Bezirksparteitag 1957, Flensburg

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Bezirksparteitag Flensburg 1957
4. Mai - 5. Mai 1957
Neue Harmonie
Toosbüystraße 21
24939 Flensburg
Siehe auch: Beschlussdatenbank

Der Ordentliche Bezirksparteitag 1957 fand am 4. und 5. Mai im Gesellschaftshaus der "Neuen Harmonie" in Flensburg statt. Zu Gast war der Parteivorsitzende Erich Ollenhauer.

Nach den Berichten des Bezirksvorsitzenden Walter Damm, des Vorsitzenden der Landtagsfraktion Wilhelm Käber, dem Kassenbericht von Harald Fritsche und dem Bericht der Kontrollkommission durch Hans Schröder gab es eine Aussprache.

Danach wechselte der Parteitag zu einer Kundgebung mit Erich Ollenhauer ins "Deutsche Haus". Ab 20.15 Uhr stand ein gemeinsames Abendessen auf der Tagesordnung und ab 21 Uhr ein "Bunter Abend" des Kreisvereins Flensburg.

Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand der Parteivorsitzende Erich Ollenhauer.

"Die Arbeit der Partei konzentrierte sich deshalb fast ausschließlich auf die Vorbereitung und Durchführung der Wahlen. Unter diesen Umständen stand auch der Bezirksparteitag 1957 in Flensburg (4. und 5. Mai) schon unter dem Schlagschatten der Bundestagswahl vom 15. September 1957. Ein großangelegtes Referat Erich Ollenhauers bildete den Höhepunkt des Bezirksparteitages, die Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl die organisatorische Voraussetzung für die Einleitung des Wahl-(sic!)"[1]

Danach gab es eine Aussprache. Nachmittags wurden Bezirksvorstand und Kontrollkommission neu gewählt.

In einem Beschluss wandte sich die SPD gegen die atomare Aufrüstung.[2]

Der erste Rechenschaftsbericht

Zum ersten Mal wurde ein Rechenschaftsbericht vorgelegt: "Dieser Bericht soll in gedrängter Form Auskunft geben über die Arbeit der Partei im Bezirk Schleswig-Holstein in den Jahren 1955 und 1956. Er soll die persönliche Berichterstattung auf dem Bezirksparteitag nicht überflüssig machen, sondern sie von sonst unvermeidlichem Zahlenwerk entlasten und darüber hinaus ergänzen. Der Bericht verzichtet deshalb bewußt auf eine politische Analyse der Situation in Schleswig-Holstein und auf eine Auseinandersetzung mit den politischen Kräften in unserem Raum und beschränkt sich auf die praktische Arbeit der Partei."[3]

1961 wird im Rechenschaftsbericht festgestellt: "Dem Bezirksparteitag 1957 in Flensburg wurde erstmalig ein schriftlicher Bericht als Ergänzung der mündlichen Berichterstattung vorgelegt. Vielen erschien das damals als gewagtes Experiment. Wurden doch die Berichte nicht nur den Parteitagsdelegierten, sondern auch den anwesenden Pressevertretern ausgehändigt, die in Flensburg zum erstenmal eingeladen waren, den ganzen Beratungen des Parteitages beizuwohnen. Unsere Landesparteitage sind damit genauso dem Blick der gesamten Öffentlichkeit zugängig (sic!) wie unsere Bundesparteitage. Der Versuch ist geglückt. Was in Flensburg begonnen und in Uetersen fortgestezt(sic!) wurde, ist in Mölln schon fast Tradition geworden. Eine große Partei wie die SPD, die in der Bevölkerung weit über ihre Mitgliedschaft hinaus um Vertrauen wirbt, muß bereit sein, sich selbst der Öffentlichkeit darzustellen, mit ihren Vorzügen, aber auch mit ihren unvermeidlichen Schwächen und Schwierigkeiten. Nur wer sich vor der Öffentlichkeit nicht fürchtet, kann damit rechnen, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu erwerben."[4]

Landesliste

Der Parteitag wählte die Landesliste zur Bundestagswahl 1957. Diesmal wurde Erich Ollenhauer nicht auf den ersten Platz gesetzt. Die ersten sieben Plätze wurden ansonsten wieder so besetzt, wie zur Bundestagswahl 1953:[5]

  1. Bruno Diekmann
  2. Kurt Pohle
  3. Annemarie Renger
  4. Fritz Baade
  5. Wilhelm Gülich
  6. Reinhold Rehs
  7. Karl Regling
  8. Richard Tamblé
  9. Hans Ekstrand
  10. August Heine?[6]

Vorstandswahlen

Einzelnachweise

  1. Jahrbuch 1957/1958
  2. Osterroth, Franz: 100 Jahre Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein. Ein geschichtlicher Überblick (Kiel o. J. [1963]), Seite 139
  3. Jahrbuch 1955/1956
  4. Jahrbuch 1959/1960
  5. Kaack, Heino: Wahlkreisgeographie und Kandidatenauslese: Regionale Stimmenverteilung, Chancen der Kandidaten und Ausleseverfahren, dargestellt am Beispiel der Bundestagswahl 1965. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2013.
  6. Kaack listet nur die Nachnamen auf. August Heine war in den 50er/60er Jahre Mitglied des Landesvorstands.