Karl Müller

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Karl Müller
Geboren: 6. April 1900

Dr. Karl Friedrich Ernst Müller, * 14. April 1900 in Solingen, † ? in ?; Diplom-Landwirt. Verheiratet, vier Kinder; evangelisch. Mitglied der SPD.

Werdegang

Karl Müller besuchte die Oberrealschule in Wismar 1910 bis 1919, machte eine praktische Lehre in der Landwirtschaft bis 1921. Dann studierte er an der Universität Leipzig, legte 1924 sein landwirtschaftliches Diplomexamen ab und wurde 1925 zum Dr. phil. promoviert. Bis 1930 war er in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben in Mecklenburg als Beamter tätig, war bis 1933 landwirtschaftlicher Beamter in Kogel bei Ratzeburg, dann auf Gut Gülzow bei Schwarzenbek in Lauenburg. Dort war er (ab wann?) bis 1947 auch Bürgermeister und Amtsvorsteher, bis November 1947 Orts- und Bezirksbauernvorsteher sowie Kreislandwirtschaftsrat.

Partei und Politik

Karl Müller rückte am 14. November 1947 für Joachim von der Lieth in den Landtag nach, wo er im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft aktiv war. In der ganzen Zeit war er auch Parlamentarischer Vertreter des Landesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Sonderbeauftragter für die Durchführung der Bodenreform.

"Mit dem am Sonntag in Lauenburg-Ost gewählten Dr. Müller tritt ein Mann in den Kreis der Abgeordneten ein, der zweifellos einer der befähigsten [sic] und erfolgreichsten Landwirte ist. In Mecklenburg [sic] geboren, in Lauenburg aufgewachsen, hat er sein ganzes Leben - er ist jetzt 47 Jahre alt - der praktischen Landwirtschaft gedient; die Praxis ist nur unterbrochen worden durch das wissenschaftliche Studium, das er mit dem Diplom-Landwirt und dem Doktor der Landwirtschaft abgeschlossen hat. Seit 15 Jahren ist er der Verwalter des 5000 Morgen großen Gutes Gülzow in Lauenburg."[1]

In der Landtagswahl 1950 wurde er nicht wiedergewählt oder trat nicht wieder an.

Gründe sind bisher nicht ermittelt. Aus der Landtagsdiskussion über den Untersuchungsausschuss Kieler Nachrichten läßt sich jedoch entnehmen, dass der SPD-Abgeordnete Dr. Müller - der in dieser Zeit nur Karl Müller gewesen sein kann - vom politischen Gegner diffamiert worden war:

"Meine Damen und Herren, auf diese [vom politischen Gegner eingeforderte] Vornehmheit, da haben wir Sozialdemokraten vergeblich gewartet, als der gute Ruf der Sozialdemokratie in Frage stand! [...] Damals ist keiner hier in diesem Hause oder in der Öffentlichkeit vorgetreten, um sich schützend vor eine Partei oder auch schützend vor einen Abgeordneten zu stellen, die wider besseres Wissen öffentlich immer wieder in den Schmutz gezogen worden sind. [...] Und niemand hat sich bisher entschuldigt, als der Abgeordnete Dr. Müller beispielsweise wider besseres Wissen öffentlich verleumdet worden ist!"[2]

Um welche Vorwürfe oder Diffamierungen dabei ging, ist nicht ermittelt.

Literatur & Links

Quellen