Julius Bredenbeck

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Julius Bredenbeck
Geboren: 13. Juli 1907
Gestorben: 13. Oktober 1990

Julius Bredenbeck, * 13. Juli 1907 in Kiel, † 13. Oktober 1990 in Kiel; Gewerkschaftssekretär. Mitglied der SPD seit 1927.

Kindheit und Jugend

Julius Bredenbeck (rechts) mit Ernst Breit und Bernhard Jansen in Kiel

Julius Bredenbeck wurde in eine Arbeiterfamilie geboren. Willy Verdieck war sein Onkel. Ein anderer Onkel war Vorsitzender der SPD Wandsbek. Verschiedene andere Verwandte bekleideten hohe Posten in Gewerkschaften und SPD[1].

"Ich komme aus einer ganz traditionellen Arbeiterfamilie nicht nur mein Onkel (Willi Verdick) war Landesvorsitzender der SPD und mit der „Kap Arkona“ untergegangen. Damit du schon im Bilde bist. Bis 1918 zweiter Bevollmächtigter des Metallarbeiter Verbandes. Sein Bruder war Parteisekretär in Wandsbek, vor kurzem in der DDR gestorben. Mein Vater war der älteste Gewerkschaftler im, damals hieß das Maler Verband; Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher, Färber (?) und Weißbinder (?), Punkt. Im Elternhaus verkehrten meine Mutter, die hatte sieben Brüder, die fast alle in Kiel waren, zwei sind allerdings im Krieg gefallen. Der eine ist vermisst und der andere ist gestorben in Ungarn, auch durch Kriegseinwirkung, aber nicht verwundet, er hatte glaube ich, Nierensteine oder ... ist ja auch egal. Aber die meisten meiner Onkel, die waren gleichzeitig Vorsitzende ihrer Gewerkschaften: Der Hans Verdieck war ja lange IG Metaller, aber damals gab es einen Schiffszimmerer Verband, da war der Vorsitzender. Der Onkel Heinrich war im Töpfer Verband, der war Ofensetzer."[1]

Samwerstraße 2, 2020

Er ging zur 7. Knabenvolksschule[2] - der heutigen Hardenbergschule[3]. Als 11-Jähriger erlebt er den Kieler Arbeiter- und Matrosenaufstand. Seine Familie lebte damals in der Samwerstraße 2 im 4. Obergeschoss.[3][4] Mit 14 Jahren wurde er Mitglied der Kieler Arbeiterjugend[5], leitete deren Bildungsarbeit[6] und trat auch der Freien Turnerschaft an der Kieler Förde[1] bei. Nach dem Schulabschluss begann er eine vierjährige Lehre als Dreher auf der Germania-Werft. 1923 trat er dem Deutschen Metallarbeiter-Verband bei, 1925 dem sozialistischen Bildungsverein "Neue Gemeinschaft"[1]. Er machte die Gesellenprüfung mit Auszeichnung, wechselt von der Arbeiterjugend in die SPD und arbeitete bis 1929 weiter auf der Werft. Für die SPD trat er immer wieder als Wahlredner auf[7], bezeichnete sich als "Lassalleaner" und engagierte sich im Kampf gegen den Faschismus[5].

"Nun bin ich ja, ich kann das nicht leugnen, ich bin in der Tradition der schleswig-holsteinischen Arbeiterbewegung groß geworden und hier hat, auch wenn das manche nicht wahr haben wollen, hier hat eben der Gedanke von Lassalle immer mehr Resonanz gehabt als die Fanfaren von Marx und Engels. Das ist nun mal eine Tatsache. [...] Und da die Gewerkschaften ihrem ganzen Wesen nach eigentlich nie revolutionär waren sondern die waren immer reformistisch, das ist ja eigentlich auch ihr Auftrag, wenngleich ja auch jeder sozialpolitische Fortschritt eben auch machtpolitisch unterbaut werden muss."[1]

Bildung war das Thema Nummer eins für den jungen Julius Bredenbeck, der auch gerne Lehrer geworden wäre. "Von seinem Verdienst als Dreher kaufte er sich vor allen Dingen Bücher, ging ins Theater, besuchte Bildungsveranstaltungen und Symphoniekonzerte. Das Bestreben, sich Wissen anzueignen und Zugang zu kulturellen Bereichen wie der Malerei, der Literatur und der Musik zu finden, zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben des jungen Bredenbeck. In diesem Bemühen war ihm das Elternhaus Vorbild. Vor allem der Vater war ein belesener Mann, der noch mit fast 60 Jahren die damalige Volkshochschule besuchte."[2]

Dann gab er seinen Arbeitsplatz auf und ging zunächst auf Wanderschaft, die ihn nach Ulm führte. 1930 kam er wieder nach Kiel, wo er erneut bei der Germania-Werft begann. Infolge der Krise wurde Bredenbeck im selben Jahr arbeitslos und begab sich erneut auf Wanderschaft.

Nazi-Diktatur und Widerstand

Die Machtübergabe an die Nazis erlebte Julius Bredenbeck in Magdeburg, wohin er durch Otto Engel gekommen war und das ihm mittlerweile zur zweiten Heimat geworden war[5]; am 15. März 1933 ging er dort in den Untergrund. "Ich bin nicht emigriert, was man mir geraten hat, nach Dänemark zu gehen [...] Ich hätte meine damals schwangere Braut dann in Stich lassen müssen. Ich bin dann zu den späteren Schwiegereltern gezogen, aber unangemeldet, also untergetaucht."[1] In Magdeburg hat er zum Beispiel auch Teile seiner Büchersammlung vor den Nazis versteckt, "sachgemäß vergraben", wie er es formulierte, "einschließlich der Parteifahne". Diese Fahne von Magdeburg-Fermersleben habe "12 Jahre im Garten meines Schwiegervaters geruht. Die war wunderbar eingepackt in eine Holzkiste und diese Holzkiste war dann in einen Blechkanister und war dann verlötet worden. Und die ist vollkommen unbeschädigt wieder herausgeholt worden."[1]

Obwohl er "illegal" lebte, besuchte er nach eigener Auskunft seinen Onkel Willy Verdieck und andere Genossen im KZ:

"Ich selber illegal, nicht angemeldet in Magdeburg, erfuhr über Deckadressen, daß 6 Kieler Genossen im Konzentrationslager Lichtenburg an der Elbe säßen. Ich muß dabei sagen, die damaligen ersten Konzentrationslager waren nicht Vernichtungslager, wie wir sie heute aus der Zeitgeschichte kennen, sondern mehr sogenannte Anhaltelager, wo die Leute eben abgeschirmt von der Öffentlichkeit in Gewahrsam waren. Ein anderer Verwandter von mir, der Bruder von Willi Verdieck (sic!), der wohnte damals in Köthen, war bei der Volksfürsorge und war nicht aus dem Amt geflogen, war erst vor kurzem von Hamburg nach Zerbst versetzt worden, die Nazis wußten nicht, was sie da für einen Mann in ihrem Büro hatten. Er hatte also einen Ausweis von Dr. Ley, daß ihm und seiner Begleitung in allen Angelegenheiten Rat und Hilfe zusicherte. Den besuchte ich und wir finden einen Wagen - der Liebe Gott möge dies verzeihen - mit einer Standarte des NSKK (nationalsozialistischen Kraftfahrerbundes) sind wir nach Lichtenburg gefahren und haben eine Sprecherlaubnis bekommen. Ich habe nur 4 unserer Genossen sprechen können, es ist nur noch einer am Leben. Der erste, mit dem wir uns unterhielten, war der unvergessene Führer der Kieler Metallarbeiter, Wilhelm Leopold.

Der zweite war auch aus dem Deutschen Metallarbeiterverband, das war Hein Bohnsack, bei uns im Volksmund "Hein Bohnbüddel" genannt.

Der dritte war der Kreisvorsitzende der Kieler Sozialdemokratie, Stadtrat Wilhelm Schweizer und der vierte war mein Onkel Willi Verdieck (sic). Wir haben uns dann ziemlich ungeniert auf einem Hof unterhalten, und zwar haben wir unser beliebtes Plattdeutsch genommen, um den sächselnden Bewachern das ein bißchen schwierig zu machen, daß sie alles mitbekamen. Am meisten, wenn man das menschlich jetzt sagen darf, tat mir mein Onkel leid, der ungeheuer gelitten hat, weil er sich auch politisch am meisten geirrt hatte. Er hatte nämlich vor der Machtübernahme gesagt: "Laß sie doch mal ran, in einigen Wochen haben die abgewirtschaftet". Und nun saß er da als der Gefangene.

Ein Satz bitte noch. Nur Hein Bohnsack der sagte: "Se könnt mit mi moken, was se wüllt, ick bün Arbeitersportler, ick bün stärker as se all". Das war mein Erlebnis im Konzentrationslager."[1]

Er "legalisierte" sich erst am 13. Juli 1933 wieder unter dem Vorwand, er sei auf Wanderschaft gewesen. In Magdeburg kam er auch in Kontakt mit illegal tätigen Genossen[5].

Er ging ins Sudetenland und arbeitete als Ingenieur. Daneben beteiligte er sich am Widerstand und versuchte gemeinsam mit anderen im Sudetenland eine autonome deutsche Provinz zu errichten.[2] 1937/38 besuchte er eine technische Abendschule[6].

Sowjetisch Besetzte Zone und Gefangenschaft

Nach dem Zusammenbruch der Nazi-Dikatur tauchte er zunächst auch wieder unter, bekam dann aber vom tschechischen Nationalausschuss den Auftrag, nach Zittau zu gehen. Das sollte nur vorläufig sein, weil er weiterhin auf eine autonome, deutsche Provinz im Sudetenland hoffte. "Es kam anders als wir hofften und dachten."[5] Am 11. Juni 1945 wurde er zum Bürgermeister von Hirschfelde (heute ein Stadtteil von Zittau) ernannt, setzte sich für eine Bodenreform in der sowjetischen Zone ein[2] und gründete dort nach britischem Vorbild am 12. Juni 1945 die "Deutsche Arbeiterpartei"[5].

Bürgermeister blieb er aber nur bis August. Er belebte seine alten Verbindungen und zog wieder nach Magdeburg. "[…] hier begann erneut meine politische Tätigkeit und nachher auch mein Desaster."[5] In Magdeburg verdiente er mit verschiedenen Tätigkeiten seinen Lebensunterhalt und wurde dort 1945/1946 Mitglied im Vorstand der Magdeburger SPD und Stadtverordneter in Magdeburg.

Er gehörte zu den Delegierten des Vereinigungskongresses von SPD und KPD am 21. und 22. April 1946 im Admiralspalast im sowjetisch besetzten Sektor von Berlin. "Ich bekenne, daß ich im Admiralspalast mit einem 'Ja' der Vereinigung zugestimmt habe - mit sehr viel Wenn und Aber […]."[5]

Von 1946 bis 1948 war er Mitglied im Provinzial-/Landesvorstand der SED[8]. Anfang 1947 übernahm er die Leitung der Bergbauingenieurschule in Eisleben.

Seit der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED 1946 gerieten Sozialdemokraten immer mehr unter Druck. Am 6. September 1948 wurde Julius Bredenbeck wegen Verbindung zum Ostbüro der SPD verhaftet[1]. "[…] wurde ich dann endgültig entlarvt als 'Schumacherling' und als Agent des Ostbüros"[6]; Er hatte an dem Tag tatsächlich das Ostbüro in Berlin besucht. Dort war er sogar gewarnt worden, dass seine Verhaftung drohe. Er wollte trotzdem zurückkehren. Am Magdeburger Bahnhof erfuhr er, dass Fritz Drescher bereits verhaftet worden war. Später wurde auch Julius Bredenbek abgeholt[9] und wegen "antisowjetischer Propaganda" zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. "Im Mittelpunkt der Anklage stand das bekannte und von mir verbreitete Buch von Paul Sering Jenseits des Kapitalismus."[5] Er kam in die sowjetische Haftanstalt nach Bautzen, später nach Waldheim und Torgau.

"Im allgemeinen waren dort vier Männer in einer Zelle untergebracht, die eigentlich für einen Mann bestimmt war. Den Gefangenen war es nicht erlaubt, ein Buch oder eine Zeitung zu lesen. Der Besitz von Papier und Schreibzeug war ebenfalls verboten. Das Hantieren mit unerlaubten Gegenständen - und "eigentlich war alles unerlaubt" - wurde mit strengen Karzerstrafen geahndet. Der Hunger war ein ständiger Begleiter, doch schlimmer war das Gefühl der geistigen Isolation.

Je nach Temperament brüteten die Häftlinge dumpf dahin, oder sie beschäftigten sich mit Gedächtnisübungen. So berichtete Bredenbeck von einem Ingenieur, der sich wochenlang mühte, Logarithmentafeln zu entwerfen. Ein anderer versuchte, seine früher einmal erworbenen englischen Sprachkenntnisse zu reaktivieren. Die vielfältigen Verbote machten erfinderisch. Ein Stück Seife diente solange als Schreibtafel, bis man sie durch ein entwendetes Stück Schiefer von einem Dach ersetzen konnte. Mit den Fingernägeln ritzten Häftlinge Verse, Noten oder chemische Formeln ein und lernten sie auswendig.

Neben den Zellen gab es sogenannte Gemeinschaftssäle, die in anderen Haftanstalten als Arbeitsräume genutzt wurden. In Bautzen waren in diesen vergitterten und mit Fensterblenden versehenen ca. 13x30m großen Sälen etwa 360 Häftlinge untergebracht. Natürlich gab es in dieser Enge häufige Konflikte und Reibereien, aber es fanden sich auch Gruppen mit gemeinsamen Interessen. So kam jeden Morgen eine Gruppe junger Menschen, die von Oberschulen und Universitäten weg verhaftet worden waren, bei Professoren, Studienräten und Lehrern zusammen, um ernsthaft höhere Mathematik, Sprachen, Literatur und Geschichte zu hören und zu lernen."[2]

Bundesrepublik Deutschland

1954 wurde Julius Bredenbeck im Rahmen einer allgemeinen Amnestie aus dem Zuchthaus entlassen. Er kehrte nach Kiel zurück und arbeitete bei einem Zulieferbetrieb der Howaldtswerke als Betriebsleiter.

1955 fing er als Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall an, betätigte sich 1956 während des Metallarbeiterstreiks als politischer Agitator und spielte bei der Durchsetzung der Lohnfortzahlung eine zentrale Rolle.

Gaardener Verein von 1870 e. V. überreicht Oberbürgermeister Bantzer den Goldeimer-Pokal Beschreibung: Links der Vorsitzende des Gaardener Vereins Erich Wedhorn
Erich Wedhorn vom Gaardener Verein von 1870 e. V. überreicht Oberbürgermeister Bantzer den Goldeimer-Pokal

In der Landtagswahl 1958 trat Julius Bredenbeck im Wahlkreis Kiel-Ost an und wurde direkt gewählt. Im Landtag war er unter anderem Mitglied in den Untersuchsungsausschüssen zum Fall "Prof. Heyde/Dr. Sawade". 1962 stiftete er den "Goldeimer-Pokal", der jährlich vom Gaardener Verein als Mahnung daran vergeben wurde, dass Gaarden noch nicht über einen flächendeckenden Anschluss an die Vollkanalisation verfügte. Diese Mahnung wurde erst 1968 überflüssig.

Am 30. April 1962 legte Julius Bredenbeck sein Mandat nieder, um für Kassels Oberbürgermeister Lauritz Lauritzen als persönlicher Referent zu arbeiten[2]. Für ihn rückte Klaus Konrad in den Landtag nach. Bereits 1963 stieg Lauritz Lauritzen zum hessischen Justizminister auf; sein Nachfolger als Oberbürgermeister, Karl Branner, wollte Julius Bredenbeck nicht als persönlichen Referenten behalten: "Als er Minister wurde, und ein anderer Sozialdemokrat, ein Duzfreund aus (?), Oberbürgermeister wurde, da sagte der Kalle Brunner (sic!) zu mir: 'Du bist dir doch darüber klar, dass ich dich nicht übernehme als persönlicher Referent.' Du wirst da nicht rausgeschmissen, aber so wie die ... abgesehen, Lauritzen ist ein alter Schleswig-Holsteiner, den kenne ich schon von der Jugend, 'Such dir mal irgendein Referat hier im Rathaus aus. Aber du kannst nicht persönlicher Referent sein.'“[1]

Von 1964 bis zum Eintritt in den Ruhestand arbeitet Julius Bredenbeck als Gewerkschaftssekretär der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG).

Er war dann Aufsichtsratsvorsitzender der "Gemeinnützigen Heimstättengenossenschaft Kiel-Ost";. Mitglied des Verbandsausschusses im "Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. Hamburg", des Beirats für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein und des SPD-Arbeitskreises ehemaliger Häftlinge in der SBZ/DDR.

1989 wurde Julius Bredenbeck als Ersatzmitglied für die Bundespräsidentenwahl benannt, in der Richard von Weizäcker gewählt wurde[6].

In seinen letzten Jahren trennte er sich von seiner Familie und lebte mit Anneliese Raabke zusammen. Gemeinsam mit Bernhard Jansen unterhielt er einen Gesprächskreis mit jungen Genossen in ihrem Ortsverein Kiel-West, darunter Alfred Bornhalm und Rolf Fischer.

Nach dem Fall der Mauer knüpfte Julius Bredenbeck wieder an seine Zeit in Magdeburg an und half beim Aufbau der SPD in Sachsen-Anhalt. Er starb im Alter von 83 Jahren während einer Wahlveranstaltung in Schladen/Harz an einem Herzinfarkt.[7]

Stimmen

Horst Peters und Hans-Ulrich Schilf haben einen Artikel über Julius Bredenbeck für Demokratische Geschichte geschrieben, aus dem viele der hier verwendeten Informationen stammen. Sie schreiben am Ende:

"Uns faszinierten zwei Dinge bei den Unterhaltungen mit Julius Bredenbeck besonders. Das eine ist die Wißbegierde des jungen Mitglieds der Arbeiterjugend, das sich das, was es an Bildung und Wissen erworben hat, selbst, also autodidaktisch aneignete. Das andere ist die Art und Weise, wie er die Jahre in Bautzen seelisch überlebt hat. Bredenbeck selbst kann als Beispiel gelten für den Bildungshunger der jungen Sozialisten während der Weimarer Repulik. "Bildung macht frei" - dieser Satz findet seine Gültigkeit auch in so ungewöhnlichen Lebenssituationen wie der in der Haftanstalt Bautzen."

Der Parteivorsitzende Hans-Jochen Vogel würdigte in einem Beileidstelegramm an seine Lebensgefährtin Anneliese Raabke seine Funktion als Vorstandsmitglied des Arbeitskreises ehemaliger politischer Häftlinge in der SBZ/DDR:

"[...] Julius Bredenbeck hat in seinem Leben viel geleistet; er war ein verläßlicher Freund, ein engagierter Sozialdemokrat. Einem Personenkreis wird er in besonderer Weise unvergessen bleiben: Seinen Leidensgenossen in den Zuchthäusern von Bautzen und Waldheim, in der Festung Torgau. Besonders in Bautzen hat er versucht, sein großes Wissen weiterzugeben und durch Beteiligung am kulturellen Leben - soweit dies möglich war - die Lage der Mitgefangenen zu erleichtern. Mit der Vollendung der deutschen Einheit ist das Ziel erreicht, für das Julius Bredenbeck und mit ihm viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gekämpft und gelitten haben: Die Einheit der SPD in Ost und West. Und wieder hatte er sich zur Verfügung gestellt und mitgeholfen, seine, unsere Partei in Sachsen-Anhalt aufzubauen. Er ist gestorben im Kreise seiner Freunde in Wernigerode, bis zuletzt werbend um Vertrauen für die deutsche Sozialdemokratie."[10]

Literatur & Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Kuhl, Klaus: Interviews mit Julius Bredenbeck, Stand 23.1.2020
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Peters, Horst / Schilf, Hans-Ulrich: Alles besiegend erhebt sich der Geist, in: Demokratische Geschichte 2(1987), S. 411-417
  3. 3,0 3,1 Website: Historie der Hardenbergschule Kiel, abgerufen am 6. Juni 2020
  4. Adreßbuch von Kiel, 1919
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 5,7 5,8 Gegner und Opfer der Zwangsvereinigung berichten. in: Rieke, Dieter (Hrsg.): Sozialdemokraten als Opfer im Kampf gegen die rote Diktatur - Arbeitsmaterialien zur politischen Bildung. Friedrich-Ebert-Stiftung (1994)
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Landtagsinformationssystem: Julius Bredenbeck
  7. 7,0 7,1 Kieler Nachrichten 18.10.1990. Zitiert nach: Kuhl, Klaus: Interviews mit Julius Bredenbeck, Stand 23.1.2020
  8. Schmidt, Andreas: " ... mitfahren oder abgeworfen werden". Die Zwangsvereinigung von KPD und SPD in der Provinz Sachsen/im Land Sachsen-Anhalt 1945-1949. (Reihe: Forschungen zur neuesten Geschichte 2, Münster 2004)ISBN 3825870669
  9. Buschfort, Wolfgang: Das Ostbüro der SPD - Von der Gründung bis zur Berlin-Krise. (Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 63 (1991), ISBN 978-3-486-70316-0, S. 48
  10. SPD Pressemitteilung Nr. 456a.1990 vom 23.10. 1990