Ortsverein Tönning: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Ortsverein Tönning''' ist eine Gliederung im [[Kreisverband Nordfriesland]]. Er wurde [[1901]] gegründet.<ref>[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19020828/page/5 Hamburger Echo 28.8.1902, S. 5]</ref> | Der '''Ortsverein Tönning''' ist eine Gliederung im [[Kreisverband Nordfriesland]]. Er wurde [[1901]] gegründet.<ref>''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19020828/page/5 Bericht der Agitationskommission an den Provinzialparteitag zu Flensburg]'', ''Hamburger Echo'', 28.8.1902, S. 5</ref> Der Ortsverein geht aber davon aus, dass eine sozialdemokratische Organisation im Ort seit mindestens [[1871]] bestand.<ref>Vgl. [[Hermann Peters II|Peters, Hermann]]: ''125 Jahre Sozialdemokratie in Tönning'' (Tönning 1996)</ref> | ||
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In Tönning ging die [[Novemberrevolution]] am [[7. November]] los: Fast 400 Werftarbeiter legten die Arbeit nieder und schlossen sich mit Besatzungsmitgliedern von Torpedobooten zusammen. Sie zogen mit roten Fahnen durch die Stadt. [[Paul Dölz]], einer der Tischler auch der Werft und [[USPD|USPD-Mitglied]], wurde zur zentralen Figur. Er forderte die sofortige Beendigung des Krieges und eine sozialistische Republik. Am [[11. November]] erklärte der Tönninger Arbeiter- und Soldatenrat in einer Proklamation: "Die politische Macht liegt in unserer Hand. Unser Ziel ist eine freie soziale Volks-Republik."<ref name=":0">Steensen, Thomas: ''[https://www.shz.de/lokales/husum/artikel/rote-fahnen-in-nordfriesland-41956357 Rote Fahnen in Nordfriesland]'', shz.de, 6.11.2018</ref> | |||
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[[1903]] hatte der Tönninger Verein 45 Mitglieder. Bemerkenswert ist, dass alle fünf an der Konferenz teilnehmenden Organisationen als ''Arbeiterbildungsverein'' bezeichnet werden - 13 Jahre nach dem Ende der Tarnungsnotwendigkeiten unter dem [[Sozialistengesetz]].<ref>''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19030808/page/5 Eine Parteikonferenz für den 4. schleswig-holsteinischen Reichstagswahlkreis]'', ''Hamburger Echo'', 8.8.1903, S. 5</ref> | |||
[[1875]] gab es in Tönning eine Organisation der [[SAPD]] mit den "Agenten des Vorstands" [[J. A. Lange]] und [[Chr. Peters]].<ref>''Der Volksstaat'', 7.7.1875</ref> | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
*[[Hermann Peters II|Peters, Hermann]]: ''125 Jahre Sozialdemokratie in Tönning'' (Tönning 1996) | *[[Hermann Peters II|Peters, Hermann]]: ''125 Jahre Sozialdemokratie in Tönning'' (Tönning 1996) | ||
*Sörensen, Christian M.: ''Politische Entwicklung und Aufstieg der NSDAP in den Kreisen Husum und Eiderstedt, 1918-1933'' (Wachholtz Verlag, Neumünster 1995) | |||
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2026, 22:41 Uhr
Der Ortsverein Tönning ist eine Gliederung im Kreisverband Nordfriesland. Er wurde 1901 gegründet.[1] Der Ortsverein geht aber davon aus, dass eine sozialdemokratische Organisation im Ort seit mindestens 1871 bestand.[2]
Geschichte
In Tönning ging die Novemberrevolution am 7. November los: Fast 400 Werftarbeiter legten die Arbeit nieder und schlossen sich mit Besatzungsmitgliedern von Torpedobooten zusammen. Sie zogen mit roten Fahnen durch die Stadt. Paul Dölz, einer der Tischler auch der Werft und USPD-Mitglied, wurde zur zentralen Figur. Er forderte die sofortige Beendigung des Krieges und eine sozialistische Republik. Am 11. November erklärte der Tönninger Arbeiter- und Soldatenrat in einer Proklamation: "Die politische Macht liegt in unserer Hand. Unser Ziel ist eine freie soziale Volks-Republik."[3]
Eine Abordnung des Arbeiter- und Soldatenrat sprach in Garding auf einer Volksversammlung im "Apollo-Saal" darüber, dass die Vorstellung einer Revolution bisher mit Raub und Plünderung verbunden gewesen sei, es gelte aber, nach dem schlimmen Krieg neue Blutopfer zu verhindern.[4]
Am 5. April 1933 wurden 24 Linke aus Tönning und Lunden, darunter der Kreisvorsitzende Paul Dölz, von den Nazis verhaftet und nach Husum gebracht.[5]
1903 hatte der Tönninger Verein 45 Mitglieder. Bemerkenswert ist, dass alle fünf an der Konferenz teilnehmenden Organisationen als Arbeiterbildungsverein bezeichnet werden - 13 Jahre nach dem Ende der Tarnungsnotwendigkeiten unter dem Sozialistengesetz.[6]
1875 gab es in Tönning eine Organisation der SAPD mit den "Agenten des Vorstands" J. A. Lange und Chr. Peters.[7]
Literatur
- Peters, Hermann: 125 Jahre Sozialdemokratie in Tönning (Tönning 1996)
- Sörensen, Christian M.: Politische Entwicklung und Aufstieg der NSDAP in den Kreisen Husum und Eiderstedt, 1918-1933 (Wachholtz Verlag, Neumünster 1995)
Einzelnachweise
- ↑ Bericht der Agitationskommission an den Provinzialparteitag zu Flensburg, Hamburger Echo, 28.8.1902, S. 5
- ↑ Vgl. Peters, Hermann: 125 Jahre Sozialdemokratie in Tönning (Tönning 1996)
- ↑ Steensen, Thomas: Rote Fahnen in Nordfriesland, shz.de, 6.11.2018
- ↑ Steensen, Thomas: Rote Fahnen in Nordfriesland, shz.de, 6.11.2018
- ↑ Sörensen, S. 463
- ↑ Eine Parteikonferenz für den 4. schleswig-holsteinischen Reichstagswahlkreis, Hamburger Echo, 8.8.1903, S. 5
- ↑ Der Volksstaat, 7.7.1875
| Ortsverein Tönning |
| Gegründet: 1901 |
| Wiedergegründet: 1945 |
| Vorsitzende/r: Jan Diekmann |
| Homepage: http://www.spd-nordfriesland.de/toenning/ |
Überblick
Vorsitzende
Jan Diekmann (????-heute) ◦ ? ◦ Stefan Runge (????-????) ◦ ? ◦ Jan Diekmann (1993-????) ◦ Stefan Runge (1990-1993) ◦ Gerhard Krause (1982-1990) ◦ Horst-Dieter Jöhnk (1978-1982) ◦ Horst Witte (1976-1978) ◦ Helmut Wrensch (1972-1976) ◦ Horst Witte (1970-1972) ◦ Horst Witte & Gerhard Krause (kommissarisch) (1969-1970) ◦ Klaus Bardowieck (1966-1969) ◦ Paul Dölz (1922-1966) ◦ Johann Clausen (vor 1922)
Ehrenvorsitzende
Ortsvereine: Amrum | Amt Viöl | Bordelum | Braderup | Bredstedt | Föhr | Friedrichstadt/Seeth/Schwabstedt/Drage | Garding | Hallig Hooge | Hattstedt | Husum | Koldenbüttel | Ladelund | Langenhorn | Leck | Mildstedt/Rosendahl | Niebüll | Nordstrand | Oldenswort-Uelvesbüll | Pellworm | Rantrum | Risum-Lindholm | Sankt-Peter-Ording | Südtondern Nord | Sylt | Tating | Tönning | Wobbenbüll

