Günther Bantzer

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Günther Bantzer
Günther Bantzer
Günther Bantzer
Geboren: 1. September 1921
Gestorben: 16. Oktober 2019

Carl Eugen Günther Bantzer, * 1. September 1921 in Dresden, † 16. Oktober 2019 in Kiel. Verwaltungsjurist, Oberbürgermeister. Mitglied der SPD seit 1948.

Werdegang

Günther Bantzer wuchs in einem christlich orientierten Elternhaus auf[1], besuchte in Spremberg/Niederlausitz das Realgymnasium und machte 1940 das Abitur. Gleich danach wurde er zur Wehrmacht eingezogen, verwundet, ausgezeichnet und 1945 im Rang eines Oberleutnants der Reserve entlassen. Seine Erfahrungen in den "tausend Jahren" überzeugten ihn von der Demokratie und vor allem vom demokratischen Sozialismus.[2] Er ging nach Berlin, wo seine Eltern mittlerweile lebten, machte ein Jahr als kaufmännischer Hochschulpraktikant[3] und zog anschließend zum Studium der Rechts- und Staatswissenschaften nach Marburg,[4] wo er Kommilitone des etwas jüngeren Hans-Jochen Vogel und auch des späteren CDU-Politikers Alfred Dregger war[5]. Vermutlich dort trat er am 1. April 1948 auch in die SPD ein.[6]

Revolutionär sei er nur in seiner Jugend gewesen, sagte Günther Bantzer. Schon als Student, als er 1951 bis 1952 Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) war[7], hätten ihn die Freunde immer als "den Preußen" charakterisiert.[8] In seiner SDS-Funktion lernte er anlässlich eines Gesprächs mit dem Kieler SDS Jochen Steffen kennen, der ihm als der "ruhende Pol" der Gruppe erschien.[9]

1950 legte er die erste, 1954 die zweite juristische Staatsprüfung ab und wurde Assessor im niedersächsischen Kultusministerium. Zu seinen Aufgaben dort gehörten Bundesjugendplan und Jugendhilfswerk; später wurde er auch Pressereferent. Von Hannover ging er zur Stadtverwaltung Goslar. 1956 wurde er persönlicher Referent des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Am 1. November 1958 verließ er Düsseldorf im Range eines Oberregierungsrates, um Oberkreisdirektor des Landkreises Herford/Ostwestfalen zu werden.[10]

In dieser Zeit war er ehrenamtlich als Landesleiter und im Bundesausschuss des Männerwerks der Evangelischen Kirche aktiv und gehörte der Landessynode von Westfalen an.[11] Noch als Kieler Oberbürgermeister sprach er auf einem Evangelischen Männersonntag im Kieler Schloss. Für seine "eindrucksvollen Äußerungen" dort und anderswo dankte ihm ein ehemaliger Mitarbeiter im November 1967.[12] Selbstverständlich war er auch Mitglied der AWO. Vermutlich hat er in dieser Zeit auch geheiratet, da er seine Familie - seine erste Ehefrau Christa und die Kinder Katharina, Peter und Johannes - bereits mit nach Kiel brachte. Christa Bantzer war von 1974 bis 1989 im AWO-Kreisvorstand aktiv.

1965 wurde Günther Bantzer Kiels Oberbürgermeister. 1980 stellte er sich nicht erneut zur Wahl. Am 1. November 1980 übernahm er die alleinige Geschäftsführung einer Frankfurter Grundstücks- und Vermögensverwaltungsgesellschaft, einer Tochter der Stiftung Hilfswerk Berlin.[13]

Im Dezember 1990 zog er - obwohl weiterhin für die Stiftung Hilfswerk Berlin in Frankfurt tätig - mit seiner zweiten Ehefrau Ursula wieder nach Schleswig-Holstein zurück. Sie lebten in Tüttendorf, Gettorf und vorübergehend auch wieder in Kiel. Bald meldete er sich wieder in Kieler Angelegenheiten zu Wort.[14] Dorthin kehrte der verwitwete Günther Bantzer etwa 2010 endgültig zurück.

Zwei Ex-OB im Gespräch: Günther Bantzer und Norbert Gansel

Auch in hohem Alter nahm der Ex-Oberbürgermeister regen Anteil an der Politik und sagte seine Meinung. Unter anderem trat er im OB-Wahlkampf öffentlich für Susanne Gaschke (2012) und deren Nachfolger Ulf Kämpfer (2014) ein und stellte sich 2015 für Kiels Bewerbung, an der Seite von Hamburg die Olympischen Segelwettbewerbe von 2024 auszurichten, als einer der "Olympia-Botschafter" zur Verfügung.

Die letzten Monate seines Lebens musste er aus der eigenen Wohnung in ein Pflegeheim umziehen, wo er aber weiterhin gern Freunde und Bekannte empfing und sich von ihnen zum Alten Markt begleiten ließ, wo es interessanter war als in seinem Zimmer. Sechs Wochen nach seinem 98. Geburtstag, am 16. Oktober[15], starb er - wie die Familie meint, trotz altersbedingter Leiden letztlich "an Altersschwäche".

Widersprüche waren dem Sachsen mit Gardemaß nicht fremd: Noch als Oberkreisdirektor in Herford betrieb er aktiv Leichtathletik, andererseits war er über viele Jahre starker Raucher, der als OB auf etlichen Fotos mit Zigarette zu sehen ist.

Oberbürgermeister

Am 19. August 1965 wählte die Kieler Ratsversammlung Günther Bantzer mit 34 von 44 Stimmen zum Nachfolger von Hans Müthling. Er hatte sich gegen ca. 30 Mitbewerber durchgesetzt. Es hieß, "Bantzer habe bei seiner Vorstellung in den Parteigremien einen außerordentlich guten Eindruck hinterlassen. Neben seinen fachlichen Qualitäten habe Bantzers menschliche, mit Humor gewürzte Art überzeugt".[16] Da der SPD-Fraktion das Vorschlagsrecht zustand und die Opposition gemäß den Gepflogenheiten keinen Gegenkandidaten aufstellte, erhielt Bantzer auch Stimmen der Opposition.[17]

Am 1. November 1965 trat er sein Amt an. Seine Amtszeit umfasste eine neue Stufe des Auf- und Ausbaues in Kiel nach dem Wiederaufbau der 1950er Jahre. Dazu gehörte z. B. die Erweiterung der Universität durch zahlreiche zentrale Bauten wie das Jura-, später Verwaltungshochhaus, das Audimax und die Universitätskirche.

Die Olympischen Spiele 1972

In seine Amtszeit fiel zudem die Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe während der Olympischen Spiele 1972 in München, die er mit Unterstützung der Stadtverwaltung mit großem Einsatz nach Kiel holte. Mit Selbstironie, aber nicht ohne Stolz erzählte er, wenn man ihn fragte, den Spruch seines Kollegen Hans-Jochen Vogel: Die Balken im Münchner Rathaus seien erst so krumm, seit Bantzer aus Kiel dort die Zahlen für die Olympiabewerbung vorgetragen habe. Er bestand darauf, dass die Olympischen Spiele die Stadt tatsächlich nicht mehr als die angekündigten 4 Mio. DM gekostet hätten. Als Mitglied im Organisationskomitee der Regatten beteiligte er sich unmittelbar an der Organisation.

Die Olympischen Spiele gaben Kiel einen großen Schub für Stadtentwicklung und Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz, denn sie lösten eine rege Bautätigkeit aus. Unter anderem wurden das Olympiazentrum in Schilksee, die neue "Olympia"-Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal, die Kiellinie und der ZOB gegenüber vom Hauptbahnhof gebaut (2018 abgerissen und durch ein neues ersetzt), im Kieler Opernhaus die letzten kriegsbedingten Einschränkungen beseitigt und der Alte Markt an der Nikolaikirche zur Fußgängerzone umgestaltet. Außerdem erhielt Kiel endlich eine Autobahnanbindung.

So schätzte Günther Bantzer diese Entwicklung ein:

"Die ganzen Investitionen mit Hilfen von Bund und Land haben Kiel auf einen Schlag um Jahrzehnte vorangebracht. Aus der Provinzstadt wurde plötzlich so etwas ähnliches wie eine Metropole."[18]

Karl-Heinz Zimmer (CDU), zu dieser Zeit Stadtschulrat, bestätigte später diese Einschätzung.

Die Ausrichtung der Wettbewerbe begründete Kiels internationalen Ruf als führende Segelstadt. Auch darüber hinaus setzte sich Günther Bantzer intensiv für eine Stärkung der Kieler Woche ein, etwa durch die Schaffung der Spiellinie und durch internationale Kongresse, sowie für die Vertiefung von Kiels Beziehungen zu anderen Ostseestädten. In seiner Amtszeit wurden die Grundlagen für die später geschlossenen Städtepartnerschaften mit Tallinn (Estland) und Gdynia (Polen) gelegt.[19]

Weiteres

Schallplatte, 1974

Unter seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern galt Günther Bantzer als jederzeit informiert, zuverlässig, fleißig - ein Macher, auch den unterhaltsameren Seiten seines Amtes nicht abgeneigt, die ihn aber nie die Übersicht und das Ziel aus dem Blick verlieren ließen.[20] Seine Trinkfestigkeit stellte er häufiger unter Beweis, aber auch seine Bereitschaft, für die Stadt vieles mitzumachen. An den Kieler Karnevalsfeierlichkeiten, die zu seiner Zeit noch mit einer "Besetzung" des Rathauses begannen, beteiligte er sich einmal in der Maske seines legendären Vorgängers Asmus Bremer. Er setzte sich für gute Zwecke auf Karussellpferde oder Zirkuselefanten und ließ sich in Pfennigen aufwiegen. Den ersten "Trimm-Pfad" der Stadt weihte er mit einem persönlichen Durchgang ein, bei dem er sich von der Presse begleiten ließ. 1974 hatte er sein Debüt als Sänger: Er nahm eine Schallplatte mit den Liedern "Asmuss Bremer aus Ellerbek" und "Die Kieler Bucht" auf. Die Aufnahme hatte, wie er später selbstironisch berichtete, eine ganze Nacht gedauert, bis sie gut genug ausfiel.[21]

Ende der Amtszeit

Günther Bantzers Entscheidung, aus "rein privaten und persönlichen Gründen" nach 15 Jahren nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, löste in Kiel Betroffenheit aus. Im Vorjahr war es noch gelungen, ihn umzustimmen mit der Zusicherung, den "auch in der eigenen Partei nicht immer bequemen OB" wiederzuwählen. "Diese 'Abdankung' Günther Bantzers ist ein Paukenschlag. [...] Auch die Kieler Bevölkerung dürfte - quer durch politische Bekenntnisse - sich darin einig sein, daß im Herbst nächsten Jahres ein guter Oberbürgermeister die Fördestadt verläßt", schrieben die beileibe nicht SPD-nahen 'Kieler Nachrichten.[22]

Weitere Ämter

Von 1968 bis 1980 war er Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages und ab Juni 1979 als Nachfolger des Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel dessen Präsident.[23]

Außerdem war er von 1969 bis 1980 Präsident des Deutschen Bibliotheksverbandes, ab 1969 ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Deutschen Hilfswerks und von 1970 bis 1995 Präsident der Stiftung Hilfswerk Berlin.[24]

Als langjähriger Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Fernsehlotterie GmbH "Ein Platz an der Sonne" erreichte er, dass Kiel 1979/80 zur Partnerstadt der Lotterie wurde.

Viele Jahre amtierte er als stellvertretender Vorsitzender der Kieler Bürgerstiftung.[25]

Landespolitik

Nach der verlorenen Landtagswahl 1971 kandidierte Günther Bantzer auf dem Landesparteitag in Husum erfolglos gegen den amtierenden Landesvorsitzenden Jochen Steffen.[26] Er kommentierte später, dabei sei er "auf die Nase gefallen".[27]

Ehrungen

Kurz vor Ablauf seiner Amtszeit wurde Günther Bantzer 1980 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Besonders erfreute ihn das Erinnerungsgeschenk einer Gruppe türkischer Mitbürgerinnen, die ihm ein selbstgesticktes Wandbild mit dem Spruch "Frieden im Land - Frieden in der Welt" überreichte.[28]

1981 ernannte ihn die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu ihrem Ehrenbürger.[29]

1983 verlieh ihm die Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Marie-Juchacz-Plakette.

Am 21. Mai 1987 ehrte ihn die Stadt mit der Andreas-Gayk-Medaille "für seine Verdienste als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel in den Jahren 1965 bis 1980 auf politischem Gebiet. Er hat damit gleichzeitig die Nachkriegsgeschichte der Landeshauptstadt entscheidend mitgeprägt."[30]

Seit 1991 ist er Träger der Ernst-Reuter-Plakette der Stadt Berlin. Sie wird im Namen von Ernst Reuter an Persönlichkeiten verliehen, "die sich um Berlin besondere Verdienste erworben haben" durch "hervorragende Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem und geistig-kulturellem Gebiet".[31]

Mit der Verleihung des Kieler Prunksiegels 2008 würdigte die Landeshauptstadt sein langjähriges Engagement als stellvertretender Vorsitzender der Kieler Bürgerstiftung.

Am 27. April 2010 verlieh ihm der DGB Region KERN einen Ehrenpreis.[32]

Am 25. Januar 2013 wurde Günther Bantzer vom Kreisverband Kiel für 65 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt, am 17. Januar 2016 erhielt er die Willy-Brandt-Medaille der SPD.

Da er verfügt hatte, dass er keine Trauerfeier wünschte, richtete ihm der Kreisverband Kiel am 15. Dezember in der Pumpe eine Gedenkfeier im kleinen Kreis aus. Sein politischer Weggefährte Rolf Johanning gab einen Abriss seiner Zeit als OB von Kiel, Jürgen Jensen zeigte ein Interview, das er einige Jahre zuvor mit ihm geführt hatte, und der Lotsengesangverein "Knurrhahn" sang ein letztes Mal für seinen größten Fan.

Stimmen

Ein Herforder Weggefährte schrieb 1965 über den neuen Oberbürgermeister in der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung:

"Scharfes Profil, klarer Blick und Gardemaß täuschen nicht: Günther Bantzer (43) [...] ist eine dynamische Persönlichkeit. Seinem Schwung vermag sich kaum jemand zu entziehen. Man darf ihn getrost den Motor seines Landkreises nennen [...].

Wer Günther Bantzer näher kennenlernt, entdeckt in ihm den Vertreter einer Pioniergeneration unserer Tage, jener Menschen, die bis ins Detail um die Merkmale unserer vielzitierten "offenen Gesellschaft" wissen und damit um die Interdependenz vieler scheinbar unzusammenhängender Dinge.
Aus dieser Erkenntnis heraus hat [er sich] den neuen Erkenntnissen kommunaler Verwaltung uneingeschränkt gestellt, im Stil eines klugen Pragmatikers, der aber nie verkannte, daß Nützlichkeit und sichtbarer Erfolg nicht das letzte Maß der Dinge sind, daß Sachverstand mit tieferem Engagement Hand in Hand gehen muß. [...]
Strukturen zu erforschen, jahrelang hingenommene Gegebenheiten näher zu analysieren und auf Grund des Erkannten zu planen und Prognosen zu wagen, das wurde unter Günther Bantzer zu einem herausragenden Bestandteil des Verwaltens. Wobei er nicht selten gegen Zweifler, Skeptiker und Kleingläubige entschieden Front beziehen mußte. [...]
Als Freund der Künste ließ er auch die Kultur nicht zu kurz kommen, führte jährliche Ausstellungen ortsansässiger und ortsnaher Künstler ein. - Wer näher mit Bantzer in Berührung kommt, wird in ihm den überzeugten evangelischen Christen wahrnehmen. Schließlich huldigt er aktiv der Leichtathletik.

Es ist fast zwangsläufig, daß ein solcher Mann in eine Fülle von Ausschüssen und anderen Gremien rückte, daß auch Fachausschüsse der kommunalen Spitzenverbände gern [seine] Dienste in Anspruch nehmen. Solchermaßen interessiert und begabt, fiel es Günther Bantzer am Ende nicht schwer, "Regierung" und Opposition im Herforder Kreistag [zu einen]."[33]

Die Arbeiterwohlfahrt schrieb anlässlich der Verleihung der Marie-Juchacz-Plakette über ihn:

"Günther Bantzer hat die soziale Arbeit mit einem ungewöhnlichen Ideenreichtum gefördert. Er hat [...] den Grundsatz entwickelt, Subsidiarität im Sinne der Förderung kreativer, pädagogischer, sozialer, medizinischer Aktivität zu verstehen. Es ist Günther Bantzer zu danken, wenn soziale Arbeit auch so verstanden wird, die Generationen zueinander zu führen und natürliche Unterschiede wie verschiedenartige Meinungsbilder nicht zu Gegensätzen zu machen. Ihm ist es zu danken, dass auf strukturell bedingte Jugendarbeitslosigkeit in Berlin und anderen politisch besonders gefährdeten Gebieten frühzeitig reagiert worden ist. Der in Kiel so überaus erfolgreiche Kommunalpolitiker hat durch persönliches Engagement eine Renaissance des Hilfswerks Berlin und des Deutschen Hilfswerks bewirkt. Die Arbeiterwohlfahrt ist stolz, einen solchen Mann in ihren Reihen zu wissen."[34]

Zu Günther Bantzers Tod schrieb sein Amtsnachfolger Ulf Kämpfer:

"Ich bin froh, dass ich Günther noch kennenlernen durfte; da war er 92 Jahre alt und eine beeindruckende Persönlichkeit, die durch Witz und eine tiefe Menschlichkeit bestach."[35]

Der Präsident des Deutschen Städtetages und Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte:

"Der Deutsche Städtetag gedenkt Günther Bantzer in großer Dankbarkeit. Als Präsident und Vizepräsident unseres Verbandes hat er das Ansehen der Städte in der Bundesrepublik Deutschland zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger gestärkt. Eindringlich vertrat er, dass die Bürgernähe des Staates zuerst über die Kommunalpolitik wirksam wird, weil die Entscheidungen auf kommunaler Ebene die Bürger ganz unmittelbar betreffen. Er setzte sich für eine parteiübergreifende Geschlossenheit der Städte ein, um auf bundespolitischer und europäischer Ebene erfolgreich die Interessen der Städte zu vertreten und die Handlungsfähigkeit der Kommunen zu stärken.

Günther Bantzer galt als pragmatischer Politiker mit Ideen und Überzeugungskraft. Er engagierte sich leidenschaftlich für soziale Belange. Maßgeblich war er an der Gründung der Stiftung Hilfswerk Berlin beteiligt, dem Grundstein für die spätere ARD-Fernsehlotterie, mit der bis heute soziale Projekte in den Kommunen gefördert werden."[36]

Fotos

Videos

Lass mal schnacken (2015)

Zitate

  • "Man muss sich gewiss sein, dass im Mittelpunkt aller Arbeit der Mensch steht, dem zu dienen Aufgabe der Verwaltung ist."

Literatur

Links

Einzelnachweise

  1. Philipp, Gottfried H.: Freude in der Arbeit für Kiels Bürger, Kieler Nachrichten, ??.10.1980
  2. Philipp, Gottfried H.: Freude in der Arbeit für Kiels Bürger, Kieler Nachrichten, ??.10.1980
  3. ck: Oberbürgermeister Müthling tritt am 1. November zurück, Kieler Nachrichten, 9.8.1965
  4. OB-Wahl im August, VZ, 7.8.1965
  5. Vgl. Video Lass mal schnacken (2015)
  6. Eintrittsdatum lt. Parteibuch, das dem Kreisverband Kiel vorliegt.
  7. Lt. Wikipedia: Sozialistischer Deutscher Studentenbund, abgerufen 1.5.2016
  8. Philipp, Gottfried H.: Freude in der Arbeit für Kiels Bürger, Kieler Nachrichten, ??.10.1980
  9. Vgl. Bantzer, Günther: Ich war Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, CAU 350+ Zeichen', abgerufen 11.10.2015
  10. OB-Wahl im August, VZ, 7.8.1965
  11. Bantzer: Frisch und dynamisch, VZ, 9.8.1965
  12. Handschriftlicher Brief von G. Wulff, Stadtarchiv Kiel, Akte 79316 - Sekretariat Oberbürgermeister: Gratulations- und Kondolenzschreiben Oberbürgermeister Bantzer, P - Z, 1966 - 1967
  13. Bantzer geht nach Frankfurt, VZ, 27.8.1980
  14. Lorenzen, Matthias: Was macht eigentlich Günther Bantzer?, Kieler Nachrichten, 5.9.1991
  15. Kluth, Michael: Kiel trauert um Alt-OB Günther Bantzer, Kieler Nachrichten, 17.10.2019
  16. Bantzer: Frisch und dynamisch, VZ, 9.8.1965
  17. hpj(Hans-Peter Jochimsen): Kiel hat neuen OB!, VZ, 20.8.1965
  18. Küppers, Jürgen: Olympischer Schluck aus der Pulle, Kieler Nachrichten, 2.9.2012
  19. Trägerinnen und Träger der Andreas-Gayk-Medaille, abgerufen am 11.10.2015
  20. Vgl. etwa die wiederholt geäußerte Einschätzung des ehem. Mitarbeiters Bernd Hallmann
  21. Interview mit Jürgen Jensen auf der DVD Die Kieler Lupe. Die einzigartige Wochenschau für die Landeshauptstadt zwischen 1968 und 1969 (Kiel 2014). Das Interview wurde als "Bonusmaterial" geführt und aufgenommen, da die Wochenschauen jeweils nur wenige Minuten lang sind.
  22. Alle Zitate aus: Philipp, Gottfried H.: Günther Bantzer wird nicht wieder als Oberbürgermeister kandidieren, Kieler Nachrichten, ??.7.1979
  23. Philipp, Gottfried H.: Günther Bantzer wird nicht wieder als Oberbürgermeister kandidieren, Kieler Nachrichten, ??.7.1979
  24. Bantzer geht nach Frankfurt, VZ, 27.8.1980
  25. Text zum Porträt Günther Bantzer, abgerufen 28.10.2015
  26. Flaute in der Fronde: Anti-Steffen-Gruppe der SPD in Schleswig-Holstein ist zersplittert, DIE ZEIT, 21.5.1971
  27. Philipp, Gottfried H.: Freude in der Arbeit für Kiels Bürger, Kieler Nachrichten, ??.10.1980
  28. Philipp, Gottfried H.: Freude in der Arbeit für Kiels Bürger, Kieler Nachrichten, ??.10.1980
  29. Vgl. Bantzer, Günther: Ich war Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, CAU 350+ Zeichen', abgerufen 11.10.2015
  30. Trägerinnen und Träger der Andreas-Gayk-Medaille, abgerufen am 11.10.2015
  31. Lt. Wikipedia: Ernst-Reuter-Plakette, abgerufen 28.10.2015
  32. Jahresempfang für Gewerkschaften und Verleihung des Kieler Mitbestimmungspreises, Presseinfo auf www.kiel.de, 21.4.2010
  33. Feldmann, Hans-Joachim: Der Motor seines Kreises, VZ, 20.8.1965
  34. Laudatio zur Verleihung der Marie-Juchacz-Plakette, Arbeiterwohlfahrt, ?|1983, S. 19
  35. facebook
  36. Deutscher Städtetag: Deutscher Städtetag trauert um seinen ehemaligen Präsidenten, 17.10.2019