingswesen und für Volkswohlfahrt.
Von 1947 bis 1948 oder 1950 gehörte sie als eine von wenigen Frauen sowohl dem Zonenbeirat als auch dem Wirtschaftsrat der Bizone an.
Bundestag
1949 wurde sie für den Wahlkreis 12 (Pinneberg) zum Mitglied des Bundestages gewählt. Sie gehörte dem Fraktionsvorstand an, war Sachverständige für Flüchtlings- und Vertriebenenprobleme, Leiterin des Kontrollausschusses für Soforthilfe und als einzige Frau Mitglied im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat.
1949 entsandte die SPD sie auch in die 1. Bundesversammlung.
Zur Bundestagswahl 1953 trat sie nicht wieder an.
Literatur & Links
- Jebens-Ibs, Sabine / Zachow-Ortmann, Maria: Schleswig-Holsteinische Politikerinnen der Nachkriegszeit. Lebensläufe (Kiel 1994)
- Klink, Ute: Anni Krahnstöver und Emmy Lüthje in ihrer politischen Arbeit während der ersten Nachkriegsjahre (Magisterarbeit, Kiel 1994)
- Landtagsinformationssystem: Anni Krahnstöver
- Wikipedia: Anni Krahnstöver

