Uwe Jensen

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Uwe Jensen
Uwe Jensen
Uwe Jensen
Geboren: 10. März 1943
Gestorben: 29. Mai 2024

Uwe Jensen, * 10. März 1943 in Arenholz (heute Teil der Gemeinde Lürschau/Krs. Schleswig-Flensburg), † 29. Mai 2024 verm. in Borgwedel/Schlei; Jurist. Mitglied der SPD ab 1969.

Leben & Beruf

Nach dem Abitur gehörte Uwe Jensen von 1962 bis 1964 der Bundeswehr an. Anschließend studierte er Jura und wurde nach seinem Referendariat 1971 zum Richter am Verwaltungsgericht in Schleswig berufen, wo er bis zu seinem Eintritt in den Landtag 1979 tätig war. Ab 1993 war er als Rechtsanwalt in Schleswig tätig. Dass die bei Wikipedia angeführte Homepage der Kanzlei[1] 2023 nicht mehr aufrufbar war, lässt darauf schließen, dass er sich spätestens dann zur Ruhe gesetzt hat.

Von 2008 bis 2020 war er stellvertretender Richter am Landesverfassungsgericht Schleswig-Holstein.[2]

Er war Mitglied der Gewerkschaft ÖTV (heute verdi) und der Arbeiterwohlfahrt. Als Konfession gab er "evangelisch" an.

Uwe Jensen und seine Frau Lisa Jensen-Rath (*2. September 1951 in ?) hatten drei Kinder.[3] Lisa Jensen-Rath lebt bis heute in Stexwig, einem Ortsteil von Borgwedel an der Schlei, wo sie u.a. 1981 den Ortskulturring mit begründete[4]. Anfang der 1970er Jahre wohnte das Ehepaar in Ulsnis und heiratete 1972 in der Ulsnisser Kirche.[5]

Partei & Politik

1969 trat Uwe Jensen in die SPD ein. 1972 gründete er den Ortsverein Steinfeld-Ulsnis mit.[5] Ab 1975 engagierte er sich im Vorstand der SPD Kreis Schleswig-Flensburg. 2001 übernahm er für einige Jahre (bis mindestens 2007) den Vorsitz der SPD Borgwedel.

Kommunalpolitik

Uwe Jensen und OV-Vorsitzender Friedrich Hach kleben Plakate für die Europawahl 1979

Von 1974 bis 1986 gehörte er dem Kreistag Schleswig-Flensburg an.

In der Kommunalwahl 1978 trat die SPD in Borgwedel zum erstenmal an. Uwe Jensen, der mittlerweile dorthin gezogen war, wurde in die Gemeindevertretung gewählt, der er dann rund 35 Jahre angehörte. Er wurde zunächst stellv. Bürgermeister, 1998 dann Bürgermeister, ein Amt, das er 15 Jahre lang ausübte. Zur Kommunalwahl 2013 räumte er seinen Platz für Jüngere.[6]

Lisa Jensen-Rath war mindestens bis 2023 im dortigen OV-Vorstand Kassiererin[7] und vertrat nach der Kommunalwahl 2023 die SPD als bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss[8].

Landtag

In den Landtagswahlen 1979 und 1983 trat Uwe Jensen im Wahlkreis 8 (Schleswig) an und zog jeweils über die Liste in den Landtag ein. 1987 wurde er direkt gewählt; der Landtag wählte ihn am 2. Oktober 1987 außerdem zum 2. Landtagsvizepräsidenten. Dies verdankte er dem Umstand, dass der eigentlich aufgestellte Alfred Schulz zweimal die erforderliche Mehrheit nicht erhielt und nicht wieder antrat.[1]

Im Landtag war Uwe Jensen aktiv im Innen- und Rechtsausschuss, zeitweise als stellvertretender Vorsitzender, im Ausschuss Kommunaler Investitionsfonds, im Gremium für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig sowie im Landeswahl- und Richterwahlausschuss, stellvertretend auch in den Ausschüssen für Agrar und Umweltschutz, Finanzen, Wirtschaft und Eingaben. Er gehörte 1987/1988 dem Ältestenrat an. Seine "Aufkläringsarbeit" in den Untersuchungsausschüssen "Deponie Schönberg" und "Barschel/Pfeiffer" hob die Landtagspräsidentin in ihrem Nachruf am 19. Juni 2024 besonders hervor.[2]

Von 1983 bis 1988 war er justizpolitischer Sprecher seiner Fraktion.[1]

Auch 1988 wurde er im Wahlkreis 8 (Schleswig) direkt gewählt, nahm jedoch das Mandat nicht an, da er in die Landesregierung wechselte.

Landesregierung

Am 31. Mai 1988 berief Björn Engholm Uwe Jensen zum Staatssekretär im Justizministerium. Mit dem Ende der 3. Geschäftsführenden Landesregierung nach Engholms Rücktritt schied er am 19. Mai 1993 aus der Landesregierung aus. Danach war er landespolitisch nicht mehr aktiv.

Ehrungen

Im August 2013 verlieh die Gemeinde Borgwedel Uwe Jensen zum Abschied aus der Kommunalpolitik der Titel "Ehrenbürgermeister".[9]

In ihrem Nachruf sagte Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU):

"Uwe Jensen war ein kluger politischer Kopf, der sich durch seine ausgleichende, den Menschen zugewandte und immer lösungsorientierte herzlich-freundliche Art auszeichnete. Fest in der Sozialdemokratie verortet, baute er Brücken – vor allem zwischen Politik und Gesellschaft, aber auch zwischen den damaligen politischen Lagern. Bis zuletzt genoss Uwe Jensen hohe Anerkennung und persönliche Wertschätzung – über die Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg."[2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Wikipedia: Uwe Jensen (Politiker), abgerufen 25.7.2023
  2. 2,0 2,1 2,2 Schleswig-Holsteinischer Landtag: Plenarprotokoll 20. Wahlperiode, 60. Sitzung, 19.6.2024, S. 4508 f.
  3. Traueranzeige der Familie, Kieler Nachrichten, 1.6.2024
  4. SPD Borgwedel: Die SPD-Fraktion, abgerufen 22.6.2026
  5. 5,0 5,1 50jähriges Jubiläum des SPD-Ortsvereins Steinfeld-Ulsnis, Amtsblatt Süderbrarup aktuell, Oktober 2022, Seite 11
  6. SPD Borgwedel: Kommunalwahl ’13 – Uwe Jensen zur Wahl, abgerufen 25.7.2023
  7. Ortsverein Borgwedel: Vorstand, abgerufen 20.6.2026.
  8. Ortsverein Borgwedel: Fraktion, abgerufen 20.6.2026; offenbar wird die Homepage seit 2023 nicht mehr gepflegt.
  9. Weiss, Christina: Rührender Abschied von Uwe Jensen, Schleswiger Nachrichten, 27.8.2023