Ortsverein Schenefeld (Pinneberg)
Vorsitzender ist seit 2018 Hans Jacob Goßler.
Kommunalpolitik
Schon 1911 zog mit Hinrich Petersen der erste Sozialdemokrat in die Schenefelder Gemeindevertretung ein. Seitdem hat die SPD an allen demokratisch legitimierten Wahlen in Schenefeld teilgenommen und ist mit der Entwicklung des Gemeinwesens eng verzahnt.
Die ehrenamtlichen und ab 1950 hauptamtlichen Gemeindevorsteher und Bürgermeister wurden bis 1998 (außer während der NS-Herrschaft) aus den Reihen der Gemeindevertretung gewählt, seitdem direkt von der Schenefelder Bevölkerung. Mit der Einführung der Hauptamtlichkeit wurde 1950 das Amt des Bürgervorstehers bzw. der Bürgervorsteherin neu geschaffen. Vorschlagsberechtigt ist die stärkste Fraktion in der Ratsversammlung.
Bürgermeister*innen
Seit 24. November 2005 ist Christiane Küchenhof Bürgermeisterin von Schenefeld; seit 2023 leistet sie ihre vierte Amtsperiode ab. Sie setzte sich jedesmal im 1. Wahlgang durch, teils ohne Gegenkandidaten.
Vor ihr stellte die SPD in sechs Amtszeiten fünf Bürgermeister:
- Albert Burs (*13. März 1936[1]), der zugleich bis ins hohe Alter AWO-Ortsvorsitzender war[2][3])
- Karl-Heinz Thron (*19. Januar 1924 in Bergen auf Rügen), der 1948 als junger Verwaltungsangestellter seine Aufnahme in die Spielvereinigung Blau-Weiß 96 Schenefeld beantragte, um Fußball zu spielen.[4]
- Richard Döterling
- Albert Schröder (ehrenamtlich)
- Paul Hertrich (ehrenamtlich), der vorher Amtsvorsteher von Schenefeld war[5], vermutlich von der britischen Militärregierung ernannt.
Wahlergebnisse
Ab 1945
| Datum | Stimmen | Prozent | Sitze/Gesamtsitze | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|
| 14. Mai 2023 | 1.474 | 21,6 % | 8/37 | |
| 6. Mai 2018 | 1.597 | 27,0 % | 7/27 | Gudrun Buchowski zur Bürgervorsteherin gewählt[6] |
| 26. Mai 2013 | 1.790 | 29,7 % | 9/29 | Gudrun Buchowski zur Bürgervorsteherin gewählt |
| 25. Mai 2008 | 2.346 | 39,8 % | 11/27 | Gudrun Buchowski zur Bürgervorsteherin gewählt |
| 2. März 2003 | 1.935 | 28,3 % | 9/32 | |
| 22. März 1998 | 3.026 | 41,1 % | 12/27 | Albert Burs zum Bürgervorsteher gewählt |
| 20. März 1994 | 2.711 | 34,3 % | 12/31 | Albert Burs zum Bürgervorsteher gewählt |
| 25. März 1990 | 3.387 | 43,4 % | 12/27 | Hannelore Schuldt zur Bürgervorsteherin gewählt |
| 2. März 1986 | 3.218 | 44,0 % | 12/27 | Albert Burs zum Bürgervorsteher gewählt (bis 1988) |
| 7. März 1982 | 2.977 | 38,7 % | 11/28 | |
| 5. März 1978 | 3.148 | 40,3 % | 11/27 | |
| 24. März 1974 | 2.626 | 31,9 % | 9/28 | |
| 26. April 1970 | 3.275 | 47,1 % | 13/27 | Walter Kaehlert zum Bürgervorsteher gewählt |
| 13. März 1966 | 1.883 | 36,9 % | 9/23 | Albert Schröder zum Bürgervorsteher gewählt (1967-68) |
| 11. März 1962 | 3.037 | 43,0 % | 8/19 | Albert Schröder zum Bürgervorsteher gewählt |
| 25. Oktober 1959 | 2.626 | 47,6 % | 9/19 | Albert Schröder zum Bürgervorsteher gewählt |
| 24. April 1955 | 2.073 | 47,4 % | 9/19 | Albert Schröder zum Bürgervorsteher gewählt |
| 29. April 1951 | 2.597 | 26,4 % | 4/17 | |
| 24. Oktober 1948 | 1.977 | 50,2 % | 8/14 | Albert Schröder zum Bürgervorsteher gewählt (ab 1950) |
| 15. September 1946 | 4.275 | 39,8 % | 10/15 |
Am 4. Dezember 1945 ernannte die britische Militärregierung eine Gemeindevertretung mit 17 Mitgliedern, davon 10 der SPD, 3 der KPD und 4 parteilose Bürgerliche. Am 14. Januar 1946 rückte ein weiteres SPD-Mitglied für einen ausgeschiedenen KPD-Abgeordneten nach.
Weimarer Republik
Mit dem Ende des Kaiserreichs und der Ausrufung der Republik 1918 änderte sich auch das Wahlrecht grundlegend. Die Gemeindevertretung wurde nun in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Sie bestand aus 9 Mitgliedern.
| Datum | Stimmen | Prozent | Sitze |
|---|---|---|---|
| 12. März 1933 | 344 | 30,3 % | 3 |
| 17. November 1929 | 354 | 49,2 % | 4 |
| 4. Mai 1924 | 227 | 46,0 % | 3 |
| 2. März 1919 | 303 | 59,8 % | 6 |
Kaiserreich
Am 31. März 1911 trat mit Hinrich Petersen zum ersten Mal in einer turnusmäßigen Ergänzungswahl ein Mitglied der SPD offen zur Wahl um ein Mandat in der Gemeindevertretung an. Er wurde mit 51,5 % (52 Stimmen) der abgegebenen Stimmen gewählt; seine Mitbewerber erhielten 44,6 % (45 Stimmen) bzw. 3,9 % (4 Stimmen).
In der Ergänzungswahl am 6. März 1913 siegte Franz Lüdemann mit 52,9 % (55 Stimmen) gegen 47,1 % (49 Stimmen).
Geschichte
Am 3. Juli 1907 trafen sich 51 Männer im Lokal von W. Timm, der "Friedenseiche", und hielten eine Mitgliederversammlung ab, auf der der Sozialdemokratische Centralverein für den 6. Schleswig-Holsteinischen Wahlkreis Ortsverein Schenefeld und Umgebung gegründet wurde. Zum Vorsitzenden wurde der Zigarrenarbeiter August Großmann gewählt, unterstützt vom Maurer Franz Lüdemann (Kasse), Zimmermann H. Lüdemann (Schriftführung) sowie Musiker P. Meyer und Maurer Joh. Kudenholt als Beisitzer.
Zuvor gehörten die Mitglieder zum Ortsverein Lurup. Dort stellten sie in einer Sitzung am 4. Juni den Antrag,"in Schenefeld selbst einen neuen Ortsverein zu gründen. Genosse E. Eilken begründete den Antrag. Es fand eine sehr lebhafte Debatte statt und es wurde beschlossen, die Frage den Schenefelder Genossen und dem Zentralvorstand zu überlassen.".[7]
1914 beteiligte sich der Ortsverein an der Kriegshilfe für Notleidende.[8]
Arbeitersportverein
Auch im Arbeitersport engagierten sich die Schenefelder Genossen[9]: Eine der Wurzeln des heutigen Blau-Weiß 96 war der Freie Sportverein 1920 Schenefeld (FSV)[10], dessen Vorsitzender ab 1921 der Lehrer Bruno Dahlhaus war. Zur Hebung der Spielstärke schloss man sich zeitweise mit dem SV Lurup zusammen. Auch August Großmann war aktiver Spieler - ob er identisch oder verwandt war mit dem Gründungsvorsitzenden der SPD, ist nicht ermittelt.
1930 trennte man sich vom SV Lurup, im Mai 1933 wurde der FSV wie alle Arbeitersportvereine verboten. Das Bedürfnis, Fußball zu spielen, blieb jedoch - die "nationalen" Vereine waren ihnen allerdings weiterhin verschlossen, denn dort war die offizielle Linie: "Marxisten sind in unseren Reihen nicht zu dulden." Trotz staatlichen Verbots wurde daher ein neuer Fußballverein gegründet, der FC Blau-Weiß. Im Juni 1936 ging er auf den 1896 gegründeten Männerturnverein zu mit dem Vorschlag, sich zusammenzuschließen. So entstand der Turn- und Rasensportverein Schenefeld von 1896, der Blau-Weiß als Vereinsfarben beibehielt. Vorsitzender wurde erneut Bruno Dahlhaus; auch die früheren Vorstandsmitglieder Karl Vogelgesang, Hans Jürgens und Jonny Kähler spielten erneut führende Rollen. Allerdings musste man Kröten der NS-Ideologie schlucken, etwa die Ablehnung jüdischer Mitglieder oder die Zusammenarbeit mit den NS-Jugendorganisationen.
Nach der NS-Herrschaft kehrte man nicht zum reinen Arbeitersportverein zurück - die Zeiten hatten sich in mehr als einer Hinsicht geändert. Doch die Arbeitersportler engagierten sich weiterhin; Jonny Kähler (später Karl Vogelgesang) übernahm den Vorsitz, der Händler Bernhard Pein, auch schon seit den 1920er Jahren dabei, wurde Schriftwart und Jugendleiter. 1951 gründete sich allerdings in Schenefeld-Siedlung die SV Schwarz-Weiß Schenefeld von 1951 als Konkurrenzverein, denn Schenefeld war gespalten: Das Dorf war eher bürgerlich-konservativ, die Siedlung in SPD-Hand. Die Verantwortlichen erkannten bald, wie schädlich sich die Konkurrenz auswirkte, und 1957 schlossen sich beide Vereine zusammen. Dies war nicht zuletzt dem Einsatz des Bürgermeisters Richard Döterling zu verdanken.
Links
Einzelnachweise
- ↑ Windmüller, Torge: Schenefelds Altbürgermeister wird 90: Albert Burs baute die Stadt mit auf – und bereut nichts, Pinneberger Tageblatt, 13.3.2026 (Bezahlschranke)
- ↑ Ahrens, Cindy: So hat sich die Awo in Schenefeld entwickelt, Pinneberger Tageblatt, 11.10.2019 (Bezahlschranke)
- ↑ Brameshuber, C.: Der Arbeiterwohlfahrt droht das Aus, Pinneberger Tageblatt, 23.10.2013 (Bezahlschranke)
- ↑ Blau-Weiß 96 Schenefeld: Chronik (1996), S. 14
- ↑ Blau-Weiß 96 Schenefeld: Sport jetzt, 01/2021, S. 36
- ↑ Seit 2020 lautet die Bezeichnung "Stadtpräsident*in"
- ↑ Altona und Umgegend. Lurup, Hamburger Echo, 8.6.1907, S. 3
- ↑ Schenefeld. Kriegshilfe, Hamburger Echo, 21.10.1914, S. 6
- ↑ So Ehrenratsvorsitzender Gerhard Manthei, in Blau-Weiß 96 Schenefeld: Sport jetzt, 01/2021, S. 6
- ↑ Die Informationen zum Arbeitersport stammen, soweit nicht anders angegeben, aus der Chronik des Vereins Blau-Weiß 96 Schenefeld: Chronik (1996), S. 15 ff.
| Gegründet: | |
| Reaktiviert: |
1945 |
| Vorsitz: | Hans-Jacob Goßler |
| Website: | Homepage |
Überblick
Gremien
- Vorsitzende: Hans-Jacob Goßler (seit 2018) ◦ Gerhard Manthei (2007-2018) ◦ Ingobert Hentschel (1997-2007) ◦ Melanie Stenzel (1994-1997) ◦ Peter Schmidt (1988-1994) ◦ Astrid Mädel (1984-1988) ◦ Horst Baumann (1980-1984) ◦ Uwe Schuldt ?-(1980) ◦ Willi Piecyk (um 1978) ◦ Wilma Grotehusmann (vor 1978) ◦ Rolf Eigenwald (um 1974) ◦ Horst Fürstenau (um 1970) ◦ Albert Schröder (vor 1946-nach 1966) ◦ August Großmann (1907-?)
- Ehrenvorsitzende: Peter Schmidt (ernannt 2020) ◦ Gerhard Manthei (ernannt 2018)
Kommunalpolitik
- Bürgermeister*innen: Christiane Küchenhof (seit 2005) ◦ Albert Burs (1979-1985 und 1988-1993) ◦ Karl-Heinz Thron (1962-1973) ◦ Richard Döterling (1950-1962) ◦ Albert Schröder (1946-1950) ◦ Paul Hertrich (1945-1946)
- Bürgervorsteher*innen/Stadtpräsident*innen: Gudrun Bichowski (2008-2023) ◦ Hannelore Schuldt (1990-1994) ◦ Albert Burs (1986-1988, 1994-2003) ◦ Walter Kaehlert (1970-1974) ◦ Albert Schröder (1950-1951, 1955-1966, 1967-1968)
- Freiherr-vom-Stein-Medaille/-Nadel: Gudrun Bichowski (verliehen 2022) ◦ Albert Burs (verliehen 2005) ◦ Walter Teichert (verliehen 1987) ◦ Hermann Hahnkamm (verliehen 1974) ◦ Albert Schröder (verliehen 1969)
Ortsvereine: Appen | Barmstedt (mit Bokholt-Hanredder) | Bönningstedt | Borstel-Hohenraden | Brande-Hörnerkirchen/Westerhorn | Ellerbek | Ellerhoop | Elmshorn | Halstenbek | Haseldorf/Haselau | Hasloh | Heidgraben | Heist | Helgoland | Hemdingen | Holm/Hetlingen | Klein-Nordende | Klein Offenseth-Sparrieshoop | Kölln-Reisiek | Kummerfeld | Moorrege | Neuendeich | Pinneberg | Prisdorf | Quickborn | Rellingen/Tangstedt | Schenefeld | Seester | Seestermühe | Seeth-Ekholt | Tornesch | Uetersen | Wedel |

